Formel 1

Formel 1, Alonso jagt die Top-Teams: Aber nur mit Windschatten

McLaren präsentierte sich am Freitag in Baku durchwachsen. Alonso stürmte die Top-10, bei Vandoorne ging nichts. Der Topspeed bereitet weiter Sorgen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Das McLaren-Duo war am Freitag in Baku eine ähnlich große Wundertüte wie Ferrari. Während Fernando Alonso den MCL33 zielsicher in beiden Sessions in die Top-10 steuerte, versauerte Stoffel Vandoorne am Ende des Feldes. Beide Fahrer hatten jedoch eine schlüssige Erklärung für das jeweilige extreme Abschneiden.

"Ich hatte im letzten Sektor Glück, dass Nico [Hülkenberg,, Anm. d. Red.] gerade seine schnelle Runde begann. Er gab mir ein paar extra Zehntel im letzten Sektor", erklärte Alonso seinen sechsten Platz im 2. Freien Training mit Windschatten-Glück. Auf seiner schnellsten Runde verlor er neun Zehntel auf Ricciardos Bestzeit. Auf den vor ihm platzierten Lewis Hamilton fehlte lediglich eine Zehntel.

Ohne die Hilfe vom Werks-Renault hätte das jedoch anders ausgesehen, wie Alonso zugab: "Platz neun oder zehn wäre wohl etwas realistischer gewesen." Alonso wurde mit einem Topspeed von 325 km/h gemessen, womit er im Vergleich zu Vettel oder Bottas, die mit 332 respektive 327 km/h gestoppt wurden, gar nicht mal so schlecht abschnitt.

Nachdem McLaren an den ersten Rennwochenenden bei der Höchstgeschwindigkeit ziemlich schlecht unterwegs war, wurden für Baku ein paar Modifikationen vorgenommen. "Wir haben ein paar Dinge getestet, die positive Resultate zeigten", so Alonso. "Wir haben etwas mehr Speed im Vergleich zu den vorherigen Rennen."

Alonso sieht weiterhin Topspeed-Defizit bei McLaren

Die bisherige Stärke des MCL33 soll unter den Modifikationen nicht gelitten haben. "Es hat sich in den Kurven und den langsamen Sektoren nicht zum Nachteil ausgewirkt", versicherte Alonso, für den das Problem aber damit längst noch nicht final gelöst ist. "Ich weiß, dass es auch hier eine unserer Schwächen sein wird. Aber hoffentlich weniger als in den letzten Rennen."

Abgesehen davon war Alonso aber mit dem Gesamtpaket mehr als zufrieden. "Das Auto hat sich sehr gut gefahren. Das ist immer wichtig auf einem Straßenkurs, auf dem du die Kurven attackieren und Vertrauen ins Auto haben musst", so der zweimalige Weltmeister. "Wir hatten heute ein Auto, dass in allen drei Sektoren gut war. "

Vandoorne: Bin schneller als meine Rundenzeit

In allen drei Sektoren war Alonso außerdem deutlich schneller als Teamkollege Vandoorne. Der Belgier landete in beiden Sessions jeweils abgeschlagen auf dem 19. Platz. "Es fühlt sich für mich viel besser an, als es auf dem Zeitenmonitor aussieht", versicherte Vandoorne, der auf seinen schnellsten drei Sektoren zwei, sechs und nochmal zwei Zehntel auf Alonso einbüßte.

An Alonsos Windschatten-Glück hat es aber wohl nicht gelegen, denn beim Topspeed war Vandoorne lediglich zwei km/h langsamer unterwegs. "Ich hatte keinen ordentlichen Run auf den Ultrasofts, da ich auf Verkehr stieß. Außerdem hab ich kurz die Mauer touchiert. Ich war so nicht in der Lage, meine auf dem Supersoft gefahrene Zeit zu verbessern", erklärte Vandoorne.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Aserbaidschan GP: (06:42 Min.)

Alonso unschlüssig: Q3 oder freie Reifenwahl?

Nachdem McLaren in Bahrain und China nicht nur im Q2 scheiterte, sondern auch nicht annähernd in die Nähe des Q3 kam, will das Team dies in Baku nach Möglichkeit nachholen. "Es wird im Mittelfeld ein enger Kampf ums Q3. Hoffentlich sind wir dieses Mal drin und nicht draußen", so Alonso, der 2017 in Aserbaidschan eines der schlechtesten Qualifyings mit McLaren erlebte.

Er und Vandoorne landeten damals auf den Plätzen 16 und 19. "Für uns wird es sehr eng. Zwei oder drei Zehntel können bedeuten, dass du entweder auf Platz 7 oder auf 14 landest", will sich Alonso nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Sollte es mit dem Q3 nicht klappen, würde er aber zumindest die üblichen Vorteile eines starken Q2 bauen.

"Es ist wahrscheinlich eines dieser Rennen, wo du nicht weißt, ob ein neunter oder zehnter Platz im Q3 oder ein elfter oder zwölfter Platz im Q2 mit freier Reifenwahl besser ist", so Alonso. "Ich denke, wir werden mit egal welcher dieser Positionen zufrieden sein."


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