Hattest Du Dich schon auf die ersten Punkte der Saison gefreut?
Nick Heidfeld: Du hast im Auto nicht so viel Zeit um dich auf etwas zu freuen. Idealerweise konzentrierst du dich darauf, was du gerade machst. Aber ich war mir sicher, dass der Wagen hält. Schließlich waren ja nur noch acht Runden zu fahren und es hatte sich auch überhaupt nichts angekündigt. Deshalb sah ich gar kein Problem. Aber plötzlich kam es [schnippt mit dem Finger] wie aus dem Nichts.
Wo lagen Deine Drehzahlen? Ganz normal oder am Limit?
Nick Heidfeld: Ganz normal. Sie waren schon im hohen Bereich, aber normal und nichts wo wir hätten besorgt sein müssen.
Ihr hattet kein Problem die Ferrari hinter Euch zu halten?
Nick Heidfeld: Nein, was mich aber doch verwundert hat. Selbst wenn Ferrari die Drehzahl [nach den vielen Motorschäden] heruntergenommen hat, dann waren wir nur knapp hinter Montoya.
Wie zufrieden seid Ihr Fahrer nach zwei Rennen mit den Motoren?
Nick Heidfeld: [verzieht das Gesicht]
Ihr könnt nicht zufrieden sein...
Nick Heidfeld: Natürlich nicht. Im Winter hatten wir keine Probleme, aber jetzt haben 8 Runden gefehlt, die das Auto zu wenig gehalten hat. Auf der anderen Seite sind wir nicht die einzigen. Das hilft uns natürlich nicht, aber es setzt das Ganze in Relation.
Lag es an der Hitze?
Nick Heidfeld: Das kann schon sein. Ich glaube aber nicht, dass wir über der Temperatur gefahren sind. Sonst hätte ich einen Funkspruch erhalten, dass ich die Drehzahl runter nehmen oder etwas anderes verstellen soll.
Was fällt Dir zu Deinem Start ein?
Nick Heidfeld: Der war super! Die Startzeit wäre selbst für einen V10-Motor gut gewesen und auch die erste Kurve hat genau gepasst.
Wo steht Ihr nach den ersten beiden Rennen?
Nick Heidfeld: Renault, Honda, McLaren, Ferrari und Williams sind vor uns. Heute war Ferrari zwar hinter uns, aber unser Ziel ist es sich nach vorne zu orientieren. Das haben wir hier bereits geschafft, was mich wie gesagt etwas überrascht hat. Denn im Qualifying waren wir nicht in der Lage vorne mitzufahren. Unser Rennspeed war deutlich besser.
Was erwartest Du jetzt von Australien?
Nick Heidfeld: Ich bin sehr gespannt wie warm es dort ist und was die Reifen machen. Auch wenn ich es am Anfang nicht geglaubt habe, aber man hört mittlerweile von Bridgestone, dass sie eine bestimmte Temperatur brauchen um schnell zu sein, was früher ja genau andersherum war. Aber anscheinend haben sie jetzt solche Sorgen. Deshalb bin ich gespannt wie gut sie dort funktionieren werden.
Was muss bei Euch am dringendsten verbessert werden?
Nick Heidfeld: Natürlich die Standfestigkeit. Außerdem müssen wir herausfinden, warum wir im Rennen und Qualifying unterschiedliche Pace haben. Auch wenn ich in Bahrain gesagt habe, dass der Rennspeed nicht so schlecht gewesen ist, bin ich doch davon überzeugt, dass die Qualifyingpace besser war. Hier war es genau andersherum. Das müssen wir verstehen lernen.
Wie lange dauert es die Enttäuschung wegzustecken?
Nick Heidfeld: Es dauert schon ein bisschen, aber es ist einfacher wegzustecken, da ich weiß, dass ich bis zum Ausfall ein gutes Rennen gefahren bin. Wenn ich einen Fehler gemacht hätte, würde ich deutlich länger daran knabbern. Aber vier Punkte ist für uns eine Menge und die zu verlieren ist schon sehr schade.
Am Pressegespräch nahm für motorsport-magazin.com Karin Sturm teil.



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