Formel 1

Formel-1-Test Ungarn 2018: Mercedes vorne, Ferrari beeindruckt

Der letzte Testtag der Formel 1 in Ungarn endet mit neuem inoffiziellen Streckenrekord für Mercedes. Doch Ferraris Kimi Räikkönen setzt die wahre Duftmarke.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 hat fertig. Auf dem Hungaroring endete am Mittwoch der zweitägige Young-Driver-Test im Anschluss an den Ungarn GP. Damit verabschiedet sich die Königsklasse in die wohlverdiente Sommerpause. Den Test prägten insbesondere die neuen Teile für 2019. Wie am Dienstag waren Williams und Red Bull wieder mit experimentellen Flügeln unterwegs.

Bei Mercedes und Ferrari verzichtete man auf derart langfristige Tests. Stattdessen fokussierte man sich voll und ganz darauf, die aktuellen Boliden für die Saison 2018 noch besser zu machen. Ferrari etwa habe einzig und allein am Setup gefeilt, berichtete Kimi Räikkönen.

Knappe Mercedes-Bestzeit, doch Räikkönen mit Soft-Hammer

Interessant: Bei ihren Testfahrten lieferten sich die beiden Top-Teams ein fast schon Qualifying-ähnliches Kopf-an-Kopfrennen um die Spitze. Gleich drei Mal wechselten sich Räikkönen und Mercedes-Junior George Russell an der Spitze ab - am Nachmittag, nachdem Räikkönen am Vormittag durchgängig in Front gelegen hatte. Doch am Ende ging es zum Vorteil des Briten aus - allerdings nur auf den ersten Blick. Auch in Sachen Laufleistung waren Rot und Silber vorne dabei.

Erster Blick auf die neuen Frontflügel für 2019 - Formel 1: (04:21 Min.)

Das Ergebnis: Mit einer 1:15.565 Minuten erzielte George Russell nicht nur die Bestzeit am Mittwoch. Noch dazu war der Mercedes-Pilot mit dieser Zeit knapp eine Zehntel schneller als der am Tag zuvor neu aufgestellte inoffizielle Hungaroring-Rekord von Ferraris Antonio Giovinazzi. Wie der Italiener benutzte Russell dafür Pirellis weichsten Reifen überhaupt, den Hypersoft.

Kimi Räikkönen mit Soft schneller als Streckenrekord

Genau das ist jedoch der Grund, warum Russells Zeit dennoch nicht die bemerkenswerteste war. Die gebührte ganz klar Kimi Räikkönen. Dem Ferrari-Routinier fehlten bis kurz vor Schluss nur 0,230 Sekunden auf die Mercedes-Marke, doch war das die viel intensivere Duftmarke.

Räikkönen hatte dafür nämlich lediglich den Soft benutzt, also einen drei Stufen härteren Pirelli-Gummi. Noch ein Vergleich: Den offiziellen Streckenrekord hält seit Samstag Sebastian Vettel mit 1:16.170 Minuten auf Ultrasoft - auch noch zwei Klassen weicher als Räikkönen beim Test.

Kurz vor Ende des Tests gabs dann auch noch vom Finnen einen Hypersoft-Run, der allerdings nicht perfekt getroffen sein konnte, kam er Russell damit nur um weitere eineinhalb Zehntel näher. Das potentielle Delta von Soft auf Hypersoft ist dramatisch größer.

Der dritte Platz ging an Red Bull und Nachwuchsfahrer Jake Dennis. Mit einer 1:17.012 Minuten auf Hypersoft musste der jedoch schon deutlich abreißen lassen. Die Top-5 komplettierten Antonio Giovinazzi, diesmal im Sauber, und Robert Kubica, dessen Fans auf den Rängen wieder für kräftig Stimmung sorgten.

Räikkönen fährt am meisten, Force India sorgt für doppelt Rot

Die Rundenkönige: In Sachen Kilometer lag der Ferrari dann auch absolut vor dem Mercedes. Räikkönen fuhr 131 Runden und damit die meisten von allen. Jake Dennis schaffte dasselbe. Sean Gelael im Toro Rosso kam auf 122, Antonio Giovinazzi, Russel, Robert Kubica und Artem Markelov fuhren ebenfalls mehr als 100 Runden. Dasselbe gilt für den Pirelli-Toro-Rosso, in dem sich Pierre Gasly und Brendon Hartley gemeinsam verdingten, zusammen auf 142 Umläufe kamen.

Ergebnis: Formel-1-Testfahrten Ungarn 2018 - Tag 2

P Fahrer Team Zeit Runden
1 Russell Mercedes 1:15.575 116
2 Räikkönen Ferrari 1:15.649 131
3 Dennis Red Bull 1:17.012 131
4 Giovinazzi Sauber 1:17.558 120
5 Mazepin Force India 1:17.748 51
6 Kubica Williams 1:18.451 103
7 Norris McLaren 1.18.472 73
8 Markelov Renault 1:18.496 108
9 Gelael Toro Rosso 1:19.046 122
10 Gasly (Pirelli) Toro Rosso 1:19.790 75
11 Hartley (Pirelli) Toro Rosso 1:20.221 67

Die Zwischenfälle: Force Indias Nikita Mazepin sorgte am Vormittag für die einzige Unterbrechung der Morgensession durch rote Flaggen. In Kurve elf, wo tags zuvor Sean Gelael gecrasht war, war der Bolide des Russen stehengeblieben. Mazepin stopfte sein Auto allerdings nicht in die Wand, sondern erlitt einen technischen Defekt. Der Morgen war gelaufen.

Am Nachmittag jedoch schickte das Team Mazepin schnell wieder heraus. Aber nicht lang. Nach knapp der Hälfte des Nachmittags war wieder Rot. Wieder Mazepin. Diesmal Kurve 13 gestrandet mit rauchendem Heck. Kurios: In der Mittagspause hatte der Russe noch in seiner Medienrunde gesagt, er wolle das Team gar nicht ausdrücklich beeindrucken. Damit seien schon viele gescheitert. Ob dem Zwischenfall jedoch wirklich ein Unfall zugrunde lag erscheint unwahrscheinlich: Erneut sah der Force India in Ordnung aus.


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