Formel 1 / Hintergrund

Streckenvorschau: Circuit de Monaco

Der Circuit de Monaco ist so einzigartig wie legendär. Der Kurs verzeiht keine Fehler und ist eine Herausforderung für Fahrer und Autos.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Zum 64. Mal in der Geschichte der Formel 1 findet ein Formel 1 Rennen in den Straßen von Monaco statt. Dort wird der WM-Kampf zwischen Ferrari und Mercedes in die sechste Runde gehen. Doch nicht nur die beiden Spitzenreiter wollen in Monaco um den Sieg kämpfen. Red Bull will Rot und Silber dort ein Schnippchen schlagen.

Circuit de Monaco: Durch die Straßenschluchten Monte Carlos

Der Circuit de Monaco ist die kürzeste Strecke des Kalenders - Foto: Motorsport-Magazin.com

Bereits am 14. April 1929 fand das erste Autorennen in den Straßen Monte Carlos statt. Als 1950 die Formel 1 gegründet wurde, war das damals schon legendäre Rennen im ersten Rennkalender. Allerdings wurde der Stadtkurs erst 1955 als regelmäßiger Austragungsort eines Formel-1-Rennens aufgenommen.

Der Circuit de Monaco ist die mit Abstand kürzeste Rennstrecke des Kalenders. Aufgrund niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeit durch die engen Gassen und der vielen langsamen Kurven erreicht das Rennen nicht einmal die 300 Kilometer-Marke die alle anderen GP im Kalender erfüllen müssen.

"Monaco ist eine wahrhaft einzigartige Strecke und es braucht viel Arbeit, um die Feinabstimmung am Auto zu machen", erklärte Jenson Button im Vorfeld des Rennens. "Es ist immer eine unglaubliche Herausforderung, für jeden Fahrer. Es ist jedoch eine aufregende Herausforderung und daher zählt es schon immer zu meinen Lieblingsrennen."

Streckenverlauf: Die langsamsten Kurven im Kalender

Hülkenbergs Streckenvorschau für Monaco: Achtung, Mauern!: (00:50 Min.)

"Die besten Stellen sind die schnellen Abschnitte", sagte Sergio Perez. "In die Schwimmbadpassage nimmt man so viel Geschwindigkeit mit und man muss so präzise auf den Kerbs sein. Die Casino-Kurve ist auch immer sehr schnell und wird mit diesen Autos echt eine Herausforderung."

Die wichtigste Stelle, zumindest was die Qualifikation betrifft, ist die letzte Kurve, denn sie muss zweimal perfekt getroffen werden. Egal ob man sie vor der schnellen Runde oder darin nicht optimal erwischt, kostet der Fehler viel Zeit. Und noch etwas ist wichtig, wie Pascal Wehrlein erklärt: "Damit man eine konkurrenzfähige Rundenzeit erzielen kann, muss man sich auch bis auf wenige Millimeter an die Streckenbegrenzung heranwagen."

Streckendaten
Länge: 3,337 km
Runden: 78
GP-Distanz: 260,286 km
Rundenrekord: 1:17.939 (HAM, 2016)
Kurven: 19 (8 links, 11 rechts)
Weg bis Kurve 1: 226,7 m
Länge Boxengasse: 324,7 m
Zeit in Box bei 60 km/h: 19,48 s

Technik-Herausforderung: Mechanischer Grip und Bremsen

Der Stadtkurs in Monte Carlo ist einzigartig. Da er so extrem langsam ist, braucht es eine besondere Abstimmung für dieses Rennen. Die meisten Teams bringen sogar ein spezielles Aerodynamikpaket mit, denn der Grip ist auf der langsamsten Strecke im Rennkalender von überragender Bedeutung. Insbesondere der mechanische Grip.

Daher wird es entscheidend sein, wer die Reifen am besten auf Temperatur bekommt. Denn die aktuellen Pneus in Monaco ins Arbeitsfenster zu bringen, wird mit Sicherheit keine einfache Aufgabe. Mercedes hat in der Vergangenheit diesbezüglich Vorteile gehabt, allerdings hat Pirelli im Vorfeld schon verringerte Reifen-Mindestdrücke ausgegeben, die Ferrari entgegenkommen.

Circuit de Monaco: Unvergessene Momente

Moment 1: Es war ein Moment, eine Entscheidung, die in die Geschichte einging. Michael Schumacher stellte seinen Ferrari in der Rascasse ab. Vorläufig sicherte das die schnellste Zeit, doch er wurde daraufhin bestraft und musste von hinten losfahren.

Monaco 2006: Pressekonferenz nach Michael Schumachers Parkvergehen: (05:57 Min.)

Moment 2: 1996 wurde in Monaco ein neuer Rekord aufgestellt. 21 Formel-1-Piloten begannen das Rennen auf dem legendären Stadtkurs. Bei schwierigsten Bedingunen im Regen waren bereits nach 31 von 78 Runden die Hälfte aller Piloten ausgefallen, doch es ging noch weiter. Am Ende schafften es mit Olivier Panis, David Coulthard und Johnny Herbert genau drei Fahrer ins Ziel.

Moment 3: Im Jahr 1992 gab es ein packendes Duell, dass sich auf den letzten Runden des Monaco GP zuspitzte. Nigel Mansell schien den Sieg sicher zu haben, musste aber noch einen zusätzlichen Stopp wegen eines Reifenproblems einlegen. Danach versuchte er alles, doch er konnte die Führung von Ayrton Senna nicht zurückerobern.

Monaco 1992: Senna vs. Mansell: (02:18 Min.)

Monaco GP: Die letzten Rennen

Jahr Sieger 2. Platz 3. Platz Pole Schn. Runde
2016 Lewis Hamilton Daniel Ricciardo Sergio Perez Daniel Ricciardo Lewis Hamilton
2015 Nico Rosberg Sebastian Vettel Lewis Hamilton Lewis Hamilton Daniel Ricciardo
2014 Nico Rosberg Lewis Hamilton Daniel Ricciardo Nico Rosberg Kimi Räikkönen
2013 Nico Rosberg Sebastian Vettel Mark Webber Nico Rosberg Sebastian Vettel
2012 Mark Webber Nico Rosberg Fernando Alonso Mark Webber Sergio Perez

Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter