Das Festival of Speed, welches alljährlich im Juli über die Bühne geht, ist unter Motorsport-Fans längst kein Geheimtipp mehr. Seit 1993 geht das populäre Hillclimb-Event, das seine Oldschool-Optik vor allem den Heuballen am Streckenrand verdankt, mit Hunderttausenden Zuschauern auf einem Anwesen im Süden Englands über die Bühne.

Auch für Formel-1-Teams ist Goodwood eine gute Gelegenheit, um ehemaligen Boliden eine Ausfahrt zu genehmigen. Schon 2025 war es einfacher aufzuzählen, welche Teams keine Vertreter nach Goodwood entsandt hatten, als welche schon. Williams war schon im Vorjahr mit mehreren Leuten vertreten, 2026 setzt man bei diesem Aufgebot noch einen drauf. Dabei genehmigt sich auch Teamchef James Vowles erneut einen Einsatz bei der Motorsport-Party, auch wenn ihm und seinem Team angesichts der prekären Lage in der diesjährigen WM wohl kaum zum Feiern zumute ist.

Grafik von Williams für das Festival of Speed in Goodwood mit Damon Hill, James Vowles, Jamie Chadwick und Luke Browning.
Foto: Atlassian Williams F1 Team

Festival of Speed: Williams kommt mit Hill-Auto nach Goodwood

Am Wochenende des 9. bis zum 12. Juli wird nicht nur Vowles in Goodwood unterwegs sein, sondern auch Formel-1-Ersatzfahrer Luke Browning und die dreifache W-Series-Meisterin Jamie Chadwick. Vor allem wird aber Ex-Weltmeister Damon Hill ebenfalls am Lenkrad drehen. Passenderweise wird er dabei jenes Auto fahren, mit dem Hill vor 30 Jahren seinen WM-Titel einsammeln konnte.

Der Williams FW18 war eine dominante Konstruktion von Technikchef Patrick Head, der im WM-Kampf nur sich selbst gefährlich werden konnte. Hill und Teamkollege Jacques Villeneuve duellierten sich damals bis ins letzte Rennen um den Titel. Ein Duell, bei dem sich schließlich der Brite gegen Formel-1-Neuling Villeneuve durchsetzte.

Insgesamt sammelte Williams damals zwölf von 16 Rennsiegen. Nur Michael Schumacher (3 Siege) und der Sensations-Erfolg von Olivier Panis in Monaco verhinderten einen kompletten Durchmarsch des weiß-blauen Boliden mit Gold-Verzierungen, der dank seiner berühmten Rothmans-Lackierung Kultstatus genießt.

Trotz Formel-1-Flaute: James Vowles fährt wieder in Goodwood

Im Vorjahr hatte Williams beim Hillclimb in Goodwood den FW14B an die Strecke gebracht, mit dem Nigel Mansell 1992 der Konkurrenz um die Ohren fuhr. Es ist das dritte Mal, dass Vowles in Goodwood ein Formel-1-Auto steuern wird, nachdem er schon 2024 mit dem FW08 aus der F1-Saison 1982 dort fuhr.

"Goodwood ist ein unglaubliches Event, das das Beste zeigt, was der britische Motorsport zu bieten hat", freute sich Vowles auf die Veranstaltung. "Momente wie dieser bringen unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft zusammen. Das ist etwas, worauf wir stolz sind", sagte Vowles.

Damon Hill freute sich auf das 'Comeback' in seinem alten Weltmeister-Auto. Er sprach: "Zu sehen, wie das Auto 30 Jahre später in Goodwood zurückkehrt, und diesen Moment mit den Fans zu teilen, ist wirklich unglaublich. Ein großer Dank gilt dem Team in Grove für ihre Arbeit, dass sie den FW18 wieder auf die Rennstrecke bringen. Ich freue mich darauf, wieder hinter das Steuer zu steigen."

Für Hill ist das Wiedersehen mit seinem einstigen Auto sicher auch eine bittersüßte Angelegenheit. Denn obwohl er 1996 Formel-1-Weltmeister wurde, verlor er am Ende des Jahres sein Cockpit an Heinz-Harald-Frentzen. Inzwischen pflegt er aber wieder ein gutes Verhältnis zu dem britischen Traditionsrennstall und ist als Botschafter für Williams im Einsatz.