Am Montagmorgen war es so weit - auf der Hausstrecke der Scuderia, in Fiorano, hat Ex-Weltmeister Michael Schumacher bei leichtem Schneefall und Eiseskälte erstmals den brandneuen Ferrari gezündet und einen Shakedown mit dem noch namenlosen Boliden vorgenommen. Ob der Nachfolger des wenig erfolgreichen F2005 tatsächlich als "F2006" zum Einsatz kommen wird, ist noch nicht bestätigt - den Kollegen von Autosport zufolge könnte der neue Wagen auch als "F248" in den Kampf um die WM-Krone geschickt werden.
Als der rote Renner kurz nach 9 Uhr erstmals die Boxengasse verließ, war auch Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo vor Ort, der extra per Helikopter nach Fiorano gereist war, um dem Jungfernlauf des neuen Hoffnungsträgers aus nächster Nähe beizuwohnen. Zunächst absolvierte Schumacher vier Installationsrunden, um Systemchecks vorzunehmen. Im Anschluss trainierte der Kerpener einige Starts. Bis zur Mittagspause soll der Siebenfachweltmeister 35 Runden gedreht haben, was für einen problemlosen Stapellauf spricht. Die schnellste Rundenzeit soll knapp unter einer Minute gelegen haben.
Wie auch die 2006er-Boliden von Toyota und Red Bull Racing weist der neue Ferrari ein extrem schlankes und aufgeräumtes Heck auf. Die Seitenkästen respektive die Lufteinlässe für die seitlichen Kühler sind in der Form jenen des Red Bull-Ferrari RB2 ähnlich. Ein kleines, aber revolutionäres Detail befindet sich wortwörtlich am Rande - die Rückspiegel sind beim F2006 oder F248 auf dem äußersten Rand der Seitenkästen montiert, damit soll die Anströmung des Heckflügels verbessert werden. Dieser ist gewölbt, an der Airbox sind kleine Zusatzflügel zu sehen, womit die Scuderia der gängigen "Flügelmode" entspricht.
Laut Ferrari-Sprecher Luca Colajanni wird die Scuderia in der nächsten Woche nach Mugello übersiedeln, um dort die Tests mit dem Neuling fortzusetzen. Am Freitag könnte je nach Wetterlage noch einmal in Fiorano mit dem 657 (der Projektname des Boliden) getestet werden. Offiziell vorgestellt wird der neue Ferrari am 24. Januar.

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