Formel 1

Formel 1 2018: McLaren will Red Bull 'richtig Feuer machen'

McLaren strebt in der Formel-1-Saison 2018 wieder nach oben. Von Dominanz ist keine Rede mehr, aber zumindest ein Team hat man klar im Visier.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Erlebt die Formel 1 2018 einen echten Vierkampf an der Spitze? Bereits in dieser Saison fahren Mercedes, Ferrari und Red Bull in den letzten Rennen auf Augenhöhe, für kommendes Jahr schickt sich mit McLaren nun ein weiteres Team an, in diese Phalanx einzudringen. Die Rechnung scheint relativ einfach. Das - so die eigenen Aussagen - beste Chassis des Feldes in Verbindung mit einem Motor, der Red Bull zu Siegen verhilft, kann in der Konsequenz ja nur zu Erfolgen führen.

Konnte sich McLaren in den vergangenen drei Jahren hinter der schwachen Leistung des Honda-Motors verstecken, müssen die großspurigen Aussagen ab 2018 jedoch mit Resultaten unterfüttert werden. Denn Honda ist Geschichte, zum ersten Mal in der Historie des Teams setzt man auf Aggregate von Renault. "Es gibt Druck, aber den gibt es in diesem Sport nun einmal", stellte McLaren-Boss Zak Brown daher auch klar.

Brown: Hoffen auf das Podium

Das ganz hohe Regal der Ankündigungen lässt Brown dabei unberührt. Anders als Ron Dennis, der mit Honda noch die "zukünftige Dominanz" der Formel 1 ankündigt hatte. Doch Brown sieht McLaren dennoch in einer deutlich besseren Position, als in den Vorjahren. "Können wir nächstes Jahr um die WM kämpfen? Das wird hart, und damit würden wir uns die Messlatte für die Erwartungen zu schnell zu hoch legen. Aber ich denke, wir können sie herausfordern", blickt er auf das aktuelle Top-Trio.

Wir müssen vorsichtig sein, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen.
Zak Brown

Im Wissen, dass mindestens sechs Autos vermutlich direkte Gegner sein werden, gibt sich Brown aber recht defensiv. "Ich würde sagen, dass wir hoffen, auf dem Podium zu stehen. Wie würden wir uns fühlen, wenn wir Vierter werden? Wahrscheinlich sehr gut, denn das wäre unser bestes Ergebnis in drei Jahren. Darauf hoffen wir, darauf zielen wir ab. Wir müssen vorsichtig sein, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen", stellt er klar.

Der logische direkte Gegner für McLaren muss ohnehin Red Bull sein. Beide heben stets die Vorzüge ihrer Chassis hervor, Red Bull hat nach Problemen mit der Korrelation zwischen Windkanal und Strecke den Anschluss an die Spitze in der zweiten Saisonhälfte geschafft.

Und McLaren gab erst in Mexiko eine Kostprobe des eigenen Selbstbewusstseins ab, als Fernando Alonso davon sprach, im Qualifying das beste Auto im Feld gehabt zu haben. Und schließlich starten beide Teams - zumindest 2018 noch - mit demselben Motor.

Gelingt McLaren 2018 der Sprung nach oben? - Foto: Sutton

Red Bull als Messlatte

Entsprechend sind die Österreicher auch die Messlatte für den Rennstall aus Woking, wie Brown zugibt. "Die Zeit wird es zeigen, ob wir es schon im ersten Rennen schaffen können. Aber wir sind ein großartiges Rennteam. Wir hatten unsere Momente der totalen Dominanz, die Leute sind noch da, die Fabrik, das Knowhow - ich denke, wir können Red Bull richtig Feuer machen", stellt er klar.

Ich denke, wir können Red Bull richtig Feuer machen.
Zak Brown

Die Aussicht auf bessere Ergebnisse war schlussendlich auch die Bedingung von Alonso, den Vertrag bei McLaren zu verlängern. Damit bleibt die Fahrerbesetzung beim britischen Team im Vergleich zu 2017 unverändert, auch Stoffel Vandoorne bleibt an Bord. Alonso entschied sich nach eigener Aussage bereits vor dem Wechsel von Honda- zu Renault-Motoren für einen Verbleib bei McLaren. Vielmehr seien es auch Dinge innerhalb des Teams gewesen, die in zuversichtlich für die Zukunft stimmen.

"Ich habe gesehen, dass das Team auch Dinge unternimmt, um die Situation zu verändern. Es waren drei schwierige Jahre, ich bin motiviert, mehr als zuvor", sagte er nach Bekanntgabe seines Verbleibs.

Anders als Brown strebt Alonso sehr wohl an, mindestens auf das Podium zu fahren. "Wir dieses Jahr viele Fortschritte erzielt. Ich war oft in der Fabrik, ich weiß, was Renault für nächstes Jahr vorhat. Daher bin ich sicher, dass ich an den Podiumszeremonien teilhaben kann", ist er überzeugt.


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