Als Esteban Ocon im Juni auf die anhaltenden Formel 1-Gerüchte um sein Haas-Cockpit angesprochen wurde, ging ihm noch der Hut hoch. Die Spekulationen, wonach der Franzose vor dem vorzeitigen Aus bei Haas steht, sind bis heute nicht verstummt.

Japanische Medien berichteten zuletzt von einer umfassenden Liste an Ersatzkandidaten, die bei den Teamverantwortlichen in der Schublade liegen soll. Doch als Ocon vor der F1-Premiere auf dem spanischen Stadtkurs in Madrid erneut auf das heikle Thema angesprochen wurde, fiel seine Reaktion komplett anders aus.

Ocon bestätigt Gespräche mit Haas

"Natürlich führen wir Gespräche über die Zukunft", erklärte Esteban Ocon deutlich entspannter. Selbst als er auf die potenziellen Kandidaten für das Haas-Cockpit angesprochen wird, bleibt er ruhig. "Das Team darf andere Fahrer testen, wenn es möchte." Nach dem Großen Preis der Niederlade absolvierten Ferrari-Junior Rafael Câmara, McLaren-Reservefahrer Leonardo Fornaroli und Haas-Ersatzfahrer Ryo Hirakawa für Haas einen TPC-Test (Testing Previous Cars) in Portugal.

Vor Ort in Madrid: Irre F1-Strecke - Gefährlicher Wahnsinn oder Fahrer-Traum? (10:13 Min.)

Für Ocon steckt dahinter jedoch nichts weiter als eine Einnahmequelle für den Rennstall:"Es ist klar, dass im Team die Fahrer nicht das Problem sind. Wenn Ollie und ich das Auto haben, um Leistung zu bringen, dann tun wir das auch." Ganz anders sieht das Günther Steiner. Für den früheren Haas-Teamchef ist Ocons Zeit bei Haas spätestens Ende 2026 abgelaufen. Vor allem im Vergleich zu Teamkollege Oliver Bearman würde der Franzose einfach schlecht aussehen.

Im internen Duell hat Bearman seinen Teamkollegen derzeit im Griff. Im Qualifying-Duell steht es 10:5 für den Briten, der zudem als einziger Haas-Pilot den Sprung ins Q3 schaffte (beim GP von China). "Ollie macht einen sehr guten Job, und bei Esteban ist es einfach so: Das ist das Maximum, was er leisten kann. Der Unterschied ist einfach zu groß. Ich glaube, das ist derzeit der größte Unterschied zwischen Teamkollegen in der Meisterschaft. Vor allem im Qualifying", erklärte Steiner im Podcast "The Red Flag".

Ganz so schlimm ist es dann doch nicht, denn bei Williams hat Carlos Sainz mit 10:3 Alex Albon ebenfalls fest im Griff. Genauso deutlich sieht es bei Aston Martin (Alonso vs. Stroll 10:2) und Alpine (Gasly vs. Colapinto 10:3) aus. Auch bei Red Bull Racing hat Max Verstappen seinen Teamkollegen wie schon in den Jahren zuvor im Qualifying (8:3) fest im Griff, wobei Hadjar aufgrund seiner Verletzung in Zandvoort und Monza ausfiel. Auch in Madrid wird er fehlen.

F1 Saison 2026: Unbeständigkeit der Autos beschäftigt Hass

Ocon selbst hat eine ganz einfache Erklärung für den Rückstand auf seinen Haas-Teamkollegen: "Wir haben immer noch mit der Unbeständigkeit zwischen den Autos zu kämpfen. Das ist es, was uns im Moment schadet. Ollie hatte letzte Woche ein Auto, das die erwartete Leistung erbracht hat, und auf meiner Seite war das nicht der Fall. In Budapest zum Beispiel war das jedoch ganz anders, wo er mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte." In Budapest, Zandvoort und Monza gelang Ocon zumindest dreimal in Serie der Sprung ins Q2.

"Natürlich ist es nicht Q3, aber ich habe das Gefühl, das Maximum aus dem Auto herausgeholt zu haben. Es blieb nichts auf der Strecke liegen. Es ist zwar nicht das Ergebnis, das wir wollen, da wir mehr Pace brauchen, um um Punkte zu kämpfen. Aber es tut gut zu wissen, dass wir das Potenzial des Fahrzeugs voll ausgeschöpft haben. Wir arbeiten hart an den Schwachstellen und sind auf einem guten Weg", so der Franzose abschließend.