Nachdem Haas bereits im Sprintqualifying am Freitag zu den positiven Überraschungen zählte, setzte das Formel-1-Team diesen Trend im Sprintrennen vor heimischen Publikum fort: Kevin Magnussen kam als siebter ins Ziel, Teamkollege Nico Hülkenberg belegte mit Rang acht die letzte Punkteposition. Die damit einhergehenden WM-Punkte sorgen dafür, dass Haas in der Konstrukteurswertung mit den Racing Bulls gleichzieht.

Start macht Nico Hülkenberg das Leben schwer

Was nach einem traumhaften Samstagmittag klingt, begann allerdings holprig - zumindest für den Haas mit der Startnummer 27. Nico Hülkenberg, der sich als Sechster qualifiziert hatte, musste zu Beginn des Sprints gleich drei Positionen abgeben. Der Mann aus Emmerich kam nicht gut vom Fleck und verlor auf der Innenbahn sowie beim Herausbeschleunigen aus Kurve 1 an Schwung. Deshalb musste er Lewis Hamilton, Kevin Magnussen und Yuki Tsunoda + zunächst passieren lassen.

Der RB-Pilot Yuki Tsunoda war beiden Haas-Piloten zu Beginn des Sprintrennens ein Dorn im Auge: In der ersten Runde duellierte er sich mit Kevin Magnussen im Kampf um Platz sieben. In Kurve 11 (eigentlich keine prädestinierte Stelle zum Überholen) kam es beinahe zur Berührung. Magnussen musste leicht neben die Strecke fahren. Von da an überschlugen sich die Ereignisse rund um das Trio im Minutentakt.

Verwirrung bei Kevin Magnussen - Positionstausch richtige Entscheidung?

In der zweiten Runde blies Hülkenberg zum Angriff auf den 24-jährigen Japaner: Nach der langen Gerade hin zu Kurve 12 konnte er überholen - allerdings war sein Glück nur von kurzer Dauer. Da der zukünftige Audi-Werksfahrer durch einen Verbremser nicht ausreichend Schwung für die Kurven 13 bis 15 mitnehmen konnte, gelang es Tsunoda, den achten Platz durch eine geschickte Platzierung seines Autos zurückzuerobern.

Kevin Magnussen wurde in Runde fünf dazu angehalten, die Position an den Japaner abzutreten, weil der Däne angeblich nach der Beinahe-Berührung einen Vorteil gehabt haben soll: Eine Ansicht, die Magnussen im Gespräch mit seinem Renningenieur heftig in Frage stellte: "Er hat mich rausgedrückt. Sag ihnen [der Rennleitung, d. Redaktion], sie sollen es sich noch einmal genau ansehen."

Schließlich gab er nach und fand sich auf Rang acht wieder - ein Zustand, der nicht von langer Dauer sein sollte. Magnussen überholte kurz darauf erneut, in der siebten Runde musste sich Tsunoda schließlich auch Hülkenberg geschlagen geben.

Von diesem Punkt an waren die Punkteplatzierungen der beiden Haas-Piloten keiner wirklichen Gefahr mehr ausgesetzt: Tsunoda war in Rad-an-Rad-Duelle mit Sergio Perez und Oscar Piastri verwickelt, die das Haas-Duo davonziehen ließen.

"Alles in allem war das eine sehr gute Teamleistung. Es ist eine schöne Belohnung, diese drei Punkte am Samstag zu bekommen," sagte Hülkenberg nach dem Sprint. Sein Teamkollege Magnussen ist ähnlicher Meinung: "Das ist ein wichtiges [Rennenwochenende] für uns. Wir müssen so weitermachen und man weiß nie, wann man wieder so wettbewerbsfähig ist." Für das weitere Rennwochenende ist das Ziel klar: "Wir müssen einfach das meiste aus diesem Wochenende herausholen und das heute haben wir im Sprint gemacht."

Haas geht beim Großen Preis der USA mit Toyota-Sponsoring an den Start. Kehrt der größte Automobilhersteller der Welt etwa wieder werksseitig in die Formel 1 zurück? Alles, was du über diese Partnerschaft wissen musst, erklärt dir unser Christian in unserem Video:

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Haas-Punkte könnten Millionen wert sein

Der Kampf im Mittelfeld ist in der Formel-1-Saison 2024 so eng wie selten zuvor. Derzeit kämpft neben Haas und den Racing Bulls auch noch das wiedererstarkte Williams Team um den sechsten Rang in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

Je besser ein Team am Ende des Jahres platziert ist, desto mehr Preisgeld erhält es. Derzeit haben Haas und die Racing Bulls jeweils 34 Punkte, Williams ist mit 16 Zählern auf dem Konto in der Verfolgerrolle. Wer die besten Chancen auf den begehrten sechsten Platz hat, erfahrt ihr hier: