Jarno Trulli gehört zu jener elitären Sorte von Grand Prix-Piloten, welche bereits als Sieger in der Fürstenloge von Monaco gestanden haben. Doch in diesem Jahr muss der Italiener froh sein, wenn er überhaupt WM-Punkte erobern kann. Er gehört zu jenen acht Piloten, die in diesem Jahr noch keinen einzigen WM-Punkt erzielt haben. Toyota-Teamkollege Ralf Schumacher hat immerhin schon sieben Zähler auf seinem Konto - verglichen mit den ehrgeizigen Plänen der in Köln stationierten Japaner ist auch das alles andere als zufriedenstellend.
Es läuft einfach nicht - darüber ist sich Jarno Trulli im Klaren. Doch er fühlt sich nicht schuldig an der Misere - warum auch? Er wird wohl kaum von heute auf morgen das Fahren verlernt haben. Gegenüber ITV erklärt er: "Ich habe immer wieder eine gute Performance abgeliefert, doch unglücklicherweise wurde diese während der Rennen aus verschiedenen Gründen mehrfach gestört - vor allem was die Konsistenz des Autos über eine Renndistanz anbelangt."
"Das liegt nicht am Fahrer, das liegt im technischen Bereich", fügt Trulli hinzu. Sein spezielles Problem: Der im letzten Jahr in Japan eingeführte TF106 kam seinem Fahrstil nicht entgegen. "Ich habe diesen Wagen von Beginn an nicht gemocht", gibt Trulli offen zu. Damals stellte er zerknirscht fest, dass er von den Vorderreifen zu wenig "Response" erhalten würde. Zwar gab es dazwischen immer wieder Botschaften der Hoffnung, das Problem nun ein für allemal gelöst zu haben - doch dem war offensichtlich nicht so...

In Monaco setzt Toyota erstmals den neuen TF106B ein. "Bei den Tests sah es so aus, als sei der Wagen um einiges besser - aber bislang haben wir den TF106B noch nicht im Renneinsatz gesehen", gibt sich Trulli vorsichtig optimistisch. In Wahrheit wünscht sich Trulli den alten TF105 zurück: "In dem fühlte ich mich viel wohler. Ich konnte darin puschen und im Rennen wirklich angreifen. Er war auch viel konkurrenzfähiger." Als ob ihm von einer Sekunde auf die andere klar geworden wäre, dass seine Sehnsucht nach dem Vorgänger des Vorgängers wenig bringt, fügt er eilig hinzu: "Wir hatten einen erfolgreichen Test mit dem neuen TF106B und ich hoffe, dass dieser im Grand Prix genauso gut sein wird, wie er das beim Testen war. Es wäre nett, ein paar WM-Punkte holen zu können."
So richtig glücklich wirkt Trulli nicht, wenn er kryptisch sagt: "Viele Dinge passieren im Team. Viele Dinge passieren, wovon die Leute nichts wissen. Das ist einfach ein Teil des Teams." Man kann es sich irgendwie vorstellen - der Abgang von Technikdirektor Mike Gascoyne zeugte von Unstimmigkeiten - und solche tun einem Team bekanntlich niemals gut.
Am Ende des Jahres läuft sein Toyota-Vertrag aus - der 31jährige Jarno Trulli erklärt dazu: "Ich spreche mit anderen Teams, so wie ich auch mit Toyota spreche. Ihr werdet bald schon sehen, was ich in Zukunft tun werde."

diese Formel 1 Nachricht