Spa-Francorchamps: Das bedeutet Eau Rouge, Blanchimont und sehr viel Regen. So war es auch am vergangenen Wochenende im Rahmen des Großen Preises von Belgien. Ein Mann stand dabei besonders im Mittelpunkt. Und das obwohl er gar kein F1-Auto fährt. Safety-Car Fahrer Bernd Mayländer hatte in den Rahmenserien und der Formel 1 jede Menge zu tun.

"Ja, das waren auch sehr schwierige Bedingungen dort", verriet er rückblickend auf sein arbeitsreiches Wochenende in den Ardennen. "Mir ist es ja lieber, wenn ich nicht zum Einsatz komme - weil das immer auch bedeutet, dass nichts Schlimmes passiert ist."

Eines der großen Themen des Rennwochenendes waren die viel zu früh getimten Reifenwechsel einiger Fahrer. "Wieso können sich so viele Topfahrer dermaßen irren?", wollte deshalb motorsport-magazin.com Redakteur Michael Noir Trawniczek von Bernd Mayländer wissen.

"Das liegt zum einen am Reifenreglement", entgegnete der Ex-DTM-Pilot. "Die Reifen müssen in diesem Jahr ein Rennen lang halten, daher sind die Trockenreifen wesentlich härter als im letzten Jahr. Dann kam hinzu, dass man leicht annehmen konnte, dass die Strecke abtrocknen würde, denn es hat ja weder geregnet noch genieselt - es gab einfach so viel Luftfeuchtigkeit, dass die Strecke nicht abgetrocknet ist. Ich selbst dachte auch, dass man bald mit den Rillenreifen raus fahren könnte. Außerdem war es das erste Regenrennen in diesem Jahr und da haben sich halt einige vergriffen. Denn letztlich konnte man erst vier Runden vor Schluss auf Trockenreifen wechseln."

Am Freitagnachmittag war aufgrund sintflutartiger Regenfälle hingegen überhaupt nicht an den Einsatz von Trockenreifen zu denken. Selbst die Regenpneus der beiden Reifenhersteller kamen mit den belgischen Wassermassen nicht zurecht.

"Das liegt sicher auch an den Regenreifen", analysierte Mayländer bei Motorline.cc. "Aber die Reifenfirmen dürfen ja auch nur eine Mischung mitbringen - wobei ich dazusagen muss, dass ich kein Reglementspezialist bin, was die Reifen betrifft. Aber prinzipiell schwimmen Formel 1-Autos, oder auch die GP2-Boliden, natürlich viel leichter auf als beispielsweise mein Safety Car. Ein Formel 1 hat in etwa 650 Kilogramm, mein Mercedes hingegen wiegt 1500 Kilogramm. Eine Luftmatratze schwimmt leichter auf als ein Lastkraftwagen, wenn ich das mal so vergleichen darf. Prinzipiell war die Strecke am Freitag freigegeben, die FIA hat es den Teams freigestellt, zu fahren oder nicht zu fahren. Und sie entschieden sich dafür, nicht zu fahren, weil sie es nach dem Unfall von Liuzzi als zu gefährlich eingestuft haben."