Die großen Teams in der Formel 1 geben jährlich bis zu 300 Millionen Euro für den Sport aus, eine Summe, die vielen Verantwortlichen und auch den kleinen Teams schon lange ein Dorn im Auge ist. FIA-Präsident Max Mosley plädiert deshalb schon seit Jahren dafür, die explodierenden Kosten radikal zu reduzieren um den Wettbewerb interessanter zu machen. Da ein großer Teil des jährlichen Budgets der Teams durch die Motoren verschlungen wird, setzt sich Mosley nun für einen kompletten Stopp der Motorenweiterentwicklung ein. Heute will die oberste Motorsportbehörde in dieser Richtung Nägel mit Köpfen machen und hat diesen Punkt ganz oben auf die Agenda gesetzt.
Mosleys Idee, dass die Motoren von 2008 bis 2010 sozusagen eingefroren werden sollen, löste bei den großen Herstellern wie BMW, Honda, Toyota und Mercedes natürlich nicht gerade Begeisterung aus, obwohl der Vorschlag scheinbar ursprünglich sogar von Renault kam. "Wir sind nicht scharf darauf, die Motoren einzufrieren", sagte Honda-Chef Nick Fry zu Autosport. "Das macht das ganze für Motorenhersteller sehr unpraktisch." John Howett, Formel 1-Chef bei Toyota fügte hinzu: "Drei Jahre sind eine lange Zeit um einen Motor einzufrieren nachdem er nur eine sehr begrenzte Zeit gelaufen ist."
So wie es aussieht, haben die Hersteller aber keine große Wahl. Mosleys Plan sieht vor, dass jeder, der an der Weltmeisterschaft 2008 teilnehmen will, sich bis Ende März dafür einschreiben muss. Geschieht dies nicht, haben die Teams, die die Frist versäumen, danach kein Mitspracherecht mehr und müssen sich dann wohl oder übel mit den Gegebenheiten abfinden. Auf der heutigen Agenda der Sitzung steht in diesem Zusammenhang auch Mosleys Idee, den Teams genau 10 Tage ab Donnerstag Zeit zu geben, sich für die WM 2008 anzumelden, oder zu riskieren, ihren Platz zu verlieren. Danach würde die FIA mit einer "Reihe von Sitzungen mit den Teams beginnen, die sich für die Meisterschaft 2008 registriert haben um das Reglement festzulegen."
Bis zum 30 Juni dieses Jahres will Max Mosley das Reglement für 2008 unter Dach und Fach haben, auch wenn dieses Datum bisher wohl nur einen Eckpunkt darstellt. In einem Brief an die Teams legte der Engländer drei Hauptziele des Reglements für 2008 fest: Die Kosten zu reduzieren, den Unterhaltungswert zu verbessern und die Sicherheitsstandards zu erhalten und, wenn nötig, zu verbessern.
Interessanterweise findet die FIA-Sitzung heute genau zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Verhandlungen mit den rebellierenden Teams, die mit einer eigenen Serie ab 2008 drohen, offenbar ins Stocken geraten sind. Die Pläne, die Motoren einzufrieren, könnten auf die Teams, die um mehr Mitspracherecht, eine größere Transparenz in der Formel 1 und einen größeren Anteil an den finanziellen Erlösen kämpfen, erheblichen Druck ausüben, wollen sie ihr Mitspracherecht in dieser Angelegenheit nicht komplett aufs Spiel setzen.

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