Es scheint in der Formel 1 Mode zu werden, dass große Rennställe Junior-Teams an den Start schicken, um ihren Nachwuchs auszubilden. Red Bull macht es vor, und warum sollten nicht auch andere die Möglichkeit ergreifen, es ihnen nachzutun? Nach dem Umbau der alten McLaren-Fabrik in Woking bei London werden die Spekulationen lauter, dass auch der Traditionsrennstall in naher Zukunft ein so genanntes B-Team einsetzen könnte. Bereits seit Ende vergangenen Jahres wird McLaren mit der japanischen Investment Firma Direvix in Verbindung gebracht, die plant, 2007 mit Jean Alesi als Teamchef in die Formel 1 einzusteigen.

Ron Dennis ließ heute in Bahrain verlauten, dass man durchaus die Möglichkeit in Betracht ziehe, dass ein B-Team mit alten Teilen von McLaren fahren würde. Ob das legal sei, müsse aber erst überprüft werden. Im Concorde Agreement ist festgelegt, dass jedes Team sein eigenes Auto konzipieren und bauen muss und keine alten Autos von anderen Teams einsetzen darf. Dennis räumte aber ein, dass ein zweites Team durchaus möglich wäre, wenn der finanzielle Aspekt dies rechtfertigte.

"Ich denke, wir müssen erst Klarheit haben, was man tun darf und was nicht," sagte er. "Ob man alle oder auch nur einige Elemente eines Autos im darauffolgenden Jahr einsetzen darf. Wir haben unsere alte Fabrik komplett neu renoviert, sie ist absolut wie neu. Sie ist besser als vielleicht die einiger anderer Teams, die in der Formel 1 fahren, und wir haben diese Investition getätigt damit wir auf alle Fälle die Möglichkeit haben, ein zweites Auto einzusetzen. Wir werden auch nicht zögern, langfristig in ein zweites Team zu investieren, wenn wir das Gefühl haben, dass das Geschäft das rechtfertigt."