Nennen wir das Kind beim Namen: Die Saison 2005 war für das erfolgsverwöhnte Williams Team eine Katastrophe. Wenn dies in der Formel 1 ein Teamboss und sein leitender Angestellter offen eingestehen, dann sind es Sir Frank Williams und sein langjähriger Partner Patrick Head.

"Am besten lässt sich die Saison mit vier Buchstaben beschreiben: Es beginnt mit 'M' und endet mit 't'", gab Head gegenüber Autosport offen zu.

"Das Auto war nicht schnell genug. Punkt", fügt Frank Williams ebenso offen hinzu. "Das haben alle Teams die schlecht abschneiden gemeinsam: Ihre Autos sind nicht schnell genug!"

Für zwei Racer der alten Schule, wie es Frank und Patrick sind, ist das natürlich ein schmerzhafter Zustand, der schnellstmöglich geändert werden muss. Die Saison 2006 sehen viele jedoch als Übergangsjahr an.

"Sind wir ein Underdog?", fragt Sir Frank. Angesichts der Konkurrenz von Ferrari, McLaren Mercedes, Honda, Toyota & Co scheint es fast so. Aber Williams gibt sich kämpferisch: "Wir haben sie alle schon einmal geschlagen und wir werden es wieder schaffen..."

Williams ist davon überzeugt, dass die Leistungskurven der Rennställe gewissen Zyklen und Wellenbewegungen unterliegen: "Sie gehen rauf und runter. Wir sind davon überzeugt, dass wir zurückschlagen werden." Wie stark der erfolgreichste Rennstall der 90er zurückschlagen wird, könne jedoch nur die Zeit sagen.

Patrick Head ist von der vor ihm liegenden Herausforderung jedenfalls "begeistert". Dennoch gesteht auch er ein, dass auch ein "gewisses Element der Angst" mitschwingt. Schließlich habe man neue Reifen, einen neuen Motor und ein neues Getriebe. Ganz zu schweigen von einem neuen Chassis, dessen Vorgänger aerodynamisch gesehen nicht den hohen Erwartungen des Teams entsprach.

Aber ein echtes Racer-Herz lässt sich von solchen 'Kleinigkeiten' nicht aufhalten: "Wir sind noch immer ein starkes Team", bekräftigt Frank, "und wir werden kämpfen."