Nichts ist unmöglich sangen die Toyota-Affen in ihrem Werbespot. Das gleiche Motto nimmt sich auch Toyota Motorsport immer wieder zu Herzen: Bereits am 28. November des letzten Jahres veröffentlichte Toyota die ersten Bilder seines neuen TF106. Einen Tag später debütierte das Auto in Barcelona. Knappe zwei Monate danach stellte das Team den Boliden jetzt offiziell vor.
"Zu Beginn eines jeden Jahres eine Fahrzeugpräsentation abzuhalten ist überholt", begründete Technikchef Mike Gascoyne die neue Philosophie. "Wir verbessern die wichtigen Elemente kontinuierlich. Obwohl dies ein schwieriger Prozess ist, können wir so sicherstellen, dass die Ressourcen in Bereiche investiert werden, die das Auto schneller machen. Wir verändern nichts, nur weil wir glauben, dass wir das machen müssen."
Stattdessen setzt Toyota auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung, welche sich vom TF105 über den TF105B bis hin zum TF106 fortgesetzt hat und derzeit beim siebten Saisonrennen in Monaco in einem TF106B gipfeln soll.
Aber auch der heute präsentierte TF106 wird bis zum Saisonstart in Bahrain noch ein komplettes Aerodynamikupdate erhalten. Diese Komponenten werden allerdings erst Mitte Februar gefertigt. Somit bleibt den Aerodynamikern genügend Zeit im Windkanal zu forschen, während das Auto gleichzeitig auf der Strecke auf mechanische Probleme überprüft und auf Zuverlässigkeit getrimmt werden kann.
"Durch den Wechsel von V10- zu V8-Motoren war es sehr vorteilhaft den TF106 bereits im November und Dezember testen zu können", bestätigt Motorenchef Luca Marmorini diese Ansicht. "Wenn wir bis Januar gewartet hätten, wäre die Reaktionszeit um wichtige Teile zu ändern bis zum ersten Rennen zu lang gewesen."

"Der Grund dafür, warum alle ihre Autos so spät wie möglich fertig stellen möchten, ist dass sie mehr Zeit für die Aerodynamik im Windkanal haben möchten", sagt Gascoyne. "Unsere Philosophie gibt uns das Beste aus beiden Welten: Wir stellen die Aerodynamik für Bahrain so spät wie möglich fertig und maximieren gleichzeitig die Zuverlässigkeitstests mit dem mechanischen Paket. Damit stellen wir sicher, dass unser Aero-Paket absolut state-of-the-art ist."
Zudem hätte man bei einem Roll-Out im Januar nicht all jene Erfahrungen in das Auto einbringen können, die man so schon einen Monat lang mit den Bridgestone-Reifen sammeln konnte. "Jetzt können wir reagieren und beim TF106B all das Gelernte berücksichtigen."
Erster Sieg & bestes Bridgestone-Team
Die Zielsetzung für die neue Saison haben die Weiß-Roten nicht zum Staatsgeheimnis gemacht. Stattdessen betonen die beiden Fahrer Ralf Schumacher und Jarno Trulli schon seit Wochen, dass sie 2006 endlich den ersten GP-Sieg des Teams einfahren möchten.
"Wir beginnen die Saison natürlich mit dem Ziel das oberste Podesttreppchen zu betreten ", schließt sich Teamchef Tsutomu Tomita seinen Fahrern an. "Dafür geben wir alles, aber wir unterschätzen die Herausforderung der Formel 1 Saison 2006 keineswegs. Wenn sich jemand nach oben vorarbeitet, dann muss zwangsläufig jemand anderes nach unten gehen."
Zudem sei es momentan unmöglich vorherzusagen, wie sich Toyota im Vergleich zur Konkurrenz schlagen wird. "Es ist derzeit sehr schwierig Vorhersagen zu treffen, besonders aufgrund der vielen Variablen wie den V8-Motoren, den Bridgestone-Reifen und dem neuen Qualifying-Format." Deshalb hat sich Tomita noch ein weiteres Ziel auf die Toyota-Fahnen geschrieben: "Wir möchten das beste Bridgestone-Team werden." Eine klare Kampfansage an den WM-Dritten des Vorjahres: Ferrari.

"Im letzten Jahr konnten wir einige Podestplätze einfahren. Jetzt setzen wir unsere Ziele etwas höher: Wir möchten konstant auf dem Podium stehen und letztlich ganz nach oben."
Eine Vorgabe die Jarno Trulli gerne erfüllen würde: "Hoffentlich können wir unseren Testvorteil ausnutzen", sagt der Italiener. "Wir wissen nicht, ob wir die Besten sein werden, aber wir sind im Bezug auf die Testkilometer und die Testerfahrungen sehr gut vorbereitet. Ich bin optimistisch und zuversichtlich."
Nicht anders ergeht es Ralf Schumacher. "Es ist natürlich noch sehr früh in der Saison, aber das Auto fühlt sich wirklich gut an", betont der Deutsche. "Natürlich haben wir weniger PS, aber der Motor ist immer noch fahrbar." Und bis zum ersten Rennen im März werden der Motor und das Chassis noch viel fahren und viele Veränderungen erfahren.
Technische Daten TF106
| Chassis | TF105 |
| Monocoque | Karbonfiber Konstruktion |
| Benzintank | ATL Sicherheitszelle |
| Dämpfer | Penske |
| Räder | BBS |
| Reifen | Bridgestone |
| Bremsen | Brembo |
| Bremsmaterial | Hitco |
| Steuerung | Toyota Servolenkung |
| Lenkrad | Toyota/Magneti Marelli |
| Sicherheitsgurte | Takata |
| Elektronik | Toyota/Magneti Marelli |
| Getriebe | Toyota/Xtrac Siebenganggetriebe |
| Radstand | 3.090 mm |
| Länge | 4.530 mm |
| Höhe | 950 mm |
| Breite | 1.800 mm |
| Gewicht | 600 kg (mit Fahrer & Kamera) |
Technische Daten RVX-06
| Motor | RVX-06 |
| Bezeichnung | RVX-06 |
| Anzahl der Zylinder | 8 |
| Hubraum | 2398cc |
| PS | ca. 740 PS |
| Drehzahl | ca. 19.000 Umdrehungen |
| Zündkerzen | Denso |
| Benzin | Esso |
| Schmieröle | Esso |



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