Was bislang geschah...

Fernando Alonso ist Formel 1 Weltmeister 2005. Okay, diese Meldung ist nicht gerade brandneu und auch nicht erst am Donnerstag in Japan geschehen, aber dennoch hatte sie große Auswirkungen auf die Abläufe im Paddock von Suzuka.

Dort drehte sich nämlich vieles, jedoch nicht alles, um den neuen Champion; den jüngsten aller Zeiten. Verändert hat sich das Leben des Fernando A. aus Oviedo dadurch aber nicht. Schließlich erinnern ihn nur die Journalisten jeden Tag mehrfach an diese Leistung. Das Leben seines Namensvetters Fernando Alonso aus Oxford hat sich hingegen sehr verändert: Bei ihm trudelten nach dem Titelgewinn seines berühmten Namenskollegen unzählige Glückwunsch- und Liebesbriefe ein.

Nur drei Teilnehmer waren heute in Suzuka geladen., Foto: Sutton
Nur drei Teilnehmer waren heute in Suzuka geladen., Foto: Sutton

Zu Liebesbekundungen zwischen dem Weltmeister und dem neuen Vizechampion Kimi Räikkönen kam es in der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Donnerstag zwar nicht. Aber immerhin reichten sich die beiden Kontrahenten vor der versammelten Pressemeute die Hand. Bei dieser Inszenierung verkam selbst der große Selbstdarsteller Flavio Briatore im Hintergrund nur zum Statisten.

Aber Fernando war nicht das einzige große Thema des Tages: Vor allem die japanischen Kollegen interessierten sich brennend für den Aufkauf von British American Racing durch Honda sowie das angebliche 11. Team, welches 2006 mit Honda-Motoren an den Start gehen soll.

Für die nach neuen Zutaten schmachtenden Gerüchteköche ist dies natürlich ein gefundenes Fressen: Es wird munter und ohne große Überlegungen oder Realitätsverbindungen über Fahrer, Teamchefs sowie Standorte diskutiert. Manch einer möchte sogar von einem "Test" am nächsten Montag in Dubai erfahren haben. Dabei wurde noch nicht einmal offiziell verkündet, wer konkret hinter dem Projekt steckt.

Wie es weiter geht...

Das Freie Training Wie es sich für ein modernes Freies Freitagstraining gehört, werden wir auch am Freitagmorgen (zu europäischer Zeit wahlweise mitten in der Nacht oder am sehr frühen Morgen) das übliche Bild erleben: Zuerst sind nur die Testfahrer auf der Strecke, danach nur wenige andere. Die Kräfteverhältnisse dürften derweil unverändert sein. McLaren bewies bereits bei den Tests in Jerez seine fortlaufend starke Form und Renault baut weiterhin auf neue Teile und ihre Stärke auf High-Speed Kursen. Nichtsdestotrotz gehen die Silberpfeile als klare Favoriten auf den Sieg und den Konstrukteurstitel in das vorletzte Rennwochenende des Jahres. Dahinter möchte Ferrari seinen Aufwärtstrend der Le Castellet Tests fortsetzen. Vielleicht gelingt den Roten ja auf einer ihrer Lieblingsbahnen der letzten Jahre ein kleines Wunder.

Nur in Japan tragen Fans solchen Kopfschmuck., Foto: Sutton
Nur in Japan tragen Fans solchen Kopfschmuck., Foto: Sutton

Die Japaner Ebenfalls zu Wundern aufgelegt sind die japanischen Fahrer, Teams und Hersteller. Neben Takuma Sato tritt dabei auch Sakon Yamamoto als Freitagstester für Jordan in Aktion. Bei ihm wird zu beobachten sein, ob er seine Kondition seit seinem ersten F1-Test in Silverstone verbessern konnte. Damals klagte er noch über die enormen Kräfte die auf ihn einwirkten. Takuma Sato wird hingegen von einer Welle der entrüsteten japanischen Fans getragen. Diese sind nämlich ganz und gar nicht zufrieden damit, dass Honda ihren Landsmann 2006 vor die weiße Tür setzt. Mit dem Zweitteam könnten die Honda-Verantwortlichen diese Wellen aber schnell glätten. Aber nicht nur Honda steht auf seiner Haus- und Hofstrecke im Mittelpunkt. Auch Toyota möchte beim Heimrennen ein gutes Ergebnis abliefern. Den Kampf um den 3. Rang der Team-WM hat man allerdings aufgegeben. Stattdessen soll der TF105B einen Podestplatz einbringen; oder vielleicht noch mehr. Die enthusiastischen japanischen F1-Fans würde es sicherlich freuen. Sie sind ja schließlich schon hellauf begeistert, wenn sie am Donnerstag und Freitag von der Tribüne aus die Mechaniker beim Arbeiten bewundern dürfen...

Die Reifen Auch bei den Reifen gibt es einen Lokalmatadoren: Bridgestone möchte mit seinem Heimrennen in Suzuka die enttäuschende Saison vergessen machen und zum Gegenschlag ausholen. Die letzten Tests in Le Castellet geben jedenfalls Anlass zur Hoffnung. Dennoch dürften die Michelin-Pneus mindestens ebenbürtig sein. Bislang waren sie in dieser Saison jedenfalls bis auf wenige Ausnahmen klar überlegen.

Die Motoren Sechs Piloten dürfen an diesem Wochenende turnusgemäß mit einem frischen Aggregat antreten. Neben Button, Villeneuve, R. Schumacher, Karthikeyan, Doornbos und Albers dürfen aber auch noch Webber, Pizzonia, Coulthard und Monteiro aufgrund eines Ausfalles in Brasilien auf ein neues Triebwerk zurückgreifen. Bei Honda kommt zudem das alljährliche "Suzuka-Special" zum Einsatz, welches Takuma Sato aufgrund seines Motorwechsels schon in Interlagos einsetzen durfte.

Die Fans warteten schon am Donnerstag auf die Action., Foto: Sutton
Die Fans warteten schon am Donnerstag auf die Action., Foto: Sutton

Das Wetter Bei Renault geht Chefstratege Pat Symonds von einem trockenen Freitag und Sonntag und einem möglicherweise verregneten Samstag aus. Die Wetterfrösche stimmen ihm dabei zu: Während für das gesamte Wochenende Temperaturen zwischen 16 und 21 Grad vorausgesagt werden, soll es am Freitag bewölkt, am Samstag regnerisch und am Sonntag teils bewölkt sein.

Die Pressekonferenz Auch am Freitag gibt es in Suzuka eine Pressekonferenz. Diese ist diesmal aber nicht den Teambossen und Technikern vorbehalten. Stattdessen gibt es ein kleines japanisches Gipfeltreffen: Takuma Sato, Janro Trulli, Tsutomu Tomita und Yosuhiro Wada geben sich die Ehre. Eines der vielen Themen wird dann erwartungsgemäß das ominöse und mysteriöse elfte F1-Team sein. Vielleicht gibt es bis dahin dann auch noch mehr amüsante Gerüchte.