Es vergeht derzeit keine Stunde, in der nicht neue Gerüchte und Spekulationen über die Zukunft von Siebenfachweltmeister Michael Schumacher in den Medienwald gejagt werden. Bekannt und auch wahr ist, dass sein Ferrari-Vertrag am Ende des Jahres ausläuft. Bekannt und wahrscheinlich auch wahr ist, dass der 37jährige Jahrhundertpilot noch nicht aufhören kann - zumindest erklärte er in letzter Zeit immer wieder, wie sehr sein Herz immer noch an der Formel 1 hängen würde. Und dass er sich nicht alt, sondern eher wie ein Junge fühlen würde.

Bleibt also noch die Frage, wo Michael Schumacher 2007 seine Karriere fortsetzen wird. Auch wenn ihm weniger gut gesinnte Journalisten nach seinem Melbourne-Lapsus "Alterserscheinungen" attestierten, ist Michael Schumacher immer noch der mit Abstand erfolgreichste Formel 1-Pilot aller Zeiten, der wohl kaum zum Jahreswechsel sein Fahrkönnen per Silvesterrakete gen Himmel geschossen hat. Zudem verfügt der Deutsche über einen unschätzbaren Erfahrungsschatz. Wie absurd die "Altersvorwürfe" sind, beweist zudem die Tatsache, dass ihm andere wiederum "zu viel Risikofreudigkeit" vorwerfen. Mit einem Wort: Michael Schumacher zählt ganz sicher immer noch zu den begehrtesten Piloten im Felde.

Mateschitz: Schön wär's!

Das weiß auch Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz. Der österreichische Energiegetränkemillionär hat in letzter Zeit mehrfach betont, dass man für Red Bull Racing mit der Verpflichtung von Stardesigner Adrian Newey, einem auf Toplevel operierenden Windkanal und anderen Maßnahmen die bestmöglichen Voraussetzungen geschaffen hat und dass man daher auch den besten erhältlichen Fahrer verpflichten möchte. Natürlich würden Michael Schumacher oder auch ein Kimi Räikkönen zur aktuellen Elite gehören, sagte Mateschitz schon vor geraumer Zeit, räumte jedoch ein, dass eine Verpflichtung des Kerpeners eher unwahrscheinlich sei.

Dietrich Mateschitz und Michael Schumacher sagen: Hallo!, Foto: Sutton
Dietrich Mateschitz und Michael Schumacher sagen: Hallo!, Foto: Sutton

Jetzt hat Mateschitz gegenüber Motorsport Aktuell sein Interesse an Schumacher bekräftigt - er habe zwar in den letzten Monaten nicht mehr als ein "Hallo!" mit ihm ausgetauscht, wolle aber "im Juni oder Juli" den Ex-Weltmeister kontaktieren, sagte der Red Bull-Boss. "Schön wär's", lachte Mateschitz, als er zu einer Schumacher-Verpflichtung angesprochen wurde. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich Schumacher bei Ferrari einen Kimi Räikkönen oder bei McLaren einen Fernando Alonso "antun" wolle, fügte er hinzu. Andererseits könne er sich auch vorstellen, dass Schumacher bei BMW andocken könnte, meinte der 61jährige.

Briatore: Vergessen Sie das!

Nicht erwähnt hat Mateschitz eine weitere theoretische Möglichkeit: Eine Rückkehr von Michael Schumacher in das Team von Flavio Briatore - schließlich hat Schumacher bei dem damals noch als Benetton firmierenden Rennstall seine beiden ersten WM-Titel erobert. Zudem ist Renault zurzeit das stärkste Team. Schumacher selbst hat erst unlängst gegenüber der Times erklärt, dass bei seiner Entscheidung eine Rolle spielen würde, "wie konkurrenzfähig das Team sein würde". Und auch sein gefuchster Manager Willi Weber hat von sich aus Renault ins Spiel gebracht und gegenüber Bild Gespräche mit Flavio Briatore angedeutet. "Flavio hat jetzt mal durchklingen lassen, dass wir vor einer möglichen Unterschrift bei Ferrari noch mal mit ihm reden sollten. Er hätte wohl Interesse", wurde Weber zitiert.

Schumacher und Briatore? Vergessen Sie es, sagt Flavio., Foto: Sutton
Schumacher und Briatore? Vergessen Sie es, sagt Flavio., Foto: Sutton

Jetzt hat Briatore gegenüber dem Autosprint-Magazin eine Rückkehr von Michael Schumacher mit recht drastischen Worten ausgeschlossen: "Vergessen Sie es! Genauso gut könnten Sie mich fragen, ob ich mit einer Neunzigjährigen ausgehen möchte."

Schumacher: Roter Zweijahresvertrag?

Und so kann man wohl am ehesten jenen Worten Glauben schenken, welche Michael Schumacher in dem erwähnten Times-Interview aussprach. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich bei der Farbe rot bleibe." Dass diese Farbe im kommenden Jahr auch jene von Kimi Räikkönen sein wird, wie dies der Schweizer Blick oder auch die österreichische Kronen-Zeitung behaupten - letztere kündigte sogar eine Bekanntgabe von Räikkönen als künftiger Ferrari-Pilot im Rahmen des Imola-GP an - ist derzeit zumindest immer noch unbestätigt. Interessant wäre die Paarung Schumacher/Räikkönen allemal - den Gerüchten zufolge soll Schumacher sogar "seinen Segen" zur Verpflichtung des Finnen gegeben haben.

Und während die einen noch an den jüngsten Gerüchten knabbern, werden in der Gerüchteküche bereits die nächsten Menü-Durchgänge vorbereitet. Eine taufrische Spekulation besagt, dass Schumacher und Ferrari die Verhandlungen längst gestartet, ja sogar bereits beendet haben und dass der Deutsche schon bei seinem Heim-GP Anfang Mai auf dem Nürburgring seine Vertragsverlängerung - um zwei weitere Jahre - mit den Roten verkünden werde.