Formel 1

Formel 1 - Dank McLaren: Airbox-Finne bleibt 2018 verboten

Eigentlich stehen die Regeln für die Formel-1-Saison 2018 längst. Allerdings gibt es noch Diskussionen um die Airbox-Finne. McLaren als Retter der Ästhetik.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Ein Gedanke der Regeländerungen für die Formel-1-Saison 2017 war es, nicht nur schnellere, sondern auch schönere Autos zu haben. Das gelang allerdings nur teilweise. Die Dimensionen der Autos sind nun wieder deutlich ansprechender, allerdings gibt es störende Details. Namentlich sind das vor allem der T-Wing und die Airbox-Finne.

Die Teams legten sich gemeinsam mit dem Regelhüter fest, beide Schönheitsfehler 2018 ausbessern zu wollen. Das Reglement für die Formel-1-Saison 2018 wurde entsprechend so formuliert, dass Haiflossen und T-Flügel Geschichte sind.

Allerdings kamen beim letzten Strategiegruppen-Meeting erneut Diskussionen auf. Viele Teams wollten die Finne plötzlich wieder behalten. Toto Wolff liefert die Erklärung, warum die Rennställe geteilter Meinung sind: "Die Finne hat einen aerodynamischen Zweck und einige Autos profitieren davon mehr, dort bringt die Finne mehr Stabilität oder mehr Instabilität bei Seitenwind."

Aber auch der Mercedes Teamchef meint: "Insgesamt ist es nicht das schönste Teil. Ich hasse sie." Trotzdem wollte die Mehrheit der Teams plötzlich die Finne zurück. McLaren allerdings wehrte sich. "Weil wir ein paar Monate zuvor die Regeln so geschrieben haben, warum sollten wir sie dann gleich ändern?", rechtfertigt sich Teamchef Eric Boullier.

Um die Regeln zu diesem Zeitpunkt noch ändern zu können, benötigt es einstimmige Beschlüsse. Ohne McLaren sind die nicht möglich. McLaren lieferte aber eine Alternative. Denn dem Rennstall geht es nicht nur um das technische Reglement, sondern auch ums liebe Geld.

"Durch die große Finne wird der Heckflügel zu einem großen Teil verdeckt", erklärt McLarens Marketing-Guru Zak Brown und fügt an: "Das ist die zweitwertvollste Werbefläche auf dem Auto!" Durch das neue Reglement wurden die Heckflügel zwar breiter und bieten somit mehr Platz für Sponsoren, allerdings wurden sie auch tiefer. Dadurch verschwinden sie noch extremer hinter der Haifischflosse.

McLaren sorgt für das Aus der Finnen - Foto: Sutton

Ferrari kritisiert McLaren

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene versteht diese Argumentation nicht: "Ich finde das ziemlich lustig, dass Zak meint, es stört den Heckflügel und gleichzeitig nimmt er Werbefläche weg. Er nimmt die Finne weg und hat keinen Platz mehr für Werbung - und obendrein muss er noch Platz für die Nummer finden. Da ist etwas falsch."

Red Bull Teamchef Christian Horner hat eine Erklärung für McLarens Position: "Zak hat offenbar einen großen Sponsor für nächstes Jahr an Land gezogen und versuch nun, so viel Reichweite wie möglich zu bekommen."

Um das von Arrivabene angesprochene Dilemma zu umgehen, zeigte McLaren eine Alternative. Dabei handelt es sich um eine Mini-Finne, die nur geringfügig über die normale Motorabdeckung hinausragt. Dadurch wäre Platz für die Startnummer oder den Fahrernamen und gleichzeitig würde der Heckflügel nicht verdeckt. Allerdings bringt diese Lösung ein weiteres Problem mit sich, wie Horner meint: "Die Aerodynamiker sagen, dass das die Funktionsweise des Heckflügels zerstören würde. Also wollen wir das nicht."


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