Was ist am Auto im Vergleich zum Vorjahr neu?
Mike Gascoyne: Die Front ist eine Weiterentwicklung vom TF105B - wir haben das Potenzial verbessert. Der TF106B wird dann eine weitere Entwicklung davon sein. Wir haben zudem ein komplett anderes Heck-Layout. Das Getriebe ist grundsätzlich das gleiche, aber es ist leichter und steifer. Allerdings haben wir uns von einem bisherigen Dämpferkonzept verabschiedet. Denn wir konnten in den letzten Jahren ein Dämpferproblem ausmachen, welches wir nun ausgeglichen haben. Als wir den TF105B erstmals getestet haben, sagten alle Fahrer, dass die Front jetzt viel besser sei. Allerdings mussten sie nun immer warten, bis sich das Heck beruhigt hatte. Hier kam der liniere hintere Dämpfer ins Spiel, der beim TF106 eine deutliche Verbesserung brachte. Er sorgt für ein viel besser ausbalanciertes Auto.
Der V8 ist 10 cm kürzer als der V10. Wie hat sich das auf das Chassis ausgewirkt?
Mike Gascoyne: Die Längendifferenz hat keine Schlüsselrolle gespielt. Nachdem wir wussten, dass wir auch weiterhin das Qualifying mit Rennsprit bestreiten müssen, entschieden wir uns dazu den Tank an der gleichen Stelle zu belassen. Auf Grundlage der Daten von Bridgestone entschieden wir uns dazu mit weniger Gewicht an der Front zu fahren als wir das bislang taten. Dadurch haben wir sogar die Länge des Monocoques erhöht. Aber das Getriebe blieb genauso lang wie vorher. Der V8 sorgt auch dafür, dass die Kühler kleiner sein können. Das Auspuffpaket ist ebenfalls einfacher, da es ein Paar weniger gibt!
Welche Auswirkung haben die Charakteristiken des V8?
Mike Gascoyne: Natürlich sind die V8-Vibrationen höher. Damit hatten wir auf dem Prüfstand zunächst Probleme, aber der Motor wird dort anders aufgehängt. Man kann einen Motor auf dem Prüfstand ganz anders aufhängen als im Auto. Zudem reagiert er dort ganz anders. Tatsächlich hatten wir im Auto damit weniger Probleme als wir erwartet hatten. Aber es hätte auch anders herum sein können. So lange die Fahrer damit nicht gefahren sind, weiß man nie was dich ausbremsen wird. Unser Vorteil ist, dass wir viele Testkilometer fahren und alle Probleme beseitigen konnten. Die Fahrbarkeit ist sehr gut und die Fahrer waren positiv überrascht. Luca und sein Team haben einen exzellenten Job erledigt. Der große Unterschied zum V10 liegt beim Start und bei niedrigen Drehzahlen.
Wie schwierig war es den Reifenhersteller zu wechseln?
Mike Gascoyne: Bridgestone hat uns mit vielen Informationen versorgt, weshalb wir ziemlich genau wussten, was uns erwartet. Wir konnten ziemlich schnell eine gute Fahrzeugbalance finden. Allerdings muss man alle Auswirkungen von Setup-Änderungen mit dem neuen Reifen neu erlernen. Schließlich macht jeder Hersteller alles etwas anders. Deshalb wollten wir das mechanische Paket für Bahrain schon im November und Dezember testen. Wir konnten gezielt herangehen, an den Setup-Parametern arbeiten und deren Auswirkungen analysieren. So konnten wir richtig lernen wie der Reifen reagiert.
Abgesehen vom Motor: Haben sonst noch irgendwelche Regeländerungen das Chassis beeinflusst?
Mike Gascoyne: Es gibt einige kleinere aerodynamische Modifikationen an der Front und an der hinteren Crash-Struktur. Wir haben die Crash-Struktur zusammen mit der vergrößerten Heckflügelendplatte verlängert. Dadurch können wir die zusätzliche Geschwindigkeit ausnutzen.



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