Seit drei Wochen ist der neue R26 bereits im Testeinsatz. Aber erst heute wurde er offiziell vorgestellt. Und erst heute sprachen die Köpfe hinter dem Nachfolger des aktuellen Weltmeisterautos über ihr neuestes Werk.

"Der R26 ist eine aggressive Weiterentwicklung einer erfolgreichen Designphilosophie", sagt Technikchef Bob Bell über sein Baby. "Der R25 hatte keine offensichtlichen Schwachstellen, was sich in unserem Titelgewinn widerspiegelte." Die Aufgabe für diese Saison bestand deshalb darin die neuen Motorenregeln so auszunutzen, dass der V8 perfekt in das neue Chassis eingebettet werden konnte. Zudem wurde daran gearbeitet auf allen Gebieten Gewicht zu sparen.

Die Hauptunterschiede zwischen dem R25 und seinem Nachfolger liegen in der Aerodynamik begraben: "Wir haben ein komplett neues Aerodynamikpaket. Am auffälligsten sind die schmaleren Seitenkästen, die auf die reduzierte Kühlung des V8 zurückzuführen sind."

Unter der Haube liegt die größte Änderung im neuen Siebengang-Titangetriebe begraben. "Die V8-Motoren haben weniger Drehmoment als ihre Vorgänger und deshalb können wir mit einem Siebengang-Getriebe das Drehmoment des neuen Motors besser ausnutzen."

Die Einbindung des Achtzylinders in das Heck des neuen Autos verlief problemlos. "Der V8 ist viel kürzer als der V10 und dadurch konnten wir die mechanische Architektur des Autos überarbeiten." Allerdings musste man auch mit den erhöhten Vibrationen durch den V8 zurechtkommen. "Zudem mussten wir das Layout des Autos an den 90-Grad-Winkel anpassen, welcher offener ist als unser bisheriger."

Dennoch machte die Motor-Integration "keinen so großen Unterschied" aus. "Ein Auto das 2005 schnell war, wird auch 2006 schnell sein", prophezeit Bell. Dafür soll erneut eine kontinuierliche Weiterentwicklung sorgen. "Wir haben einige viel versprechende mittel- und langfristige Entwicklungen in der Pipeline. Zudem werden wir vor dem ersten Rennen noch ein Aerodynamik-Update einführen." Der Wagen der in Bahrain fahren wird, soll also "ganz anders" als der aktuelle R26 aussehen.

Die "aggressive" Quintessenz des R26 lautet laut Bell demnach, dass man "auch 2006 an der Spitze" bleiben möchte. Chefdesigner Tim Densham hält dies auf alle Fälle für möglich. "Die Tatsache, dass unser Auto den Titel verteidigen muss, verändert unsere Berechnungen nicht. Aber der große Vorteil ist, dass der R25 ein gutes Auto war und wir uns darauf konzentrieren konnten jedes Teil zu verbessern."