Ganze einundzwanzig Piloten aller zehn Teams drehten am dritten Testtag im königlichen Park zu Monza unaufhörlich ihre Runden. Der absolute Rundenkrösus war dabei Giancarlo Fisichella, der die unglaubliche Anzahl von 144 Umläufen absolvierte. Aber auch acht weitere Fahrer drehten eine dreistellige Rundenanzahl.

Die schnellste Runde brannte unterdessen, wie schon gestern, der Kolumbianer Juan Pablo Montoya in den italienischen Asphalt. In 1:19.813 Minuten stellte der Südamerikaner damit am zweiten Tag in Folge einen neuen inoffiziellen Streckenrekord auf.

"Es war ein ermutigender Test. Das Auto lief richtig gut in Monza und es fühlt sich sehr schnell an", kommentierte Montoya seine beiden Testtage. "Wir haben schnelle Zeiten hingelegt und können diese Pace hoffentlich auch im Rennen zeigen. Ich habe viele Long Runs zurückgelegt und einige wichtige Daten für die Reifenwahl für Italien und Belgien gesammelt."

Hinter dem Kolumbianer reihte sich sein Teamkollege Kimi Räikkönen auf dem zweiten Rang der Zeitentabelle ein. Ein Ergebnis welches der Finne beim Rennen in gute einer Woche gerne umdrehen würde. Ansonsten lief für ihn heute alles nach Plan.

"Das war eine positive Testsession", bilanzierte er trotz Problemen am Vortag. "Wir absolvierten unser geplantes Programm und die Setup-Arbeiten für den Italien GP. Jetzt freue ich mich auf das Rennen. Wir hatten gestern einen schwierigen Nachmittag, da wir die Getriebeprobleme beseitigen mussten. Das Team hat aber hart gearbeitet um das Auto wieder auf die Strecke zu bringen und einige Installationsrunden zu drehen."

Da McLaren nur noch vier Tage des 30 Testtage-Kontingents übrig hat, beenden die Silbernen die Monza-Tests bereits heute. British American Racing begann die Tests hingegen aus dem gleichen Grund erst am Donnerstag. Abgesehen von einem Getriebeproblem bei Takuma Sato am Morgen erlebten die Weißen aber einen guten ersten Testtag. Jenson Button wurde knapp vor Takuma Sato Siebter. Testfahrer Adam Carroll reihte sich hingegen am Ende des Feldes ein.

Für den WM-Spitzenreiter Fernando Alonso standen unterdessen Long Runs auf der Tagesordnung. "Wir hatten heute ein großes Programm zu absolvieren und dies verlangte eine disziplinierte Herangehensweise", erklärte Testteamchef Christian Silk. "Die Hauptlast lag auf Reifentests - Mischungen und Konstruktionen für Monza und Spa. Wir nahmen uns aber auch Zeit die Bremsen zu testen und am Setup für das nächste Wochenende zu arbeiten."

Das Ergebnis: Alonso und Fisichella reihten sich hinter den beiden Silberpfeilen auf den Rängen drei und vier ein. Nur unwesentliche langsamer beendete Mark Webber den Tag auf Rang fünf. Sein Teamkollege Nick Heidfeld wurde nach 59 Umläufen immerhin noch Elfter.

Ebenfalls einen guten Tag erlebte Weltmeister Michael Schumacher, der heute das Cockpit von seinem nächstjährigen Teamkollegen Felipe Massa übernahm. Nach dem Abarbeiten der Reifen- und Setuparbeiten landete der Deutsche auf dem sechsten Rang. Luca Badoer wurde im zweiten Ferrari Neunter.

Nicht unter den ersten Zehn anzutreffen waren die drei Toyota-Piloten. Während Ralf Schumacher sich auf Platz 14 einreihte, hatte Ricardo Zonta mit der B-Spezifikation des TF105 Probleme und kam nur auf fünf Runden. Olivier Panis legte mit dem V8-Boliden unterdessen immerhin 29 Runden zurück. Blieb dabei aber sagenhafte zehn Sekunden über der Bestzeit.

Als Einzelkämpfer betätigte sich auch heute wieder der Kanadier Jacques Villeneuve. "Wir haben heute die Rennspezifikation für Jacques Auto festgelegt und die Aerodynamikteile für Monza bestätigt. Zudem arbeiteten wir mit Michelin an der Reifenwahl für die anstehenden Rennen", fasste Testingenieur Paul Russell die Fortschritte der Schweizer zusammen. "Felipe wird diese Arbeit morgen fortsetzen. Davon abgesehen wird Felipe uns auch dabei helfen Jacques Daten der letzten zwei Tage zu bestätigen und am Basis-Setup für den Italien GP arbeiten."

Die Testzeiten aus Monza

Platz Fahrer (Team) Reifen Zeit Runden
1. Juan Pablo Montoya (McLaren) M 1:19.813 120
2. Kimi Räikkönen (McLaren) M 1:20.082 73
3. Fernando Alonso (Renault) M 1:20.251 131
4. Giancarlo Fisichella (Renault) M 1:20.707 144
5. Mark Webber (Williams) M 1:20.97 122
6. Michael Schumacher (Ferrari) B 1:21.071 97
7. Jenson Button (B·A·R) M 1:21.222 113
8. Takuma Sato (B·A·R) M 1:21.447 103
9. Luca Badoer (Ferrari) B 1:21.396 76
10. David Coulthard (Red Bull) M 1:21.698 84
11. Nick Heidfeld (Williams) M 1:21.817 59
12. Christian Klien (Red Bull) M 1:21.908 99
13. Jacques Villeneuve (Sauber) M 1:21.923 120
14. Ralf Schumacher (Toyota) M 1:22.137 109
15. Tiago Monteiro (Jordan EJ15B) B 1:23.388 77
16. Robert Doornbos (Minardi) B 1:24.794 29
17. Nicolas Kiesa (Jordan) B 1:24.795 36
18. Adam Carroll (B·A·R) M 1:25.097 36
19. Nicky Pastorelli (Jordan) B 1:25.102 102
20. Olivier Panis (Toyota) M 1:29.601 29
21. Ricardo Zonta (Toyota) M keine Zeit 5