Nach langen Monaten der F1-Dürre und der verschneiten europäischen Winterpause geht es am kommenden Wochenende endlich wieder los: Die Motoren heulen auf, die Autos fahren (jedenfalls hin und wieder) und die Fans feiern.

Entsprechend freuen sich alle Beteiligten, angefangen bei den Fahrern über die Teammitglieder bis hin zu den Fans und Berichterstattern, dass die winterlichen Ratespiele wieder bedeutungsvoller Motorsport-Action weichen.

Obwohl die Aufbruchsstimmung und Begeisterung dieselbe wie vor jedem Saisonstart ist, scheint aber etwas zu fehlen. Etwas ist definitiv anders: Statt der spätsommerlichen australischen Gartenparty-Atmosphäre des Fahrerlagers von Melbourne, weht ein sandiger Wind durch den Paddock. Der F1-Tross hat seine Zelte diesmal nicht im idyllischen Albert Park zu Melbourne, sondern in der Wüstenoase von Bahrain aufgeschlagen.

Fanden die Teams sich vor genau einem Jahr noch in der vor saftig grünen Pflanzen nur so im Wind raschelnden Partyzone von Melbourne ein, sind sie nun so weit das Auge reicht von einem schier unendlichen Meer aus Sand umgeben.

Warrd: Ein Kultgetränkt muss weder schmecken noch gut riechen., Foto: Sutton
Warrd: Ein Kultgetränkt muss weder schmecken noch gut riechen., Foto: Sutton

Nichts mehr mit saftig grünen Wiesen. Hier ist der von unzähligen Tonnen verwehter Sandkörner bedeckte Wüstenboden rau und herb. Steinklippen sind über das gesamte Sichtfeld verstreut. Beim Bau der Strecke sorgte das vor einigen Jahren noch für jede Menge explosive Ereignisse.

An den kommenden drei Tagen sollen die Explosionen nur auf dem Spezialasphalt erfolgen; und zwar in Form von Leistungsexplosionen.

Im letzten Jahr war es Giancarlo Fisichella, der beim Saisonauftakt in Downunder überraschend über sich hinauswuchs und den großen Coup landete. Beinahe genauso ausgelassen wie der Italiener, feierten die roten Bullen der Neueinsteiger von Red Bull Racing ihr geglücktes GP-Debüt.

Bei ihren Siegeszeremonien müssen die Sieger des Auftaktrennens 2006 aber nicht nur auf das Grün des Albert Park verzichten. Auch die obligatorische Champagnerdusche steht auf dem Index. Stattdessen müssen sie sich mit dem höchstinteressanten, aber reichlich schrägen Mixgetränk Warrd anfreunden.

Zur Erinnerung: Dieser in Flaschen abgefüllte Drink wurde speziell für den Grand Prix zusammengemixt und besteht unter anderem aus Granatäpfeln, bitteren Orangen und Rosenwasser. Wer jetzt hofft, dass Warrd wenigstens besser schmeckt als es sich anhört, der wird von Michael Schumacher enttäuscht: Es riecht nur besser als es schmeckt.

Die Feierlaune der Teams wird allerdings auch trotz der Geschmacks- und Geruchsintensität des einheimischen Champagner-Ersatzes dazu ausreichen, um die Wüste zum Leben zu erwecken. Und zum Trost geht es ja nur wenige Wochen später wieder in den heiß geliebten Party Park von Melbourne.