Es war das Gesprächsthema im Vorlauf zum Kanada-GP: Die FIA hat die neuen Formel-1-Regeln für 2026 vorgestellt. Vieles ändert sich. Die Autos werden kleiner und leichter, haben einen höheren Hybrid-Anteil beim Motor und werden mit aktiver Aerodynamik auf den Geraden die Flügel flachstellen. Letzteres war für Mercedes-Pilot George Russell ein großes Thema. Der Brite hat erhebliche Sicherheitsbedenken.

Formel-1-Historie lehrt: Nicht erst etwas ändern, wenn etwas passiert!

"Ich denke, die Autos werden sich in Bezug auf ihre Leistung stark verändern. Sie werden auf den Geraden außergewöhnlich schnell sein. Auf den meisten Strecken wahrscheinlich 360 km/h, was ziemlich beeindruckend ist", prognostizierte Russell. Die neuen Regeln im Detail und wie das Flachstellen der Flügel auf den Geraden geregelt ist, das erklären wir euch in unserem Video:

F1-Regeln 2026 enthüllt: So sieht die Zukunft der Formel 1 aus! (16:24 Min.)

Doch solche Geschwindigkeiten treiben dem 26-Jährigen auch die Sorgenfalten auf die Stirn: "Natürlich muss die Sicherheit verbessert werden, denn ein Unfall bei 360 oder 370 - das wird ziemlich verrückt." Der GPDA-Vorsitzende sprach daher mahnende Worte aus: "Wenn es um die Sicherheit geht, hat uns die Geschichte leider gezeigt, dass es erst zu Zwischenfällen kommen muss, bevor Änderungen vorgenommen werden. Jeder muss im Vorfeld dieser Regeln wirklich gründlich arbeiten."

Russell warnt: Was passiert ohne Abtrieb bei weit über 300 km/h und einsetzendem Regen?

Er skizzierte ein mögliches Szenario mit Höchstrisiko: "Die Autos werden so schnell sein und auf den Geraden so wenig Abtrieb haben, dass es sich fast so anfühlt, als würde man schweben, als würde man einfach durch die Luft fliegen. Man kann sich vorstellen, dass es in einem Rennen, in dem es zu regnen beginnt und man auf Slick-Reifen mit 250 Meilen pro Stunde auf einem Straßenkurs unterwegs ist, ein bisschen ungemütlich wird."

Die lange Gerade in Baku könnte ab 2026 gefährlich werden, Foto: LAT Images
Die lange Gerade in Baku könnte ab 2026 gefährlich werden, Foto: LAT Images

Russells Ausführungen erinnern ein wenig an die Oval-Rennen der IndyCar-Serie. Dort kommt es bekanntermaßen immer wieder zu schweren Unfällen. Der Brite stellt in Frage, ob die Formel 1 einen solchen Weg einschlagen sollte: "Wo sollen wir aufhören? Werden wir auf 400 Stundenkilometer kommen? Müssen oder wollen die Fans das wirklich sehen? Was wollen wir eigentlich erreichen?"

Mercedes-Fahrer George Russell im Paddock
George Russell sorgt sich um die Sicherheit ab 2026, Foto: LAT Images

Vertrauen in die FIA: Werden alle Szenarien prüfen

Für ihn ist klar, dass etwas anderes zählen sollte: "Mir ist es nicht so wichtig, wie schnell die Autos auf der Strecke sind. Man will gutes Racing, hartes Racing und einen starken Wettbewerb, idealerweise zwischen jedem Team und jedem Fahrer." Ob dies gelingen wird, daran zweifeln einige. Zumindest was die Sicherheit angeht, so hat Russell aber auch durchaus Vertrauen in die Verantwortlichen: "Fairerweise muss man sagen, dass die FIA sich dessen bewusst ist und alle möglichen Szenarien prüft, was passieren könnte."

Sportlich fahren Russell und Mercedes derzeit den eigenen hohen Ansprüchen hinterher. Sein Noch-Teamkollege Lewis Hamilton glaubt aber, dass Mercedes bald wieder auf das Podest fahren können wird: