Nachdem Red Bull in der Formel 1 in den letzten Wochen zunehmend von der Konkurrenz in Bedrängnis gebracht wurde, hatten viele Barcelona eigentlich wieder als Rückkehr in die Normalität auf dem Zettel. Die Streckencharakteristik sollte dem RB20 entgegenkommen. Doch der Trainings-Freitag beweist: Ganz so einfach ist es dann doch nicht.
Denn in beiden Trainings-Sessions waren es schon wieder andere, die den Ton angaben. Für Max Verstappen reichte es im zweiten Freien Training sogar nur zu Platz 5. Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko gibt zu, dass das Ergebnis und auch die Fahrzeug-Balance noch nicht auf dem geforderten Niveau sind und man sich von diesem Wochenende mehr erwartet habe. "Aber wir haben nicht die Balance", so Marko.
Red Bull im Hintertreffen? Marko: Nicht so schlimm wie bei den letzten F1-Rennen
Doch der Österreicher tritt auch etwas auf die Panik-Bremse und will dem Trainings-Ergebnis noch nicht zu viel Bedeutung beimessen. "Auf der Strecke haben wir keine Führung, aber wir sind nicht so schlecht, wie wir aussehen", sagte der Österreicher. Er verortet eine Steigerung zu den Grands Prix in Kanada, Monaco oder Imola: "Wir sind diesmal am Freitag mit dem Setup nicht so weit weg, wie wir es bei den letzten Rennen waren."
"In den Longruns sind wir vorne dabei. Auf eine einzelne Runde haben wir noch nicht ganz die Balance gefunden, aber wir sind im Gegensatz zu den anderen noch nicht mit voller Leistung gefahren", relativierte Marko.
Die GPS-Daten beweisen: Verstappen büßte zwischen Kurve 5 und Kurve 9 vier Zehntelsekunden ein. Auf der restlichen Runde konnte er dem Trainings-Ersten, Lewis Hamilton, sogar Zeit abnehmen. Einen Teil der verlorenen Zeit führt Marko auf Verkehr während der schnellen Runde zurück.
Max Verstappen hadert mit Red-Bull-Balance
Der Formel-1-Weltmeister ärgerte sich im Training vor allem über mangelnden Grip an der Front. Als Folge daraus ergab sich Untersteuern am Scheitelpunkt und anschließend leichtes Übersteuern am Ausgang der Kurve. Nach dem Freitagsprogramm gab er sich aber gelassen: "Der Tag war positiv und ein bisschen normaler, ohne irgendwelche Probleme. So wie wir es uns erhofft haben. Jetzt geht es darum, die Dinge ein bisschen mehr in Ordnung zu bringen."
Eine Lösung für die Probleme von Verstappen soll ein neuer Heckflügel sein. Denn ein Wechsel auf einen Flügel mit mehr Abtrieb hat oberste Priorität nach FP2 in Spanien. Während dem Training fehlte noch die Zeit dazu, um diese Veränderung vorzunehmen.
Sergio Perez eine Sekunde langsamer? Red Bull sucht nach Lösung
Bei Sergio Perez waren die Probleme gravierender. Der Mexikaner verbrachte während FP2 viel Zeit an der Box. Red Bull vermutete an seinem Auto ein technisches Problem, da der Zeitrückstand des Mexikaners über weite Strecken sehr gravierend war. "Am Vormittag war es okay mit vier Zehntel Rückstand, das ist auf Max Verstappen verzeihbar. Aber jetzt [in FP2] ist es fast eine Sekunde. Da muss man schauen, was da los ist", so Marko.
Auch Perez gab sich nach dem Training ratlos darüber, woran es haperte. "Wir haben den Tag gut begonnen, aber in FP2 mussten wir viele Veränderungen vornehmen. Ich denke da sind wir irgendwo aus der Spur geraten. Wir müssen da noch viel analysieren", sagte der WM-Fünfte, der seit Wochen in einem Negativlauf steckt. Sowohl in Monaco als auch in Kanada erreichte er das Ziel nach Unfällen nicht, nachdem er bereits im Qualifying in Q1 rausgeflogen war. In Imola reichte es nach einem Q2-Aus im Rennen nur zu P8.



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