Formel 1 - Grauenhaft: Hülkenberg schimpft auf Renault

Zum dümmsten Zeitpunkt

Zuletzt befand sich Nico Hülkenberg im Aufwind. In Monaco nun der volle Rückschlag. Der Renault-Pilot beschwert sich ausgiebig über sein Auto.
von

Motorsport-Magazin.com - In diesem Jahr feiert Renault seine 40-jährige Zugehörigkeit in der Formel 1, beim Monaco Grand Prix an diesem Wochenende soll der Feier-Marathon beginnen. Am freien Freitag fährt der frühere F1-Pilot Jean-Pierre Jabouille sogar mit dem Renault RS01 von 1977 bei Demorunden über die Strecke. Auch Alain Prost ist am Start, der vierfache Weltmeister steigt in seinen alten RE 40-Rennwagen aus dem Jahr 1983.

Man kann Renault nur wünschen, dass die historischen Boliden weniger Probleme haben werden als die Franzosen-Autos der aktuellen Generation. Der Renault-Donnerstag im Fürstentum in einem Wort: Katastrophe. Nico Hülkenberg verpasste das 1. Training wegen eines elektronischen Problems, Teamkollege Jolyon Palmer fiel in der Session am Nachmittag einer defekten Power Unit zum Opfer.

Grauenhafte Rundenzeiten

Und das waren nicht einmal die einzigen Schwierigkeiten an diesem Donnerstag. Hülkenberg und Palmer waren in beiden Trainings weit weg von der Pace, nur Sauber war noch langsamer. Dem Werksteam droht im Fürstentum ein mehr als kniffliges Wochenende nach diesem desolaten Auftakt. "Ich habe mir am Anfang nicht mal die Rundenzeiten angeschaut, weil ich wusste, dass sie grauenhaft sind", sagte Hülkenberg.

Nach dem Ausfall am Vormittag konnte Hülkenberg im 2. Training zwar fahren, hoppelte bei seinen 41 Runden aber mehr schlecht als recht über die Strecke. Die Balance seines Autos passte überhaupt nicht, wie er beschrieb: "Die war weit weg von dem, was wir erwartet hatten. Ich hatte nicht nur Probleme mit der Balance und fehlendes Vertrauen ins Auto - der Grip war auch ziemlich schlecht."

Jolyon Palmer rollte mit rauchendem Motor aus - Foto: Sutton

Radikalität ist angesagt

Woran es lag? Schwer zu sagen, auch Hülkenberg kratzte sich am Kopf. Die Probleme zogen sich durch die komplette Session hindurch, leichte Setup-Änderungen sorgten auch nicht für Abhilfe. "wir müssen uns ein paar Sachen anschauen, die radikaler sind", meinte Hülkenberg. "Wir müssen herausfinden, was da schief lief. Das hat sich alles nicht richtig angefühlt."

Umso ärgerlicher, dass Hülkenberg am Morgen nur drei ungezeitete Runden fahren konnte, bevor ihn sein Auto lahmlegte. Ansonsten hätte Renault das Problem möglicherweise früher finden können. Jetzt stehen Renault und Hülkenberg, zuletzt dreimal in den Punkten, mit dem Rücken zur Wand. "Es ist alles andere als ideal, dass wir das 1. Training verpasst haben", ärgerte er sich. "Jetzt sind wir ein bis zwei Schritte zurück."

Top-10 Monaco Crashes: (01:16 Min.)

Ziemlicher Kampf

Dass die Probleme ausgerechnet in Monaco auftreten, macht es noch schwieriger für Hülkenberg und Palmer, der ähnlichen Ärger mit seinem Auto hatte. Es war kaum möglich gewesen, in den auf dem Stadtkurs so wichtigen Rhythmus zu kommen. Hülkenberg zu Motorsport-Magazin.com: "Den habe ich nicht wirklich. Das war ein ziemlicher Kampf im Auto. Die Balance war von Kurve zu Kurve anders. Schwierig, so den Rhythmus und die Harmonie im Auto zu finden."


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter