Turbulente letzte Sekunden im Qualifying der Formel 1 in Österreich! Ein Crash von Max Verstappen sorgt für eine Pole von George Russell, der seine letzte Runde scheinbar trotz gelber Flaggen durchzog. Eine sofort gestartete Ermittlung blieb jedoch folgenlos.

Das Ergebnis: Hinter Russell landen damit die beiden Ferraris von Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Kimi Antonelli steht dumm da - er nahm unter der gelben Flagge deutlich raus und brach seine letzte Runde ab. Davor hatte er das Qualifying praktisch durchgehend angeführt, so startet er nur vom vierten Platz.

Verstappen blieb nach dem Crash nur P5, aber die schwachen McLaren konnte er immerhin hinter sich lassen. Bei brutaler Hitze nahe der 34-Grad-Marke präsentierte sich das Hinterfeld sauber gruppiert. Beide Racing Bulls schafften die Top-10, Audi und Alpine blieben diesmal außen vor.

Q1 in Österreich: Audi zittert, George Russell hadert

Wie üblich war es für die vier Top-Teams keine Hürde, in Q2 einzuziehen. Daher fuhren die meisten von ihnen nur eine Runde. Nicht so aber George Russell, der schon sehr früh loslegte und auf dem gleichen Soft-Reifensatz insgesamt drei Runden versuchte. Näher als 0,315 Sekunden kam er aber an Pacesetter Kimi Antonelli nicht heran.

Audi geriet am Ende noch einmal etwas unter Druck, Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg waren zeitweise unter den Strich und brauchten saubere letzte Runden. Das schafften sie aber, und kegelten damit die beiden Williams von Carlos Sainz und Alex Albon raus. Sainz fehlten dann 21 Tausendstel auf Esteban Ocon, der den letzten Q2-Platz eroberte. Cadillac war trotz Update über sieben Zehntel zu langsam, und Aston Martin mangels Update desolat wie immer.

Qualifying - Session Q1
Zwischenfälle:-
ausgeschieden:17. Sainz - 18. Albon - 19. Perez - 20. Bottas - 21. Alonso - 22. Stroll
Top-5:1. Antonelli - 2. Norris - 3. Hamilton - 4. Lawson - 5. Russell

Q2 in Österreich: Toto Wolff ermahnt George Russell, Red Bull fast blamiert

Eigentlich hätte auch Q2 für die Top-Autos kein Problem sein sollen, aber zwei spielten mit dem Feuer. Zuerst einmal George Russell, der - während Antonelli die nächste Bestzeit fuhr - nun ernstes Nervenflattern zeigte und seine erste Runde nach Verbremser abbrechen musste. Das resultierte vor Beginn seines zweiten Versuchs in einem mahnenden Funkspruch von Toto Wolff: "George, fahr einfach."

Mit einem sicheren zweiten Anlauf sprang Russell auf P4 vor und sicherte sich gegen ein peinliches Ausscheiden ab. Das passierte dafür beinahe Red Bull. Max Verstappen fuhr auf seinem gebrauchten Q1-Soft eine so gute Runde, dass das Team entschied, ihn am Schluss in der Garage zu lassen.

Das wurde zu einer echten Zitterpartie, bei der Verstappen Schritt für Schritt von Isack Hadjar und beide Racing Bulls bis auf P10 durchgereicht wurde. Doch es blieb bei diesem P10. Der Reihe nach scheiterten Alpine, Haas und Audi an der Verstappen-Zeit. Pierre Gasly hätte nur vier Hundertstel gebraucht, Gabriel Bortoleto etwas über eine Zehntel. Nico Hülkenberg wurde auf P14 doch deutlich vom Teamkollegen um über drei Zehntel abgehängt

Qualifying - Session Q2
Zwischenfälle:-
ausgeschieden:11. Gasly - 12. Bortoleto - 13. Bearman - 14. Hülkenberg - 15. Ocon - 16. Colapinto
Top-5:1. Antonelli - 2. Piastri - 3. Norris - 4. Russell - 5. Hamilton

Q3 in Österreich: Verstappen-Crash führt zu kontroverser Russell-Szene

Im ersten Versuch begann sich die Affäre nun erstmals wirklich zusammenzuschieben. Antonelli behielt um 43 Tausendstel vorerst die Oberhand, doch Russell schien seinen Hänger mit P2 überwunden zu haben. Max Verstappen zeigte seinerseits nun auf neuen Reifen richtig Pace und war nur 61 Tausendstel weg. Ferrari und McLaren rissen ab. Lewis Hamilton war in Kurve 3 zu spät auf der Bremse und musste seinen ersten Versuch ohne Zeit abbrechen.

Die Ferraris legten im zweiten Versuch dann direkt an der Spitze der Schlange mit Bestzeiten vor, Leclerc um Hundertstel vor Hamilton. Dahinter war Verstappen noch schneller, aber dann war es zu schnell. In der vorletzten Kurve verlor er das Heck und knallte mit hohem Tempo in den Reifenstapel.

Das sorgte nun sofort für Kontroversen. Antonelli brach seine Runde ab - Russell aber zog bei einfach gelber Flagge durch und schnappte sich um 0,236 Sekunden den ersten Platz von Leclerc und Pole. Russell gab sich direkt nach dem Qualifying in der ersten Aussage zuversichtlich: "Es war nur einfach gelb, nicht doppelt." Kurz darauf kam auch die Bestätigung der Stewards, dass der Fall nicht weiter untersucht wird.

Leclerc und Hamilton sind damit auf P2 und P3 immer noch vor Antonelli. Verstappens erste Runde war gut genug für den fünften Platz vor Norris und Piastri, die nie ernsthaft um die Pole mitmischten. Isack Hadjar konnte sich lediglich vor Liam Lawson und Arvid Lindblad durchretten.

Qualifying - Session Q3
Zwischenfälle:Verstappen crasht auf letzter Runde
Freispruch für Russell wegen Gelb-Verstoß
Top-5:1. Russell - 2. Leclerc - 3. Hamilton - 4. Antonelli - 5. Verstappen