Sie sind die Vertreter der Großen in der Formel 1 - Ferrari-Rennleiter Jean Todt und Renault-Teamboss Flavio Briatore. Als Gäste bei der FIA-Pressekonferenz am Donnerstag erklärten beide, die Formel 1 müsse mehr Show respektive Sport und weniger Technologie aufweisen.

"Ich würde sagen, dass die Formel 1, meiner Meinung nach, nicht zwingend die technische Herausforderung als oberste Priorität zu haben braucht", sagte Todt. Der Franzose fügte hinzu: "Die F1 braucht eine gute Show, sie braucht Leute, die einander auf der Strecke bekämpfen. Es ist wie so oft: Je mehr Technologie zum Einsatz kommt, desto geringer werden die Möglichkeiten der Piloten, einen Kampf auf der Strecke abzuhalten."

Flavio Briatore schloss sich an: "Alle reden über Technologie - und kämpfen darum, möglichst viel Technologie einzusetzen. Aber das sind jene Leute, die noch nie ein Rennen gewonnen haben oder es ist ein Team, das zuletzt vor acht oder neun Jahren einen Sieg errungen hat."

"Wenn jemand über Technologie sprechen sollte, dann ist das Renault oder Ferrari. Ich glaube wie Jean daran, dass wir echten Rennsport brauchen. Wir brauchen Überholmanöver. Wir wollen, dass die Leute voller Enthusiasmus die Formel 1 anschauen", sprach Briatore sicher vielen Fans aus der Seele.

Doch es gibt auch jene Stimmen, die befürchten, dass die Formel 1 in Zukunft im technologischen Sinne nicht mehr die Königsklasse sein könnte. Es gibt auch jene Stimmen, welche die von der Sportbehörde FIA geplanten Maßnahmen zur Kostenreduktion als Bedrohung für den klassischen Motorsport betrachten. So wie viele Fans schon jetzt nur wenig mit einer Motoren-Haltbarkeitsregel anfangen können, fällt es vielen schwer, sich mit einer Einfrierung der Motoren-Entwicklung, einer Limitierung von Aerodynamik-Paketen oder Standard-Bauteilen abzufinden. Nicht wenige wollen und können nicht glauben, dass eine Gewichtung des Sports, des fahrerischen Talents unbedingt den Schritt hin zu einer de facto-Einheitsformel zur Folge haben muss.

Jean Todt und Flavio Briatore haben keine Probleme mit den FIA-Regeln und Regelvorschlägen. Briatore erklärte: "Wir brauchen nicht mehr zu verhandeln, denn wir haben ja bereits gesehen, wie lange es gebraucht hat, einen kommerziellen Deal auszuhandeln." Die Herstellerteams konnten sich bekanntlich erst unlängst mit den neuen Rechteinhabern CVC über eine neue Verteilung des TV-Kuchens einigen.