Der Frieden ist ein flüchtiger Zustand - auch oder gerade in der Welt der Formel 1. Nachdem bei der ersten Sitzung der neuen, mittels einfachem Wahlrecht operierenden Sport Working Group die Mehrzahl der Mitglieder gegen die von der FIA geplante Einfrierung der Motorenentwicklung gestimmt hatte, erklärte die Sportbehörde FIA umgehend, dass sie keinesfalls vorhabe, diese Pläne aufzugeben und sie weiter an den Kosteneinsparungsplänen festhalten möchte - den Teams wurde klargemacht, dass sie sich für eine Serie mit Motoren-Homologation entschieden hätten.
Unterdessen haben die Hersteller untereinander Gespräche geführt und an einem neuen Vorschlag gearbeitet, welcher der FIA am kommenden Wochenende im Rahmen des Grand Prix von Monaco vorgelegt werden soll. Ferrari und Cosworth haben diesem Vorschlag zugestimmt - die Scuderia gehörte zu jenen Teams, welche beim ersten Meeting der Sport Working Group gegen eine Ablehnung der Motoren-Einfrierung gestimmt hat.
BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen erklärte gegenüber Autosport: "Ich denke, wir liegen gar nicht so weit auseinander. Alle Hersteller sprechen über eine Formel mit reduzierten Motorenkosten - was auch die Homologation verschiedener Komponenten beinhaltet."
Der von den Herstellern erarbeitete Vorschlag sei "gut ausbalanciert", erklärte Theissen. "Damit sollten wir auch die angestrebte Kostenreduktion erzielen, indem wir einige Bereiche einfrieren. Das Wichtigste ist, dass dieser Vorschlag von allen in der Formel 1 vertretenen Motorenherstellern stammt, auch von Ferrari und Cosworth. Ich denke, wir können die Vorgaben der FIA erreichen, ohne dabei allzu viel Technologie zu opfern", sagte Theissen.
Mercedes-Rennleiter Norbert Haug teilt den Optimismus seines Kollegen und sagt unverblümt: "Die Hersteller hatten kollektiv eine bessere Idee, welche nicht nur für den Sport besser ist sondern auch mehr Geld einspart."

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