Jawohl, er vermisst sie bereits, die hektische Welt der Formel 1 - Paul Stoddart hat zwar ausreichend Arbeit mit seiner Fluglinie, aber die Königsklasse fasziniert ihn immer noch. Jetzt hat der frühere Minardi-Teamchef dem Radiosender BBC Radio Five Live ein Interview gegeben. Dabei versuchte sich Stoddart als Prophet. Was dürfen wir für die Zukunft erwarten? Paul Stoddart hat konkrete Visionen...
Geht es nach dem Australier, so steht die Formel 1 vor einer Art von Wende. Die Ferrari-Ära ist für ihn beendet, die jungen Wilden schlagen zu. Nur: "Stoddi" sieht für die Zukunft keine Renault-Dominanz, sondern vielmehr eine in Silber eingefärbte Dekade. Stoddart: "Ron Dennis und sein Team machen keine halben Sachen. Sie haben ja nicht nur die Verpflichtung von Fernando Alonso verkündet, sondern auch Vodafone an Bord geholt. Und es gibt noch andere Dinge, die sie zu einem seriösen Titelkandidaten machen. Es gibt für mich keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass irgendjemand McLaren überholen kann und daher sehe ich McLaren im Jahr 2007 ganz vorne."
Statt Rot kommt Silber, glaubt Stoddart
Die Ferrari-Ära betrachtet Stoddart als beendet: "Sie waren die letzten sechs Jahre über die dominierende Kraft. Im letzten Jahr haben sie den Anschluss verloren. Viele Menschen geben dafür Bridgestone die Schuld, doch das war nicht nur die Schuld des Reifenherstellers. Ich glaube nicht, dass Michael Schumacher auch nur ansatzweise ein schlechterer Fahrer ist, doch er wird älter und Fernando Alonso hat gezeigt, dass er der kommende junge Star ist. Daher macht es für mich auch Sinn, dass Alonso dorthin ging, wo es eine sichere Zukunft gibt. Und während Ferrari eine kleine Autofirma ist, die gerade Sponsoren verliert und deren beste Zeit vielleicht schon vorbei zu sein scheint, ist es hart, ein Angebot von McLaren abzulehnen, wo die Situation dort stabil und finanziell gesichert ist."
Für Paul Stoddart wechselt die Formel 1 nun von der roten in die silberne Ära - die gelb-blaue scheint für den Millionär nur eine Zwischenphase zu sein. Stoddart: "Die Botschaft, die mit dem Alonso-Deal vermittelt wurde, lautet: Welche Absichten hat Renault für das Jahr 2007? Denn viele Menschen haben vorausgesagt, dass sich Renault ab Ende 2006 oder 2007 aus dem Sport zurückziehen wird - und ob das jetzt wahr ist oder falsch: Der Alonso-Transfer hat gezeigt, dass Renault gewillt war, Alonso ziehen zu lassen - und das wäre nicht passiert, wenn man nicht ernsthaft über einen Ausstieg nachdenken würde."

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