Bereits am kommenden Sonntag, dem 14. Mai 2006, startet die Formel 1 auf dem Circuit de Catalunya zum nächsten WM-Lauf - dem sechsten von 18. Ab- und Aufbau müssen in Rekordtempo erfolgen. Gut 1.300 Kilometer müssen die Trucks und Motorhomes der Teams auf ihrer Reise von der Eifel nach Barcelona zurücklegen. Für eine Verschnaufpause oder gar Testfahrten bleibt keine Zeit.
Nick Heidfeld:
Die Rennstrecke von Barcelona ist allen Fahrern bestens bekannt, weil dort viel getestet wird. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Circuit de Catalunya eine aerodynamisch sehr anspruchsvolle Strecke ist. Und das beschreibt den Kurs auch schon zu einem wichtigen Teil: Er ist schnell, und in den schönen und schnellen Kurven braucht man eine gut funktionierende Aerodynamik. Mittlerweile hat das Rennen auch eine besondere Stellung, was die Zuschauer angeht. Das liegt natürlich an Fernando Alonsos Erfolg. Beim letzten Test habe ich gesehen, dass sogar neue Tribünen gebaut wurden und gehört, dass die Veranstaltung ausverkauft sei. Von daher wird der GP Spanien sicher ein gutes Rennen.
Jacques Villeneuve:
Der Circuit de Catalunya ist eine gute Rennstrecke, auf der ich auch schon ziemlich erfolgreich war. Ich habe dort drei Grands Prix gewonnen. Außerdem kennen wir alle den Kurs wie unsere Westentasche, weil wir hier häufig testen. Es gibt ein paar aufregende Hochgeschwindigkeitskurven, allerdings nicht allzu viele Möglichkeiten zum Überholen. Man hat häufig mit untersteuerndem Fahrverhalten zu kämpfen. Mal ganz abgesehen von der Rennstrecke: Barcelona ist eine großartige Stadt! Dort ist immer etwas los, die Leute gehen gerne aus, die Atmosphäre ist klasse. Der Lebensstil in dieser Stadt gefällt mir sehr. Katalanisch ist manchmal schwer zu verstehen, aber mit ein paar Spanischkenntnissen kommt man schon durch.
Robert Kubica:
Wegen der vielen Testfahrten ist der Grand Prix etwas Besonderes. Für mich ist der Vergleich meiner persönlichen Leistungen auf bekannten und für mich neuen Strecken interessant. Ich mag den Kurs in Barcelona mit seinen langen und schnellen Kurven. Für mich ist es einer der besten Formel-1-Kurse - er ist anspruchsvoll, und es macht wirklich Spaß, dort mit einem F1-Fahrzeug zu fahren. Ich freue mich sehr auf das Wochenende. Leider bin ich in Barcelona noch nie ein Rennen gefahren. Meine erste Erfahrung dort war mein erster Formel-1-Test im vergangenen Dezember. Aber seitdem habe ich dort acht oder neun Testtage absolviert.
Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:
In früheren Jahren war in Spanien oft Zuschauermangel zu beklagen. 2005 meldete der Veranstalter jedoch ausverkauftes Haus. Dies ist auch in diesem Jahr der Fall. Es ist direkt spürbar, welche Euphorie Fernando Alonso ausgelöst hat. Spanien ist auch für BMW ein starker Wachstumsmarkt, wir freuen uns über das gestiegene F1-Interesse. Für Fahrer und Ingenieure ist Barcelona eine vermeintlich bekannt Größe. Auf keiner Rennstrecke wird so viel getestet wie hier, entsprechend umfassend ist der Datenfundus für die Basisabstimmung. Trotzdem gibt es am Rennwochenende immer wieder Überraschungen. Die Streckenverhältnisse ändern sich quasi stündlich. Unser Ziel ist es, beide Autos in den dritten Durchgang des Qualifyings zu bringen, um dann im Rennen einige Punkte zu sammeln. Nach dem erfolgreichen Debüt des BMW Sauber F1 Team Pit Lane Parks wird dieser in Barcelona erneut aufgebaut. Dort wird er allerdings nicht an der sehr weit draußen gelegenen Rennstrecke errichtet, sondern im Herzen der Stadt Barcelona - unterhalb der berühmten Flaniermeile Las Ramblas am Hafen.
Willy Rampf, Technischer Direktor Chassis:
Charakteristisch für Barcelona sind die langen, schnellen Kurven wie T3 oder die beiden Rechtskurven vor Start und Ziel, in denen vor allem der linke Vorderreifen stark belastet wird. Deshalb spielen die aerodynamische Effizienz und die Reifenperformance eine besondere Rolle. Früher galt der Kurs als reifenfressend, doch Ende 2004 wurde er neu asphaltiert, sodass man nun weichere Mischungen verwenden kann. Die Strecke reagiert stark auf Temperaturschwankungen, was sich im Grip und damit in der Rundenzeit niederschlägt. Man muss also ständig Anpassungen vornehmen. Eine zusätzliche Schwierigkeit ist, dass man auch die Traktion nicht vernachlässigen darf, seit die Linkskurve am Ende der Gegengeraden noch enger gemacht wurde.

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