Formel 1

Formel 1 Abu Dhabi: FIA erklärt DRS-Dürre mit Server-Crash

Die Formel 1 musste im Rennen in Abu Dhabi ungewohnt lang ohne DRS auskommen. Sebastian Vettel scherzte: wie in der Kreisliga. Was dahinter steckte.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - 17 Runden lang mussten Fahrer und Zuschauer im Formel-1-Rennen in Abu Dhabi 2019 warten bis die FIA endlich DRS freigab. Normalerweise aktiviert die Rennleitung das System zum Aufklappen des Heckflügels bereits nach zwei Runden.

Dieses Mal allerdings informierte die FIA zu diesem Zeitpunkt, das System stehe wegen technischer Probleme nicht zur Verfügung. Erst nach mehr als einem Viertel der Renndistanz feierte der verstellbare Flügel sein Comeback.

Für Sebastian Vettel zu spät. "Ich habe auf das DRS gewartet, aber es kam nicht", kritisierte der Ferrari Pilot. Vettel war auf Soft gestartet, brauchte den Topspeed-Bosst unbedingt, um an Verstappen vorbeizukommen, um den Vorteil des weicheren Reifens auch nutzen zu können.

"Das ist ein bisschen wie Kreisliga hier. Ich weiß nicht, wie sowas passieren kann. Liegt wahrscheinlich daran, dass fast kein Geld in dem Sport vorhanden ist", moserte Vettel deshalb.

Tatsächlich steckt hinter der DRS-Flaute eine einfache Erklärung. "Ein Datenserver ist abgestürzt. Das Timing hat sonst noch funktioniert wie wir alle gesehen haben. Aber dieser Teil ist gecrasht, also haben wir es sofort deaktiviert", berichtet FIA-Rennleiter Michael Masi.

Dann habe es eine Weile gedauert. "Bis wir 100 Prozent sicher waren, dass es nicht nur zurück war und lief, sondern auch mit den korrekten Daten lief", erklärt Masi. Mit einem schnellen Reset war es nicht getan.

"Erst einmal mussten wir herausfinden, was genau das Problem war. Wie wir alle wissen gibt es bei jedem Back-up-System dann einen Überhang", sagt Masi. "Wir mussten auch sicherstellen, dass es wieder da war und stabil lief, sodass wir uns sicher sein konnten, dass alles gesendet wird - und zwar einheitlich und korrekt. Als wir das waren, haben wir das DRS wieder freigeschaltet."

Das alles sei in Zusammenarbeit von FIA und Formel 1 über die Bühne gegangen. Das System wird gemeinsam von FIA und FOM betrieben. "Also haben wir in FIA und Formel 1 diverse Tests vorgenommen, um sicherzugehen, dass alles reibungslos funktioniert. Bis dieser Punkt erreicht war wollten wir kein Risiko eingehen", sagt Masi.

Denn das wäre unabsehbar gewesen. Masi: "Es wäre nicht so gewesen, dass es einfach allen zur Verfügung gestanden hätte. Um ehrlich zu sein, will ich lieber nicht über die genauen Folgen nachdenken. Deshalb haben wir es als Vorsichtsmaßnahme global deaktiviert."


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