Formel 1

Formel 1: FIA-Chef Jean Todt prangert Schwarzmalerei in F1 an

Wird in der Formel 1 zu viel schlecht gemacht? Das kritisierte jetzt FIA-Chef Jean Todt. F1-Boss Chase Carey sieht unterdessen vor allem zwei Prioritäten.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Der Formel-1-Saisonstart 2019 steht kurz bevor. Keine zehn Tage sind es mehr, ehe im ersten Freien Training zum Australien GP in Melbourne zum ersten Mal die Motoren angelassen werden. Im Rahmen des Genfer Automobilsalons warfen nun die Bosse von FIA und Formel 1 einen Blick in die nahe Zukunft.

FIA-Präsident Jean Todt zeigte sich dabei voller Vorfreude auf die neue Saison. Es gebe aber gar keinen Grund, warum er sich 2019 ganz besonders freuen müsse, so Todt - trotz von vielen Seiten heiß erwarteten Themen wie Sebastian Vettel gegen Charles Leclerc bei Ferrari, Red Bull Honda oder den Auswirkungen der neuen Aerodynamik-Regeln auf das Racing.

Todt: Formel 1 voller Kontroversen 'unglücklich'

Todt sieht die Sache etwas anders: "Ich war schon vorher begeistert!" Wenn es aber unbedingt etwas sein müsse, dann doch die neuen Aero-Regeln. "Jetzt sind es im Besonderen ganz klar die neuen Aerodynamik-Regeln. Ich höre alles. Dass es Geldverschwendung war. Dass es eine fantastische Verbesserung für das Überholen liefert. Ich bin gespannt, was es dann wirklich bringen wird", so Todt.

Eine Kritik sendete der Franzose gleich hinterher. In der Königsklasse werde zu viel Schwarzmalerei betreiben. "Die Formel 1 ist eine Welt voll von Kontroverse. Die Leute versuchen immer - statt positiv heranzugehen und zu versuchen, ein tolles Motorsport-Produkt aufzubauen - etwas zu finden, das nicht läuft. Das ist etwas unglücklich", hadert Todt.

Todt freut sich über Nachwuchs: Wie F2-Meisterschaft

Deshalb wirbt der FIA-Präsident als Gegenpol gleich noch mit einem zweiten Aspekt für sein Premiumprodukt F1: "Es wird ein faszinierendes neues Jahr mit den neuen Fahrern. Das habe ich schon gedacht, als ich mir die Testfahrten in Barcelona angesehen habe. Ich dachte, das ist ja fast eine Formel-2-Meisterschaft! Auch die neuen Autos, die neuen Beteiligten. Da gibt es sehr viel, auf das man sich freuen kann."

Formel 1: Gibt es 2019 mehr Überholmanöver?: (06:43 Min.)

Wenig überraschend sieht all das Formel-1-Boss Chase Carey sehr ähnlich. Der Chef des zuletzt für zähes Vorankommen kritisierten F1-Eigners Liberty Media verteidigt seine Unternehmungen. In 2019 gehe man mit jeder Menge Rückenwind, so Carey mit Blick auf die im Vorjahr gestiegenen Live-Zuschauerzahlen an der Strecke, zehn Prozent Zuwachs unterschiedlicher TV-Zuschauer auf 2018 490 Millionen weltweit und weiteres Wachstum im Bereich Social Media.

Formel-1-Boss: Zwei strategische Ziele

Zumindest bei Letzterem hatte Liberty 2017 jedoch im Grunde bei Null angefangen, entsprechend handelt es sich hier zum Großteil um einen Selbstläufer. Fast genauso wie ein erfolgreiches Jahr 2019, wenn man Carey so zuhört. "Es gibt fantastische Geschichten, die sie abzeichnen", meint der F1-Boss.

"Acht von zehn Teams haben ihre Fahrerpaarung geändert, neue Fahrer aus der Formel 2 kommen, Robert Kubica kehrt zurück auf die F1-Bühne und natürlich ein aufregender Kampf von Fahrern und Konstrukteuren die ganze Startaufstellung hoch und runter", schwärmt Carey. Hinzu würden diverse Fan-Festivals, die Feierlichkeiten zum 1000. Formel-1-Rennen der Geschichte in China und eine fortschreitende digitale Offensive kommen, wirbt Carey.

"2019 ist auch nur ein Schritt auf dem Weg zu unseren langfristigen Plänen", ergänzt Carey jedoch. Nach einem zuletzt spekulierten schnellen Rückzieher Libertys aus der Formel 1 klingt das nicht gerade. Vielmehr formuliert Carey jetzt zwei klare strategische Prioritäten für die Formel 1. "Wir müssen die technologische Führerschaft und die unfassbaren Leistungen und die Effizienz unserer Hybrid-Motoren herausstellen. Und wir müssen weiter darauf achten, dass die Formel 1 ein Sport für jedermann ist", fordert der US-Amerikaner.


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