Wenige Tage vor dem Saisonauftakt ist Michael Schumacher zuversichtlich, auch in seiner 15. Formel 1-Saison ein Wörtchen um die Weltmeisterschaft mitzureden.

In diesem Winter ist Michael Schumacher wohl mehr Testkilometer gefahren als in den vergangenen Jahren zusammen. Nach der enttäuschenden Saison 2005 wollte der 7-fache Weltmeister so gut vorbeireitet in die neue Saison gehen wie nur eben möglich. Die letzten Erkenntnisse aus Mugello stimmen den 37-jährigen zuversichtlich.

"Dieser Kraftakt über den Winter hinweg ist wirklich beeindruckend und zeigt mal wieder, warum Ferrari etwas so besonderes ist", sagte Michael Schumacher vor seiner Abreise morgen nach Bahrain auf seiner Homepage. "Ich bin davon überzeugt, dass unser 248 F1 das Potenzial dazu hat, in den WM-Kampf einzugreifen. Auch wenn wir zuletzt wegen des manchmal ungünstigen Wetters nicht so viele Kilometer haben abspulen können wie wir uns gewünscht hätten, lässt mich das zuversichtlich in die Saison gehen. Selbst wenn wir also in den ersten Rennen eventuell nicht gleich gewinnen könnten, haben wir aufgrund unserer Arbeit doch sehr konkrete Vorstellungen darüber, wie sich das Auto über das Jahr hinweg verbessern wird. Das ist sehr wertvoll. Ideal wäre es daher also, zumindest Punkte aus dem Saisonauftakt mitzunehmen. Wir reisen auf jeden Fall voll motiviert zu den Rennen in Bahrain und Malaysia."

Die größten Zuverlässigkeitsprobleme, die die Scuderia zu Beginn des Winters hatte, scheinen gelöst zu sein und gegenüber einigen anderen Teams haben die Roten einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Vorteil. Das Team hat in Bahrain ausgiebig getestet und kann somit auf Daten zurückgreifen, die Konkurrenz von Renault und McLaren nicht hat. "Das waren die ersten Tests unter wärmeren Bedingungen seit langem", sagte Schumacher, "und sie fanden auf der Grand-Prix-Strecke statt. Das kann kein Nachteil sein. Im Gegenteil: es dürfte uns einen gewissen Vorsprung geben für die Vorgehensweise bei Reifen- und Abstimmungswahl."

Zweifel an neuem Qualifying-Modus

Der neue Ausscheidungsmodus beim Qualifying ist Neuland für alle Teams und konnte auch bei den Tests nicht simuliert werden. Schumacher sieht dem allerdings gelassen entgegen. "Ich will da erst einmal abwarten. Es ist immer einfach, Kritik schon im Vorhinein zu üben, aber das ist nicht so mein Ding. Ich schaue mir das lieber erst mal in Ruhe an und bilde mir dann meine Meinung. Ich denke aber auf jeden Fall, dass es eine Herausforderung sein wird, dieses System den Zuschauern zu erklären. Mal schauen; bisher haben wir uns auf Neuerungen immer sehr gut einstellen können."

Und wer ist für Michael Schumacher der absolute Titelfavorit in der Saison 2006? Wird er selbst wieder um die WM-Krone mitkämpfen können? "Renault sieht momentan am stärksten aus, gefolgt von drei Teams: Honda, Mercedes und Ferrari. In meinen Augen wird das eine sehr enge Saison werden. Ich glaube, die Teams liegen diesmal sehr dicht beieinander, so dass wir uns auf einen harten Kampf um die Titel gefasst machen müssen. Uns ist das gerade recht, so etwas spornt uns umso mehr an, und für den Sport und die Zuschauer ist das eine tolle Sache. Ich glaube, jeder kann sich auf dieses WM-Jahr richtig freuen. Daher ist es gut, dass es nun endlich losgeht."