Nach einer turbulenten Debütsaison hat sich Kimi Antonelli im Jahr 2026 zum vollwertigen Formel-1-Titelanwärter entwickelt. Der Mercedes-Pilot führt derzeit mit 59 Punkten die WM-Tabelle an und überzeugt durch seine beeindruckende Form. Formel-1-Experte Christian Danner zeigt sich in der neuesten Bonusfolge des AvD-Motorsport-Magazins begeistert über die Entwicklung des jungen Italieners. Doch nicht jeder Rookie startete unter so idealen Bedingungen.

"Man muss dem Antonelli schon ein besonderes Lob aussprechen", adelt Danner den Mercedes-Youngster. "Auch wenn er Glück hat, dass das Auto genauso ist, wie er es braucht. Aber die Form, die er auch jetzt nach der Sommerpause behalten hat, ist absolut beeindruckend und vor allem ist es sichtbar in Ergebnissen. Das gilt natürlich für die anderen nur in einem bestimmten Rahmen."

Antonelli beeindruckt Danner: "Absolut außergewöhnlich!" (04:29 Min.)

Hadjar überzeugt bei Red Bull - Lawson zeigt im Schwesterteam Reife

Während Antonelli mit Mercedes um den WM-Titel kämpft, gestalten sich die Voraussetzungen für andere Nachwuchstalente deutlich schwieriger. Eine Ausnahme bildet Isack Hadjar, der 2026 zu Red Bull befördert wurde und sich damit ebenfalls in einem der vier Top-Teams beweisen darf.

Mit Max Verstappen als Teamkollegen und dem zickigen RB22 wurde dem Franzosen jedoch eine Mammutaufgabe zugemutet. Danner stellt ihm dennoch ein hervorragendes Zeugnis aus. "Hadjar arbeitet sich kontinuierlich an Verstappen heran. Da muss man auch sagen, das ist fantastisch, was er abliefert", so der F1-Experte.

Wie Hadjar in seiner ersten Saison bei Red Bull im Vergleich zu Verstappen wirklich abschneidet, erfahrt ihr hier:

Während Hadjar durch die Red-Bull-Beförderung den nächsten Schritt in seiner Karriere machen konnte, musste sein letztjähriger Teamkollege Liam Lawson, der 2025 seine erste vollständige Saison in der Formel 1 absolvierte, einige Rückschläge einstecken. Nach einem schwierigen Saisonstart bei Red Bull wurde er nach nur zwei Rennen wieder zu den Racing Bulls versetzt und durch Yuki Tsunoda ersetzt. Dennoch sieht Danner eine positive Entwicklung.

"Er fährt dieses Jahr nicht mehr ganz so 'erratic', also so unberechenbar wie letztes Jahr. Das ist natürlich schön zu sehen, denn schnell war er ja immer", so Danner. "Und den Speed konnte er ins nächste Jahr herüberretten und das Beste aus den Situationen machen." Zuletzt sprang Lawson in Zandvoort für Hadjar ein, der sich beim Boxtraining in der Sommerpause eine Verletzung an der Hand zugezogen hatte, und überzeugte bei Red Bull prompt mit einem starken siebten Platz im Rennen.

Stark im schwachen Auto: Danner adelt die Mittelfeld-Rookies

Auch Franco Colapinto sei laut dem Formel-1-Experten über sich hinausgewachsen und hätte sich trotz schwankender Leistungen und technischer Rückstände bei Alpine wacker geschlagen. Ebenso wie Gabriel Bortoleto im Audi. "Er ist für Hülkenberg zu einer echt harten Nuss geworden", meint Danner. "Damit hat er seine Extraklasse bestätigt." Das Problem sei laut dem Experten nur, dass "man in diesem Teil des Feldes halt schon anderthalb bis zwei Sekunden hinter den Antonellis dieser Welt ist. Da wird es also immer schwierig zu zeigen, was man wirklich kann."

Das schwerste Los hat in dieser Hinsicht Oliver Bearman gezogen. Der Brite aus dem Ferrari-Kader musste seine Hoffnungen auf ein Stammcockpit bei der Scuderia nach der Verpflichtung von Lewis Hamilton erst einmal begraben und absolviert nun weitere Lehrjahre bei Haas. "Er sitzt im langsamsten Auto, aber das macht ihn keineswegs zu einem schlechteren Fahrer", meint Danner. "Er ist dadurch sicherlich reifer und besser geworden, aber das Auto passt halt überhaupt nicht im Moment."

Haas kämpft 2026 mit einem starken Performance-Defizit. In den letzten sechs Rennen ging das amerikanische Team immer leer aus. In Monza soll sich die Leistung durch ein Update aber verbessern. Alles dazu erfahrt ihr in folgendem Artikel:

Danner schwärmt von Formel-1-Zukunft: "Eine ganz tolle Generation"

Mit Blick auf Arvid Lindblad, den einzigen Rookie in der aktuellen Saison 2026, schließt sich der Kreis der Danner-Lobeshymnen. "Reingesessen, schnell gewesen, Rennen supergut zu Ende gefahren", fasst der Experte Lindblads bisherige Debütsaison zusammen.

Danners Rookie-Zeugnisse fallen also durchwegs positiv aus. "Das ist eine ganz tolle Generation, die mit viel Vehemenz in die Formel 1 gekommen ist", findet er. "Mit denen werden wir uns sicher die nächsten fünf bis sechs Jahre beschäftigen dürfen. Und ich finde, sie haben sich bis jetzt top bewährt."