Formel 1 - Neue Herausforderungen 2017

Logistik-Wunder: Weite Reise nach Down Under

35 bis 40 Tonnen Material bringt jedes Team mit nach Australien. So gelangte die Fracht sicher in den Albert Park zu Melbourne.
von Stephan Heublein
F1 on Tour: So kam der F1-Tross nach Melbourne: (0:48 Min.)

Die neue Formel-1-Saison läuft! Damit die Motoren an diesem Wochenende in Melbourne aufheulen können, arbeiten fleißige Händchen aber bereits seit Monaten an der Planung und Logistik für das erste Überseerennen des Jahres. Bis zu 2.000 Tonnen an Fracht wurden für den F1-Zirkus über 17.000 km nach Down Under transportiert - das entspricht dem Gewicht von 240 Elefanten!

Der offizielle Logistikpartner der Königsklasse, DHL, war dabei am Transport von 600 Tonnen Luftfracht (via sechs Boeing 747 Transportflugzeugen) und über 1.000 Tonnen Seefracht beteiligt. Dazu gehören neben den Formel-1-Boliden unter anderem auch die Power Units, Benzin und Öl, die neuen, breiteren Reifen, Ersatzteile sowie die Ausrüstung für die Medien und TV-Sender.

Rundenrekorde locken im DHL Fastest Lap Award

Ein schneller, präziser und sicherer Transport ist dabei Ehrensache. Besonderen Ausdruck verleiht DHL dieser Tatsache mit dem DHL Fastest Lap Award, den das Logistikunternehmen seit mittlerweile elf Jahren an den Fahrer mit den meisten schnellsten Rennrunden einer Saison verleiht. Rekordsieger dieser Trophäe ist Sebastian Vettel, der insgesamt schon dreimal (2009, 2012, 2013) ausgezeichnet wurde. Im vergangenen Jahr wurde die Ehre zum ersten Mal Weltmeister Nico Rosberg zuteil.

Durch die neuen, schnelleren Rennautos mit breiteren, haltbareren Reifen gehen die Fahrer an den Rennwochenenden noch mehr ans Limit. Zudem wackeln auf fast allen Strecken die Rundenrekorde: Um vier bis fünf Sekunden dürften die Zeiten durchschnittlich im Vergleich zu 2016 sinken. Das macht die schnellste Rennrunde wieder zu einer ganz besonderen Herausforderung!

Neuer Modus für DHL Fastest Pit Stop Award

Die Williams-Boxencrew unter der Lupe: (00:47 Min.)

Eine ebenso große Herausforderung erwartet in diesem Jahr die Boxencrews: Die breiteren Reifen sorgen nicht nur für schöner anzusehende Boliden, sie verlangen auch nach mehr Muckis bei den Mechanikern. So sind die Hinterreifen 80 mm breiter und wiegen 1,8 kg mehr. Die Vorderreifen sind immerhin noch 60 mm breiter und wiegen jeweils 0,8 kg mehr.

Die Mühen lohnen sich jedoch: Ein perfekter Stopp kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Zudem wird die beste Pitcrew des Jahres mit dem DHL Fastest Pit Stop Award ausgezeichnet. 2016 gewann diesen Williams mit einer überlegenen Leistung von 14 schnellsten Stopps in 20 Rennen. In diesem Jahr wird Konstanz noch mehr belohnt: Statt nur den schnellsten Stopp jedes Rennens zu werten, werden im neuen Modus die Top-10 nach dem F1-Punktesystem von 25 bis 1 Punkt gewertet. Dadurch werden konstant schnelle Leistungen umso mehr belohnt.

Viel Zeit zum Feiern bleibt den Mechanikern am Sonntag nach dem Rennen aber nicht. Denn mit dem Fallen der Zielflagge beginnt der Abbau der Boxen und Hospitality. Schon in zwei Wochen muss das Material fix und fertig aufgebaut im Fahrerlager des Shanghai International Circuit in China stehen! Das "Rennen nach dem Rennen" beginnt...


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