Formel 1

Formel 1: Racing Point abgehängt? Testfahrten auf Sparflamme

Racing Point glänzt bei den Formel-1-Testfahrten 2019 nicht als Rundenkönig. Laut Team alles im Plan. Sergio Perez macht trotzdem Druck für Test-Finale.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Racing Point fährt bei den Formel-1-Testfahrten 2019 in Barcelona scheinbar nur auf niedriger Flamme. Den in der Krise steckenden Konkurrenten Williams außen vor gelassen, hat der ehemalige Force-India-Rennstall in den bisher anderthalb Wochen klar das geringste Rundenpensum abgespult. Das Team beteuert trotz überschaubarer Testkilometer, voll auf Kurs zu sein.

"Bei uns ist alles im Plan. Wir machen sehr viele Messungen und bauen das Auto zwischen den Runs stärker um. Deshalb fahren wir nicht so viel", erklärt Technik-Chef Andy Green gegenüber Motorsport-Magazin.com, weshalb das alte neue Team in der Königsklasse wie schon in der ersten Woche bei der Laufleistung der Konkurrenz hinterherhinkt.

In Woche eins spulten Sergio Perez und Lance Stroll nur 248 Runden ab. Damit lag man sogar noch deutlich hinter dem von defekten gebeutelten Haas, das auf 384 Runden kam. Auch in der zweiten Woche blieb Racing Point mit 82 Runden für Stroll am Dienstag und 88 für Perez am Mittwoch bescheiden.

Racing Point trotz kleiner Probleme auf Kurs

Fundamentale Probleme wie bei Haas oder McLaren, die beide mit Defekten bereits mehrere Rotphasen auslösten, gab es bei den Kanadiern bisher nicht. "Heute hatten wir ein kleines Problem, das uns etwas Zeit gekostet hat, aber es gab trotzdem keine Abweichung vom Plan", beteuert Green, dass es am RP19 an Tag sechs nur die gewöhnlichen Kinderkrankheiten gab.

"Es war ein guter Tag. Wir brauchen mehr davon, denn bisher waren wir sehr eingeschränkt von den Runden", so Perez, der den Tag als Zweiter abschloss und mit 1:17.842 Minuten seine bisher schnellste Zeit bei den Wintertests fuhr. Der Mexikaner ist zufrieden: "Wir machen gute Fortschritte. Nicht nur wenn ich fahre, sondern auch wenn Lance fährt. Wir gehen in die richtige Richtung."

Die geringe Streckenzeit bereitet ihm allerdings Sorgen. "Wir brauchen noch mehr Kilometer an den letzten beiden Tagen, um zu sehen, wo wir wirklich stehen", mahnt er. "Ich bin bisher vielleicht 130 bis 140 Runden gefahren, das ist nicht so viel. Deswegen würde ich am letzten Tag gerne noch viel fahren."

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Perez trotz Sparprogramm zuversichtlich: Wichtige Infos für Melbourne

Der 29-Jährige ist zähe Testarbeit gewohnt. Für ihn ist es das sechste Jahr beim Rennstall aus Silverstone. Vor allem 2018 hatte das damals noch unter dem Namen Force India gemeldete Team aufgrund von Budgetproblemen einen mühsamen Start ins Jahr. "Die Infos, die man beim Test bekommt, sind wichtig. Es ist wichtig, für Melbourne ein gutes Paket zu haben", sagt er im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com

Für den Auftakt hat Racing Point ohnehin schon ein umfangreiches Upgrades angekündigt. Ein weiterer Grund dafür, dass sich das Team in Barcelona nicht um Kopf und Kragen testet. "Wir sind davon ausgegangen, nicht allzu viel zu fahren, weil wir für Melbourne mit einem stark veränderten Auto planen", so Perez.

Obwohl er gerne mehr Zeit im Cockpit hätte, fühlt er sich mit dem Programm seines Teams gut auf den Auftakt vorbereitet. "Ich habe heute gute Fortschritte gemacht", so Perez, der den letzten Schritt zur vollen Vertrautheit mit dem neuen Arbeitsgerät am Freitag noch erledigen will: "Ich brauche einen guten letzten Tag mit vielen Kilometern, wo ich unterschiedliche Benzinmengen ausprobieren kann."


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