McLaren ging in der Favoritenrolle in das Formel-1-Qualifying in Bahrain. Allerdings wurde nur Oscar Piastri dieser Rolle gerecht. Lando Norris fuhr auf Rang sechs. Der große Profiteur: Mercedes. George Russell qualifizierte sich auf Rang zwei, Teamkollege Kimi Antonelli auf P4 - ehe eine nachträglich ausgesprochene Strafe beide Fahrer um eine Position nach hinten versetzte.
„Ich bin echt überrascht, eineinhalb Zehntel hinter der Pole-Zeit und vor einem McLaren zu stehen“, sagte Russell und gab zu: „Heute habe ich mich im Auto nicht wohlgefühlt.“
„Q1 und Q2 waren eine echte Herausforderung“, konkretisierte er. „In Q3 bin ich aber wieder in meinen normalen Rhythmus gekommen und konnte ein paar starke Runden fahren.“
Tatsächlich war Russell in seiner finalen Q3-Runde über weite Strecken sogar schneller als Piastri. Bis Kurve 10 konnte der Brite mithalten, ab Kurve 11 bis 13 setzte sich der McLaren-Pilot aber ab. Den Dreikampf um die Pole-Position könnt ihr in diesem Graphen nachvollziehen:
Mercedes überrascht mit Qualifying-Performance - was steckt dahinter?
Nach dem dritten Freien Training schien ein solches Resultat in weiter Ferne. Etwa 1,2 Sekunden trennte die Silberpfeile von Piastris Bestzeit. Im Qualifying steigerte sich das Team aus Brackley also merklich. Was war die Ursache für diesen Leistungssprung?
„Die Fortschritte gingen mit der anbrechenden Nacht und den etwas kühleren Streckentemperaturen einher“, erklärte Russell. „Als es brütend heiß war, hatten die McLaren einen großen Vorsprung.“
Das Rennen unter den Flutlichtern des Bahrain International Circuit wird unter ähnlichen Bedingungen wie die Qualifikation stattfinden, wenn auch der Start eine Stunde früher erfolgt. Für Russell also eine Chance, um den Sieg mitzukämpfen?
„Ich erwarte nicht, dass es ein einfaches Rennen wird. Mit Oscar [Piastri] zu kämpfen, wird eine Herausforderung werden.“ Besonders in puncto Reifenmanagement sei McLaren der Konkurrenz einen Schritt voraus. Trotzdem sieht der Mann aus Kings Lynn das Positive: „Auch wenn wir letztlich auf P3 starten werden, ist das eine gute Ausgangslage für morgen.“
Nach zwei dritten und einem fünften Platz ist George Russell in der Saison 2025 konstant vorne dabei - und mit Rang vier in der Fahrer-WM in Lauerstellung. Wird der Brite Geheimfavorit im Kampf um die Weltmeisterschaft? Hier nachlesen.
Erstes Podium in Sicht? Kimi Antonelli mit bestem Karriere-Qualifying
In Suzuka hatte Rookie Kimi Antonelli noch Probleme, Selbstvertrauen in seinem W16 aufzubauen. Sieben Tage später feiert er mit P5 sein bestes Qualifying-Ergebnis. „Ich habe mich gut im Auto gefühlt und das Qualifying verlief echt reibungslos“, reflektierte er.
Das finale Qualifying-Segment habe es aber noch einmal in sich gehabt: „Mit dem ersten Satz Reifen habe ich zu viel gepusht, die Strecke verlassen und mir wurde die Rundenzeit gestrichen. Mit dem zweiten Satz stand ich also unter großem Druck.“
Druck, dem der 18-Jährige standhielt. Mit einer Zeit von 1:30,213 Minuten verpasste er einen Top-3-Start um lediglich 0,038 Sekunden. Auch auf seinen Teamkollegen fehlten dem Italiener nur zwei Zehntelsekunden.
Was das Rennen betrifft, prognostizierte er: „Ich glaube, es wird sehr schwer werden, die McLaren herauszufordern, aber es wird definitiv möglich sein, mit den anderen zu kämpfen. Ich glaube, dass ein Podium möglich sein kann, wenn alles gut läuft und ich gute Arbeit leiste.“
Klassenprimus McLaren war schon am Trainingsfreitag Zentrum einiger Diskussionen - abermals in puncto Heckflügel. Verformt sich dieser mehr als erlaubt? Das erfahrt ihr in diesem Video:



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