Mit einem siebten Platz im Rennen von Bahrain und Startplatz drei beim Grand Prix von Malaysia war Nico Rosberg die große Überraschung der ersten beiden Saisonrennen des Jahres 2006. Ein Motorplatzer setzte dem Rennen des 20-jährigen in Sepang jedoch ein jähes Ende. "Natürlich war ich enttäuscht, aber alles in allem denke ich, es war ein gutes Wochenende für mich", schreibt er in seiner Kolumne für Sponsor Castrol.

"Es ist sehr schade, dass mein Rennen wegen des Motorschadens schon nach sieben Runden vorbei war", erinnert sich Rosberg, "denn ich denke, mit unserer Strategie hätten wir leicht in die Punkte fahren können, wahrscheinlich knapp vor oder hinter den Ferrari, also wohl entweder Fünfter oder Siebter." Einen Platz auf dem Podium hält Nico aber für eher unwahrscheinlich, weil "Alsonso, Fisichella und Button viel schneller waren und schon am Start vor uns lagen."

"Ich hatte keinen guten Start in Sepang und habe auch einen Fehler gemacht", schreibt er weiter. "Wahrscheinlich habe ich mich zu sehr auf Mark (Webber) konzentriert. Ich dachte, er wäre der einzige, gegen den ich in der ersten Kurve kämpfen musste, und dann hat das uns beiden geschadet, weil Alonso uns beide überholt hat." Fehler einzugestehen ist für Nico offenbar kein Problem. "Es war meine Schuld", gibt er unumwunden zu. "Ich habe versucht, auf Mark Druck zu machen und ihn auf die dreckige Seite der Strecke zu drängen um so zu verhindern, dass er mich überholt. Es war wie mit jedem anderen Fahrer weil das Team gesagt hatte, 'so lange ihr euch nicht gegenseitig aus dem Rennen werft, habt ihr frei Fahrt.'" Dass er in diesem Fall besser bedient gewesen wäre, nachzugeben, weiß Rosberg jetzt auch.

"Ich hätte akzeptieren sollen, dass Mark da war und wir hätten zusammenarbeiten sollen um durch die erste Kurve zu kommen ohne von anderen überholt zu werden." Das wird ihm nicht noch einmal passieren, verspricht Nico und mit seinem Teamkollegen habe er die Situation mittlerweile geklärt. Glücklich ist der Youngster aber über sein Ergebnis im Qualifying, das ihn selbst wohl am meisten überrascht hat. "Ich hätte nicht erwartet, dass ich bis auf den dritten Platz kommen würde, da war ich selber ziemlich überrascht." Dass er seinen Teamkollegen hinter sich lassen konnte, war aber keine Überraschung. "Wir waren in den Tests schon immer sehr nah zusammen und so war ich da nicht überrascht, dass ich vor ihm war. Ich habe ganz fest an mich geglaubt, also warum sollte ich nicht schneller sein?"

Grand Prix in der Sauna

Der Grand Prix von Malaysia, das heißeste und anstrengendste Rennen des Jahres, hat dem Rookie körperlich doch recht zugesetzt, gibt er zu. "Ich glaube, das Rennen wäre sehr hart geworden, aber ich bin ja nicht sehr weit gekommen und so war es schlussendlich nicht allzu anstrengend." Trotzdem ist Nico sicher, dass er auch die gesamte Distanz durchgehalten hätte. Wie alle anderen hatte er vor dem Start auch jede Menge getrunken und versucht, sich soviel Kühlung wie möglich zu verschaffen. Die hohen Temperaturen im Auto seien aber doch eine sehr große Herausforderung. "Es gibt keine extra Kühlung im Auto, unter den feuerfesten Overalls und dem Helm. Es ist fast so. Als würde man einen Grand Prix in der Sauna fahren."

Das nächste Rennen in Melbourne ist, wie auch das vergangene in Kuala Lumpur, völliges Neuland für den Williams-Piloten, aber er ist zuversichtlich, dass er auch diese Strecke schnell lernen wird. "Ich habe den Kurs in Malaysia auch nicht gekannt und es hat wunderbar geklappt. Ich glaube, es fällt mit leicht, neue Strecken zu lernen, was mir dieses Jahr durchaus noch zugute kommen kann."

Vor dem nächsten Einsatz freut sich Nico nun auf ein paar Tage Entspannung am Strand. "Die letzen beiden Wochenenden waren doch eine ganz besondere Erfahrung und ich brauche sicher ein paar Tage, um das alles zu verarbeiten und den Adrenalinspiegel meiner ersten zwei Grand Prix wieder auf normal zu bringen."