"Alle Jahre wieder naht unaufhaltsam der Heilige Abend, gewinnt Michael Schumacher den Formel 1 Weltmeistertitel und kommt das Christuskind auch in die F1-Welt." Mit diesen damals unvergänglichen Worten begannen wir vor einem Jahr unsere motorsport-magazin.com Weihnachtsgeschichte 2004.

Ein Jahr danach hat sich nur eines daran geändert: Der Formel 1 Titel ging erstmals seit vielen, vielen Jahren nicht an den weihnachtsroten Renner aus Maranello, sondern an den gelb-blauen Spanier Fernando Alonso.

Dennoch sind es noch immer jene vorweihnachtlichen Tage, in denen die Geschäfte vor Lastminute-Weihnachtseinkäufern nur so wimmeln, die Innenstädte von Weihnachtsschmuck und Christkindlsmärkten überflutet werden, die Nasen vom Glühwein roter als ein Ferrari anlaufen, die Schulen vor Weihnachtsbasaren geradezu bersten, die Postboten mit Wunschlisten und schweren Paketen überfordert werden, in den Kirchen niemals die letzte Messe gesungen wird und allüberall von der Polizei bis zum Industriebetrieb, von der Nachrichtenagentur bis zum F1-Team und vom Fan-Club bis zum Reiseveranstalter (feucht)fröhliche Weihnachtsfeiern ausgetragen werden.

Wenn alle Weihnachtseinkäufe getätigt sind, das Festessen vorbereitet ist und man sich im Kreise der Familie und Freunde eingefunden hat, kommt es am Heiligen Abend unter dem festlich geschmückten, hell erleuchteten sowie in gelb, rot, silber, weiß und blau prächtig funkelnden Christbaum zur Bescherung mit noch heller leuchtenden Kinderaugen in strahlenden Gesichtern.

Verantwortlich für all die Freude, Liebe und Glückseeligkeit ist nur ein einziger Mann. Der Weihnachtsmann? Nein. Santa Clause? Nein, nein. In der F1-Welt bringt der Weihnachtsbernie die Geschenke!

"Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier - dann steht der Weihnachtsbernie vor der Tür...

Es gibt ihn wirklich: Den Weihnachtsbernie!, Foto: Sutton
Es gibt ihn wirklich: Den Weihnachtsbernie!, Foto: Sutton

Er ist klein, hat weißes Haar, wohnt im Norden (Londons) und bekommt Tagein und Tagaus unzählige (Regel- & Geldverteilungs-)Wunschlisten sowie (Kontoauszugs-)Briefe. Dank der Hilfe seines treuen Helfers Knecht Max findet er trotzdem noch die Zeit selbst seitenlange Schreiben in die weite Welt seiner gläubigen Jünger hinaus zu entsenden.

Doch so richtig beginnt die schwierige Arbeit des Weihnachtsbernies erst an Heiligabend. Dann setzt er sich in ein rotes Kostüm gekleidet in sein schickes, hypermodernes, auf Hochglanz poliertes und millimetergenau perfekt ausgerichtetes Motorhome und lässt sich von seinen zehn Rennteams durch die Lüfte ziehen.

Den artigen F1-Fans bringt er dabei, genau wie in der uralten Legende vom Weihnachtsbernie geschrieben steht, spannende Rennen, den lieben Teamchefs ein prall gefülltes neues Concorde-Agreement, den braven Herstellern mehr Macht und sich selbst jede Menge Kohle.

Den unartigen F1-Fans bringt er hingegen ein doppeltes Einrundenqualifying, eine unaufhaltsame Prozessions-Langeweile sowie eine Vertragsverlängerung mit Imola und dem Hungaroring, die ungezogenen Teamchefs hintergeht er mit leeren Versprechungen und den bösen Herstellern droht er mit der Markenrechtsabteilung eines seiner vielen, undurchschaubaren Unternehmen.

Ja, so ist er der Weihnachtsbernie. Immer viel beschäftigt mit dem nächsten großen Deal, der die F1-Welt um ein Rennen in Asien, Afrika oder im Mittleren Osten sowie sich selbst um ein paar Fernsehmillionen reicher machen soll. Aber warum trägt er immer das in seiner Formel 1 allgegenwärtige Rot? Vielleicht ist das ja nur eine kleine Hommage an seinen alten Kumpel den ebenso kleinen, hoppelnden Oster-Jean mit der unlimitierten Ostereiersuche...

Im Namen unseres gesamten motorsport-magazin.com-Teams wünschen wir Ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest, viele Geschenke und erholsame Weihnachtsfeiertage.