Formel 1

Formel 1: Ferrari streicht Mission Winnow aus Teamnamen

Ferrari hat die Initiative 'Mission Winnow' wieder aus seinem offiziellen Teamnamen entfernt. Absicherung vor rechtlichen Problemen mit Tabakwerbeverbot?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Ferrari heißt wieder nur Ferrari. Wie aus einem Update der offiziellen Starterliste für die Formel-1-Saison 2019 des Automobilweltverbands FIA hervorgeht, hat die Scuderia die schon bei der vorletzten Novelle Ende November eingeführte Ergänzung 'Mission Winnow' des formal vollständigen Teamnamens wieder entfernt.

Damit heißt das Team von Sebastian Vettel und Charles Leclerc in der F1-Saison 2019 wieder ganz einfach "Scuderia Ferrari" statt "Scuderia Ferrari Mission Winnow".

Die Bezeichnung Mission Winnow rührt von einer Kampagne des langjährigen Ferrari-Partners Philipp Morris. Beim Japan GP 2018 hatte man die neue Initiative erstmals gemeinsam präsentiert, auf Lackierung und Rennoveralls der Fahrer angebracht. Erst 2019 folgte die jetzt zurückgenommene Ergänzung im Teamnamen.

Über einen Grund für diesen Schritt ist von offizieller Seite nichts bekannt. Der Hintergrund scheint jedoch offensichtlich: Ferrari und Philipp Morris wollen offenbar auf Nummer sicher gehen, sich vor dem Saisonstart in Melbourne gegen rechtliche Probleme absichern.

Australische Behörden ermitteln gegen Ferraris Mission Winnow

Zuletzt hatten speziell in Australien gleich mehrere Behörden Untersuchungen gegen diese Form des Sponsorings eingeleitet, weil sie gegen das in der Formel 1 seit gut einem Jahrzehnt geltenden Tabakwerbeverbot verstoßen könnten.

Die erste Untersuchung startete jedoch schon mit dem Japan GP - als das Logo der Mission Winnow erstmals im TV auf dem Ferrari zu sehen war, sich aber noch nicht im Teamnamen spiegelte. Offen bleibt somit, ob nun auch Anpassungen der Lackierung folgen. Wie das britische 'RaceFans' berichtete, wirft auf die EU ein Auge auf das Thema.

Neben Ferrari hat 2019 auch McLaren ein ähnliches Sponsoring am Haken, statt mit Philipp Morris (PMI) mit British American Tobacco (BAT) und deren Kampagne "A better Tomorrow". Dieser Name fand, anders als bei Ferrari, allerdings nie eine Entsprechung im Teamnamen des Rennstalls aus Woking.

Sowohl PMI als auch BAT verfolgen mit diesen Initiativen das Ziel, sich neben dem klassischen Tabakgeschäft ein zweites Standbein im expandierenden Markt rauchfreier Produkte wie E-Zigaretten aufzubauen und so ein gesundes Image zu verpassen.

Experte: Trojanisches Pferd der Tabakindustrie

Das Sportsponsoring mit diesen Kampagnen sei deshalb kein Verstoß gegen das Tabakwerbeverbot, weil man eine Gesundheitsinitiative, gar kein (Tabak)-Produkt bekannt mache, verteidigt Philipp Morris sich bereits offensiv in einem eigenen FAQ auf der Mission-Winnow-Website.

Doch Professor Simon Capewell, Gesundheitsexperte der Universität von Liverpool im britischen 'Telegraph' analysiert: "Das ist ein trojanisches Pferd, das diese Industrie da erfunden hat. So können sie vorgeben, dass sie Teil der Lösung sind statt Teil des Problems."

FIA-Starterliste: Racing Point mit "BWT Mercedes"-Motor

Neben des neuen, alten Ferrari-Namens offenbart die neueste Version der FIA-Startliste für die Formel 1 2019 noch zwei weitere Änderungen, eine etwas überraschender als die andere. Während bei Williams der neue Titelsponsor Rokit seinen Weg in die Bezeichnung des Teams gefunden hat (Rokit Williams Racing statt nur Williams Racing), taucht bei Racing Point neben des auch hier neuen Titelsponsors SportPesa zusätzlich ein neues Motorenbranding auf: Statt nur Mercedes heißt die Power Unit jetzt BWT Mercedes.


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