Am 10. Juni einigten sich die F1-Motorhersteller mit der FIA und der Formel 1 nach zähen Verhandlungen auf eine Regeländerung an den F1-Power-Units für die kommenden beiden Jahre. Diese sieht vor, dass der Power-Split, der aktuell 53/47 zugunsten des Verbrennungsmotors beträgt, in zwei Schritten auf 60/40 angehoben wird. Erreicht wird das durch eine Anpassung der Benzindurchflussmenge, durch welche die Energie-Managementprobleme aus dem Qualifying behoben werden sollen.
FIA gibt grünes Licht für neue Motorregeln
Der Benzin-Durchfluss steigt im kommenden Jahr demnach um fünf Prozent, auf 2028 wird er um insgesamt 13 Prozent angehoben. Gleichzeitig steigt auch die maximale Ladeleistung schrittweise auf 375 bzw. 400 Kilowatt. Der maximale Power-Einsatz der MGU-K sinkt 2027 auf 300 Kilowatt. Offiziell abgesegnet wurde diese vor fast zwei Wochen erzielte Einigung jedoch erst heute beim Treffen des Motorsport-Weltrates (WMSC) der FIA in Macau.
Dass sämtliche in den Kommissionen bestätigten Entscheidungen final erst durch den WMSC bestätigt werden, ist der formal vorgesehene Ablauf beim Weltverband. Grundsätzlich gilt die Absegnung des Weltrates jedoch als Formalität, die FIA sitzt ohnehin schon bei vorherigen Gesprächen mit am Tisch.
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Bestätigt wurden aber bei der heutigen Sitzung nicht nur die angepassten Motorregeln für die kommenden beiden Jahre, sondern eine Reihe weiterer Details in Bezug auf die Formel 1. Darunter das Reglement in Bezug auf die mit den Kühlwesten verbundenen 'Klimaanlagen'. Diese müssen immer dann ans Auto gebaut werden, wenn die Rennleitung aufgrund von eigenem Ermessen oder aufgrund von prognostizierten gefühlten Temperaturen von über 31 Grad Celsius im Sprint oder im Rennen eine Hitzewarnung ausgibt.
Bislang war es im Regelwerk so vorgesehen, dass diese automatisch für alle betroffenen Sessions des Grands Prix gilt, also für den etwaigen Sprint und das Rennen. Der WMSC änderte dies nun dahingehend, dass es auch die Möglichkeit gibt, eine Hitzewarnung herauszugeben, die nur entweder den Sprint oder das Rennen betrifft. Diese wird aber weiterhin 24 Stunden vor dem sportlichen Beginn des Rennwochenendes veröffentlicht.
Im letzten Jahr wurden erstmals Hitzewarnungen ausgegeben. Etwa beim Singapur-GP. Hier könnt ihr nachlesen, was es mit den Klimaanlagen im Detail auf sich hat.
Eine Verfeinerung gab es auch für Regenrennen. Bei diesen wurde bisher der Boost-Modus deaktiviert, sobald die Rennleitung die Streckenbedingungen als Low-Grip-Conditions einstufte. Nun wurde dieser Boost wieder freigeschaltet, allerdings nur in sehr geringem Ausmaß. Er dient in diesen Bedingungen ausschließlich dazu, eine Leistungsreduktion zu verhindern und nicht dazu, einen zusätzlichen Vortrieb zu generieren.
Außerdem wurde Hand an den Testfahrten für die kommende Saison angelegt. 2027 wird es vier Testtage vor dem Formel-1-Saisonstart geben. Ursprünglich waren für das zweite Jahr der Regelgeneration nur drei Tage vorgesehen gewesen, so wie in Saisons mit weitestgehender Regelkontinuität üblich. Die FIA begründete diese Anhebung mit der Komplexität der aktuellen Autos.
Soweit jedenfalls die wichtigsten Änderungen, welche die FIA bei ihrer Bekanntgabe nach dem Treffen des Motorsport-Weltrates hervorhob. Es gab natürlich noch eine Reihe weiterer kleinerer Änderungen am sportlichen, technischen oder finanziellen Reglement. Wie diese konkret aussehen, ist aktuell aber noch nicht bekannt, da eine aktualisierte Version des Formel-1-Regelwerks noch nicht vorliegt.
Der FIA-Weltrat beschäftigte sich bei seinem Treffen in Macau natürlich nicht nur mit der Formel 1. Auch Rallye, Simracing, Kartsport oder die Formel E waren Programmpunkte. So wurde beispielsweise der Rennkalender für die kommende Saison der Elektro-Formelserie präsentiert. Wie dieser aussieht, und welche einschneidende Neuerung man sich für die Doubleheader-Wochenenden überlegt hat, könnt ihr hier nachlesen:



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