Vor dem Australien GP ist immer viel los: Das ist sicherlich eines der am besten beworbenen Rennen. Am Mittwoch gab es ein Wohltätigkeitstennisturnier, an dem sieben oder acht Fahrer teilnahmen. Als Fotograf war es interessant Fotos einer anderen Sportart zu machen. Das Timing ist ganz anders, weshalb es sehr schwierig war den Ball im Bild zu haben. Und von den Fahrern bekommt man Bilder mit lustigen Gesichtsausdrücken.
Alonso streckt seine Zunge heraus, wenn er den Ball schlägt, Heidfeld hat einen schlechten Aufschlag und Rosberg sah wie eine Marionette aus. Ein Tennistrainer wäre von ihrer Haltung erschrocken gewesen, aber man konnte diese nur auf Bildern erkennen. Ansonsten spielten sie sogar ziemlich gut.
Die Australier trinken gerne einmal, aber sie haben auch eine sehr harte "Kein Alkohol am Steuer"-Kampagne mit Slogans wie "Wer am Steuer trinkt, ist ein dummer Idiot". Da ist es fast schon Ironie des Schicksals, dass das Rennen von Fosters gesponsort wird...
Der Paddock im Albert Park ist toll. Das Wetter war etwas kühler als sonst, aber die Fahrer saßen immer noch draußen, was für uns Fotografen natürlich großartig ist. Alonso nutzte die Gelegenheit wie in Bahrain für ein Sonnenbad. Als er uns bemerkte, drehte er seinen Stuhl herum und posierte für uns - auf einem der Fotos sieht er wie ein Sonnenanbeter aus. Danach holte er seine Kamera heraus und fotografierte uns.
Es war schön Leo Sayer im Paddock wieder zu sehen. Er verbrachte in den 80er Jahren viel Zeit in der Formel 1 und war ein Freund von Senna, Berger, Mansell und Stefan Johansson. Er interessiert sich für Fotografie und vor einigen Jahren legte er in Silverstone eine Fotoweste an und machte mit mir einige Fotos an der Strecke. Er hat mich seitdem nicht mehr vergessen und kam in Melbourne vorbei um hallo zu sagen. Er lebt jetzt in Sydney, von seinen alten Freunden sind nur noch ein paar in der F1 aktiv.
Im letzten Jahr durfte ich mit Anthony Davidson in einem Zweisitzer in Silverstone mitfahren. Das war der Preis für den Gewinn eines Boxenstopp-Wettbewerbs. In diesem Jahr nehmen wir wieder daran teil und die erste Runde wurde in Australien ausgetragen. Wir schafften einen Trainings-Stopp in 6,5 Sekunden. Das ist eine sehr gute Zeit, aber danach hatten wir ein Problem mit einem Vorderrad und schafften es nur in 7,91 Sekunden. Da die anderen Probleme mit einer Mutter hatten, waren wir trotzdem die Besten. Hoffentlich schaffen wir es wieder ins Finale, aber es gibt starke Konkurrenz aus Frankreich, Deutschland und China...
Letztlich möchte ich noch Super Aguri erwähnen. Wenn man bedenkt, dass sie ein vier Jahre altes Chassis einsetzen und das Team erst vor fünf Monaten zusammengestellt wurde, dann erledigen sie einen Superjob. Das wurde in Melbourne durch Takuma Sato untermauert, der einige Runden vor Barrichellos Werks-Honda fuhr. Während Honda einen englischen und einen brasilianischen Fahrer hat, hat Super Aguri einen japanischen Besitzer, einen japanischen Motor, japanische Reifen und zwei japanische Fahrer. Deshalb hat das Team in Land der aufgehenden Sonne einen echten Image-Boom erlebt und ist quasi zum japanischen Nationalteam geworden.
Vor dieser Saison war Fuji TV etwas besorgt, dass das Interesse in Japan zurückgehen könnte, da Sato vielleicht keinen Platz bekommen würde. Aber jetzt verbringen sie die meiste Zeit bei Super Aguri und die Newcomer stehlen Honda mehr und mehr vom japanischen Interesse. In Suzuka wird das die Hölle!

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