Formel 1

Belgien GP: Die Stimmen zum Rennen

Wir verraten Ihnen was die 20 Piloten nach dem Belgien GP zu sagen hatten.
von Stephan Heublein

McLaren

Kimi Räikkönen: Wir gaben heute unser Bestes und ich bin begeistert hier zum zweiten Mal in Folge gewonnen zu haben. Juan Pablos Ausfall war eine Schande. Es tut mir für ihn und das Team leid. Denn wir hätten Spa heute mit einem verdienten Doppelsieg verlassen können. Im Rennen lief alles glatt und das Auto war großartig. Als die Strecke abtrocknete konnte ich mit einer Serie an schnellen Runden aufschließen und nach Juans Boxenstopps die Spitze übernehmen. Wir hätten heute aber einen Doppelsieg erreichen müssen.

Juan Pablo Montoya: Es ist immer hart auszuscheiden, aber wenn es außerhalb deiner Kontrolle liegt, dann ist es noch schmerzhafter. Ich weiß, dass Pizzonia sich auf Trockenreifen entrunden wollte und mich dabei von hinten rammte. Das war ein enttäuschendes Ende eines beinahe perfekten Wochenendes.

Renault

Fernando Alonso: Wir wussten, dass wir ein konkurrenzfähiges Auto haben und gingen deshalb keine unnötigen Risiken ein. Manchmal bringen diese Rennen eine Überraschung mit sich und deswegen bin ich mit diesem normalen Ergebnis zufrieden. Denn es ist genau das, was ich benötige. Mein Heck war in den schnellen Kurven instabil. Deshalb wollte ich nur sicherstellen, dass ich so viele Punkte wie möglich nach Hause bringen konnte. Ich machte keine Fehler und der dritte Platz wäre ebenso perfekt gewesen. P2 ist aber natürlich noch besser. Es war wirklich schön wieder etwas Hilfe von McLaren erhalten zu haben.

Giancarlo Fisichella: Die ersten Runden verliefen für mich perfekt. Ich verlor einige Plätze am Start, aber danach flog das Auto geradezu: Ich war schneller als alle anderen um mich herum. Ich verstehe aber leider nicht, was in der Eau Rouge bei meinem Abflug geschehen ist.

Toyota

Jarno Trulli: Ich hätte heute einen Podestplatz holen können. Das Auto war sehr schnell und wir konnten die Pace der McLaren mitgehen. Aber als das Safety-Car auf die Strecke ging mussten wir eine schnelle Entscheidung treffen. Die Stecke war noch nass und ich wollte auf Intermediates bleiben. Aber das Team entschied sich für Trockenreifen. Es war ein Risiko und es zahlte sich nicht aus. Ich konnte gerade so die Pace des Safety Cars mitgehen und musste noch einmal stoppen. Danach kämpfte ich mich wieder nach vorne, als Monteiro versehentlich seinen Pit-Limiter einschaltete. Ich hatte keine Möglichkeit ihm auszuweichen, verlor meinen Frontflügel und flog ab.

Ralf Schumacher: Das war ein sehr hartes Rennen. Das Timing der Safety-Car Phase entwickelte sich für uns zu einem Vorteil. Wir waren unter diesen Bedingungen schnell und alles lief gut. Danach entschieden wir uns zu früh dazu auf Trockenreifen zu wechseln. Die Strecke war einfach unglaublich rutschig. Ich kann mich nicht daran erinnern schon einmal solch ein Rennen erlebt zu haben. Wir kamen gleich wieder rein und konnten somit einige Punkte holen. Das Team hat gut gearbeitet. Wir haben nur eine Fehlentscheidung getroffen.

Ferrari:

Michael Schumacher: Jeder Unfall ist unnötig. Aber dieser scheint noch unnötiger als sonst gewesen zu sein. Ich bin natürlich überhaupt nicht glücklich darüber. Ich sah nichts und spürte einfach nur einen Schlag gegen das Heck des Autos. Es war dumm das Rennen so beenden zu müssen. Denn wir hatten gehofft, dass uns die gemischten Bedingungen helfen würden. Wir entschieden uns mit Trockenreifen zu fahren, aber es wurde sofort klar, dass man damit wie auf Eis fuhr. Wir haben heute versucht konkurrenzfähig zu sein und sind diesem Ziel etwas näher gekommen; aber noch nicht nah genug.

Rubens Barrichello: Leider hatten wir nicht genügend Speed und das war unser Problem. Unsere Entscheidungen bei der Reifenwahl und den Boxenstopps waren gut. Nur deshalb konnten wir einige Punkte nach Hause fahren. Wenn man alles zusammenzählt, dann sind vier Punkte heute nicht schlecht.

British American Racing

Jenson Button: Es ist fantastisch wieder auf dem Podium gestanden zu haben. Der erste Stint war dennoch nicht einfach. Ich hatte viel Übersteuern und konnte kaum einlenken! Deshalb passten wir beim Stopp den Frontflügel an. Dadurch verbesserte sich die Lage. Für die letzten Rennen haben wir noch einige neue Entwicklungen in der Hinterhand, weswegen wir noch mehr solcher Tage erleben möchten.

Takuma Sato: Zu Beginn war es ziemlich schwierig. Aber ich fuhr eine gute erste Runde und machte einige Plätze gut. Der Unfall mit Michael geschah in der ersten Kurve nach dem Re-Start. Es war sehr schwierig mit kalten Reifen und Bremsen das Auto abzubremsen. Deshalb berührte ich leider sein Heck. Ich bin sehr enttäuscht kein besseres Ergebnis eingefahren zu haben.

BMW-Williams

Mark Webber: Das Rennen war schwierig und stand im Zeichen der vielen Reifenwechsel. Es war schade, dass wir in der Safety-Car-Phase viel Zeit verloren haben, weil wir erst auf Trockenreifen, dann aber wieder zurück auf Intermediates gewechselt haben. Wir haben gepokert, wie jeder heute. Wir hätten heute ein noch besseres Ergebnis erzielen können, aber es war auch sehr leicht, rauszufliegen. Ein .normales. Rennen war bei mir längst mal wieder fällig. Das Ergebnis gehört dem Team. Die bisherige Saison war hart, und das Team hat großen Einsatz gezeigt. Das ist zwar noch immer nicht das Ergebnis, was wir wollen. Aber wir haben doch gute Entscheidungen getroffen. Auch BMW hat gute Arbeit geleistet, die Motoren haben zwei harte Grand Prix absolviert.

Antonio Pizzonia: Durch die Streckenbedingungen und die Reifenwechsel war das Rennen sehr hektisch. Wir haben etwas Zeit durch Boxenstopps verloren, aber das gehörte heute dazu. Zu dem Unfall mit Montoya: Ich war auf Trockenreifen und schneller als er. Er war ziemlich langsam, weil seine Reifen nicht mehr gut waren. Vielleicht auch, weil er nur noch zu Ende fahren wollte. Ich dachte, er hätte mich gesehen. Er hat sehr früh gebremst und ich dachte, er wolle mich vorbeilassen. Ich bin neben ihn gefahren. Aber er hatte mich offenbar doch nicht gesehen, denn er hat ganz normal eingelenkt. Ich konnte den Unfall nicht mehr verhindern. Es tut mir leid für ich. Ich wollte niemandes Rennen ruinieren. Meines habe ich damit auch verschenkt.

Sauber

Felipe Massa: Was soll ich sagen? Wir hätten heute auf dem Podium stehen können, wenn ich auf Intermediates geblieben wäre. Denn ich war zu diesem Zeitpunkt vor Button. Mein Ingenieur Mike Krack fragte mich ob ich wechseln wollte. Weil die Strecke ähnlich wie am Freitag war, als die Rillenreifen gut funktionierten, entschied ich mich das Risiko einzugehen. Wenn es funktioniert hätte, wären wir Helden gewesen. Aber leider wurde das Auto einfach nur unfahrbar.

Jacques Villeneuve: So ein Ergebnis rechtfertigt ein Qualifying mit viel Sprit! Die Entscheidung während der Safety Car Phase draußen zu bleiben war genau richtig. Allerdings hatte ich auf meinem Weg viele Abenteuer zu bestehen. Einmal stand ich in der Eau Rouge komplett quer und dachte schon, dass es aus wäre. Aber ich rettete das Auto. Danach hatte ich einen Rad-an-Rad-Zweikampf mit Karthikeyan in Les Combes. Für mich war es also kein langweiliges Rennen!

Red Bull

David Coulthard: Das war der erste Motorschaden seit Dezember. Wir müssen einfach akzeptieren, dass manchmal ein Motor kaputt geht. Wir gingen ein Risiko ein und zogen Trockenreifen auf. Allerdings blieb das Safety-Car nicht lange genug draußen, um die Reifen auf Temperatur zu bringen. Die neuen Rillenreifen funktionieren auf einer feuchten Strecke einfach nicht.

Christian Klien: Mein Start war ziemlich gut und ich konnte in den ersten beiden Runden drei Plätze gutmachen. Auf den Trockenreifen war das Auto später aber nicht zu kontrollieren, weswegen ich wieder auf Regenreifen wechseln musste. Es ist ziemlich enttäuschend am Ende nur Neunter geworden zu sein. Denn ohne Fehler hätten wir heute locker Punkte holen können.

Jordan

Narain Karthikeyan: Ich hatte einen sehr guten Start. Dann kam die Safety Car Phase und Tiago und ich gingen zeitgleich in die Box. Ich musste deshalb hinten anstehen und verlor viel Zeit. Das war schade. Denn ich hatte ein gutes Rennen und konnte mit einigen Autos kämpfen.

Tiago Monteiro: Es hat Spaß gemacht heute unter diesen Bedingungen zu fahren. Denn wir wussten, dass uns diese liegen und wir uns verbessern konnten. Dies ist ein echter WM-Punkt, den wir uns definitiv verdient haben.

Minardi

Christijan Albers: Wir haben heute das Bestmögliche herausgeholt. Jedenfalls mit unserer Strategie. Das Rennen war mit den Regenreifen sehr schwierig. Die Intermediates waren besser. Leider fiel mein zweiter Gang für einen Großteil des Rennens aus, weshalb ich viel Zeit beim Schalten verloren habe. Also können wir froh sein das Rennen überhaupt beendet zu haben.

Robert Doornbos: Wir setzten auf mehr Regen und begannen das Rennen mit Regenreifen. Allerdings stellten wir schnell fest, dass dies die falsche Entscheidung war. Wir sind das gesamte Wochenende über Risiken eingegangen und versuchten deshalb beim zweiten Stopp Slicks aufzuziehen. Aber es war unmöglich. Ich verlor auf einer Runde 60 Sekunden. Es war nicht gerade das beste Wochenende.


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