Als er aus dem Auto stieg, jubelten die Ferrari-Ingenieure und Mechaniker Michel Schumacher fast so zu, als hätte der eben eine Weltmeisterschaft gewonnen.

Der Paukenschlag, mit dem sich Schumacher im Kreis der Top-Favoriten in der Formel 1 zurückmeldete, war schließlich gleich ein doppelter: Nicht nur, dass er sich in Bahrain beim ersten Qualifying nach dem neuen, spektakulären K.O.-System gleich ganz knapp vor seinem Teamkollegen Felipe Massa die Pole Position sicherte. Es war auch gleichzeitig die Einstellung eines historischen Rekords - Schumacher hat jetzt die einstmals für völlig unschlagbar gehaltenen 65 Pole Positions des Brasilianers Ayrton Senna erreicht. "Etwas, was mich stolz macht."

Was Schumacher gar nicht wusste: Direkt in der Nachbar-Box von Ferrari, bei McLaren-Laren-Mercedes, verfolgte Bruno Senna, der 22-jährige Neffe des 1994 in Imola tödlich verunglückten legendären Champions das Qualifying.

Der Sohn von Sennas Schwester Viviane fährt in Bahrain in einem Prominentenrennen mit und wird in diesem Jahr seine zweite Saison in der englischen Formel-3-Meisterschaft bestreiten - im Team von Kimi Räikkönens Manager Steve und Dave Robertson.

Bruno Senna war im ersten Moment ein bisschen traurig: "Ich gebe zu, ich habe meinem Landsmann Felipe Massa die Daumen gedrückt, dass er Michael noch abfängt. Aber andererseits war ja klar, dass das irgendwann passieren würde. Schließlich hat Schumacher inzwischen fünf Formel-1-Jahre mehr als Ayrton und durch die neuen Qualifying-Regeln mit den verschiedenen Spritmengen sind diese Vergleiche ja sowieso alle relativ..."