Liebe motorsport-magazin.com Leserinnen und Leser,
in Australien passiert für gewöhnlich immer viel und das haben wir auch dieses Jahr gesehen. Die Strecke ist sehr schnell und insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass schon zwei Rennen vorbei waren, haben einige Fahrer versucht, noch mehr Risiko einzugehen und haben voll drauf gehalten. Das ist dann in einigen Fällen schief gegangen, wie im Falle von Christian Klien und Michael Schumacher. Zum Glück hat sich dabei keiner verletzt.
Insgesamt haben wir ein spannendes und turbulentes Rennen mit einem weiteren Sieg von Fernando Alonso gesehen. Im ersten Moment habe ich jedoch die Entscheidung von Honda, den Motor von Button kurz vor dem Ziel hochgehen zu lassen, nicht verstanden. Nun bin ich eher geteilter Meinung: Es ist in der Tat so, dass Überholmanöver in Imola schwieriger sind, als in Australien oder Bahrain. Und zehn Plätze zu verlieren würde das Rennen nicht einfacher machen. Aber wenn man zurückblickt, war BAR beziehungsweise Honda in Imola immer sehr stark. In Australien startete Button von der Pole, also warum sollte das nicht auch in Imola möglich sein? Mit der Strafe wäre er immerhin noch Elfter.
Doch daran sieht man, dass es Honda weder um die Fahrer-, noch um die Team-WM geht. Es zählt nur der Sieg. Honda will unbedingt gewinnen. In Anbetracht dieser Tatsache hat Honda in Australien die richtige Entscheidung getroffen. Sie bekommen nun in Imola keine Strafe und haben eine große Chance das Rennen zu gewinnen.
Ansonsten denke ich, dass sich das Kräfteverhältnis seit Australien nicht großartig geändert hat. Die Teams werden kleinere Verbesserungen erzielt haben, aber große Sprünge sind in dieser kurzen Zeit nicht möglich. Am stärksten schätze ich in Imola McLaren ein. Kimi Räikkönen wird sich ein Duell mit Fernando Alonso um den Sieg liefern. Er war schon 2005 sehr schnell, nur fiel er dann nach einem Problem mit der Antriebswelle aus. Ohne Pech steht Kimi am Sonntag ganz oben auf dem Podest.
Komplette Saison in der FIA GT
Was mich betrifft, so bin ich sehr erfreut, dieses Jahr die komplette Saison in der FIA GT Meisterschaft zu fahren. Ich habe schon letztes Jahr die letzten vier Rennen auf der Gillet Vertigo Streiff bestritten und 2004 nahm ich mit Eric van der Poele am 24 Stunden Rennen von Spa-Francorchamps teil. Deshalb habe ich schon Erfahrungen mit der Gillet sammeln können und dieses Jahr bestreitet das Team Belgian Racing erstmals die komplette Saison.
Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir nun einen 4-Liter-Motor und daher mehr PS und Drehmoment. Die Basis des Autos ist ohnehin sehr gut und da es sich um ein kleines Auto handelt, ist dieses sehr wendig in den Kurven. Dazu haben wir neue Bremsen. Wir haben hohe Ziele und Tony Gillet möchte 2007 am 24 Stunden Rennen von Le Mans teilnehmen! Das ist unser Ziel für die Zukunft.
Dieses Jahr fahren wir noch in der G2-Klasse. Leider verkauft Gillet noch zu wenig Autos, um berechtigt zu sein, in der GT2-Klasse zu fahren. Aber das ist auch ein Ziel für die Zukunft und außerdem möchten wir gegen die GT2-Autos antreten.

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