"Mein erklärtes Ziel ist der Weltmeister-Titel", erklärte Jenson Button gegenüber ITV. Man kennt das bereits und so ist es auch nicht sonderlich aufregend - tatsächlich jedoch wartet Button, der als blutjunger Komet in die Formel 1 stürmte, immer noch auf seinen ersten Grand Prix-Sieg. Mittlerweile hat der Brite schon mehr als hundert Formel 1-Rennen bestritten - es wäre also auch an der Zeit, diese Schwelle hin zum ersten Sieg zu überschreiten.

Button ist immer noch die große Hoffnung jener Nation, die sich als "Mutter des Motorsports" fühlt. Der japanische Automobilgigant Honda hat nach dem Pleitejahr 2005 die Konsequenz gezogen und das komplette British American Racing-Team aufgekauft. Ähnlich wie bei Erzkonkurrent Toyota gibt es ein ordentliches Budget und eine Vorstandsetage, die sich nicht mehr und nicht weniger als Siege und schließlich den Titelgewinn erwartet.

Die neuen V8-Motoren betrachtet Jenson Button als Vorteil, sie würden aufgrund des schwächeren Drehmoments weniger Fehler verzeihen. Button gilt als einer der Piloten mit dem ruhigsten Fahrstil, er sagt: "Es gibt nicht genügend Drehmoment, um sich nach einem Fehler einfach mit einem Tritt auf das Gaspedal wieder aus der Affäre ziehen zu können. Aber das ist gut und ich denke, das wird den Rennsport noch interessanter gestalten."

Es muss 2006 eindeutig ein runderer Fahrstil gepflogen werden, das haben alle Fahrer bestätigt. Testpilot Ricardo Zonta erklärte uns in einem Toyota-Tischgespräch, dass mit den neuen Motoren bereits in der Kurvenmitte wieder auf das Gaspedal gestiegen wird, während man im Vorjahr eher am Kurvenausgang herzhaft auf das Pedal treten konnte (tat oder tut man es zu stark, sorgt(e) die Traktionskontrolle dafür, dass man nicht mit ausbrechendem Heck einen ungeliebten Botanikausflug absolviert). "Man muss möglichst viel Speed in die Kurven mitnehmen", sagte Zonta. Für Button bedeutet das, dass der bessere Fahrer belohnt wird.

Allerdings stellt sich die Frage, ob "runder" auch gleichbedeutend mit "besser" ist. Ein Jean Alesi beispielsweise war mit Sicherheit kein schlechter Formel 1-Pilot. Mit seinem aggressiven Fahrstil jedoch hätte er in der "Formel Rund" des Jahres 2006 so gut wie keinen Auftrag. Wie auch immer: Es würde dem Anspruch einer obersten Automobilsportklasse viel mehr entsprechen, wenn sich die weltbesten Autolenker nicht auf die schützende Hand der knatternden Traktionskontrolle verlassen könnten. Deshalb auch freuen sich viele Piloten auf das Ende der TC.