Schon vor dem freien Training für den Grand Prix Monaco hat Scuderia Toro Rosso-Miteigentümer Gerhard Berger erklärt, er könne sich nicht vorstellen, dass der gedrosselte V10-Motor aufgrund seines höheren Drehmoments einen Vorteil für sein Team darstellen würde. Die Rundenzeiten vom Donnerstag haben dies bestätigt. Im zweiten freien Training belegte der schnellste der drei Jungbullen, Vitantonio Liuzzi, den sechzehnten Rang.

Zu den zahlreichen seit der Minardi-Übernahme durch Red Bull getätigten Aussagen von Midland oder Super Aguri, wonach die Scuderia Toro Rosso mit dem gedrosselten V10-Motor einen Wettbewerbsvorteil innehabe respektive die Restriktionsformel der FIA nicht funktionieren würde erklärte Berger in einem APA-Interview: "Das ist blanker Neid, eine ernsthafte Diskussion war das eigentlich nie. Vielmehr wurde damit Politik betrieben. Dabei hat die FIA bei der Reglementierung unserer Motoren einen guten Job gemacht."

Für den weiteren Verlauf der Saison rechnet Berger eher mit einer Verschlechterung in Hinblick auf die Motorensituation: "Wir dürfen im zweiten Halbjahr nicht abfallen, wir wollen den aktuellen Level halten. Große Fortschritte sind aber nicht zu erwarten, denn die V8-Motoren der anderen Teams werden im Vergleich zu unseren Zehnzylindern noch weiterentwickelt. Der Rückstand wird daher eher größer werden, denn die großen Werke legen jetzt stark zu."

Für das am Samstag stattfindende Qualifying stellt Gerhard Berger eine realistische Prognose: "Im Qualifying werden wir von unserer Leistungsfähigkeit her wieder um die Plätze 18, 19 und 20 mitfahren. Mehr kann man derzeit nicht erwarten." Zugleich räumt Berger jedoch ein: "In Monaco kann sehr viel passieren. Das Chaos in der Qualifikation kann für uns auch positiv sein."