Formel 1

Formel 1: Robert Kubica fühlt sich bereit für ein Comeback

In Valencia testete Robert Kubica erstmals seit sechs Jahren wieder im Formel-1-Auto. Renault spricht von einem einmaligen Event. Kubica aber sieht das anders.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Nach sechs Jahren Abstinenz in der Königsklasse gab Robert Kubica vergangene Woche bei Testfahrten in Valencia ein überraschendes Comeback. Im umlackierten Lotus E20 aus dem Jahr 2012 bestritt der Pole insgesamt 115 Runden. Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer echten Rückkehr? Nach seinem schweren Rallye-Unfall 2011 kam er nur um Haaresbreite um eine Amputation seines rechten Armes vorbei. Die Beweglichkeit ist bis heute nicht mehr so, wie vor dem schicksalhaften Tag.

Ein reiner PR-Auftritt sei die Ausfahrt in Valencia aber nicht gewesen, stellt Kubica gegenüber "Autosprint" klar. Der Hintergrund sei schon ernsterer Natur gewesen, was ihn jedoch selbst überrascht habe. "Die Vorgehensweise von Renault hat mich ziemlich überrascht. Sie haben versucht, den Test so geheim wie möglich zu halten. Für sie ging es nicht darum, eine tolle Story zu verfassen, obwohl die Aufmerksamkeit in den Medien groß war. Ich kann nur sagen, dass ich sehr glücklich bin und das nicht erwartet habe", sagte Kubica.

Kubica fuhr in Valencia 115 Runden - Foto: Renault/Twitter

Kubica: Ich bin bereit

Als er seine Formel-1-Karriere unfreiwillig beenden musste, galt Kubica als einer der Top-Fahrer im Feld. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Plant er tatsächlich eine vollständige Rückkehr in die Königsklasse? Der Test in Valencia habe jedenfalls keinen Eindruck erweckt, es ginge nicht mehr. Im Gegenteil! "Ich weiß jetzt, dass ich ein Formel-1-Auto fahren und dass ich eine komplette Renndistanz selbst unter schwierigen Bedingungen durchhalten kann. Denn in Valencia waren die Strecke und auch der Asphalt nicht einfach", merkt er an.

Es ist toll zu wissen, dass ich das, was ich vor sechs Jahren getan habe, auch immer noch tun kann, trotz meiner Einschränkungen.
Robert Kubica

Entsprechend hat er wieder Blut geleckt und ist einer Rückkehr nicht abgeneigt. "Es liegt nicht an mir, was die Zukunft bringt. Es ist toll zu wissen, dass ich das, was ich vor sechs Jahren getan habe, auch immer noch tun kann, trotz meiner Einschränkungen", zeigt er sich erleichtert. "Ich fühle mich bereit. Ich habe hart gearbeitet und ich kann sagen, dass ich nie so hart trainiert habe, selbst als ich noch gefahren bin. Wir warten ab, es ist nicht meine Entscheidung", stellt er klar.

Aufgrund der Tatsache, dass Renault den Test durchgeführt hatte, wurden schnell Gerüchte laut, die Franzosen würden einen Nachfolger für den bislang absolut enttäuschenden Jolyon Palmer aufbauen. Offiziell aber testete Renault ohnehin in Valencia mit Sergey Sirotkin, derzeit dritter Fahrer des Teams. Man habe die Chance beim Schopfe gepackt und Kubica gleich eine Chance gegeben, versicherte Sportdirektor Alan Permane. Und er meinte zudem: "Es war ein einmaliges Event für Robert." Kubicas Äußerungen klingen da doch etwas anders.


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