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Formel 1

2. Training: Verstappen in Spa an der Spitze

Von wegen: Mercedes in Spa an der Spitze. Max Verstappen schnappte sich deutlich die Bestzeit im 2. Training zum Belgien Grand Prix. Ferrari muss zittern.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Ungewohntes Bild beim 2. Training zum Belgien Grand Prix in Spa: Beide Mercedes-Silberpfeile waren meilenweit von der Spitze entfernt. Stattdessen erzielte Max Verstappen - der die Kartenverkäufe für das Wochenende ordentlich ankurbeln konnte - die Bestzeit. Sorgen machen muss sich Mercedes jedoch nicht. Verantwortlich für das ungewohnte Bild war die Wahl der Reifen während der Session. Mehr Sorgen machen muss sich unterdessen Ferrari - Force India könnte an den Italienern vorbeiziehen. Hart für Lewis Hamilton: Er kassiert eine 30-Startplatz-Strafe für das Rennen am Sonntag.

Die Platzierungen: Der Quasi-Lokalmatador sorgte für Jubel auf den Tribünen. Max Verstappen war der Schnellste Mann des Nachmittags in 1:48.085 Minuten. Hinter dem in Belgien geborenen Niederländer platzierte sich Teamkollege Daniel Ricciardo auf der zweiten Position. Dem Australier fehlten 0,256 Sekunden auf Verstappen. Beide Fahrer erzielten ihre Bestzeiten auf den Supersoft-Reifen.

Kleine Überraschung hinter dem Red-Bull-Duo: Nico Hülkenberg sicherte sich Platz drei in 1:48.657 Minuten. Der Force-India-Fahrer war ebenfalls auf den schnellen Supersofts unterwegs - und dürfte für einige Sorgenfalten im Ferrari-Lager sorgen. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen auf den Plätzen 4 respektive 7 konnten auf gleicher Bereifung nicht mit Force India mithalten. Vettel fehlten rund vier Zehntel auf Landsmann Hülkenberg. Ein Vorgeschmack auf den weiteren Verlauf des Wochenendes?

Hamilton weit abgeschlagen

Klassenprimus Mercedes ließ es unterdessen ruhig angehen und konzentrierte sich auf die Reifenarbeit. Nico Rosberg und Lewis Hamilton verzichteten komplett auf Runs mit den Supersofts. Rosberg ordnete sich auf Platz sechs ein mit gut einer Sekunde Rückstand auf Spitzenreiter Verstappen. Hamilton kam nicht über Platz 13 hinaus, fokussierte sich dabei auf Fahrten mit den Soft- und Medium-Reifen.

Romain Grosjean, Jenson Button und Esteban Gutierrez komplettierten die Top-10. Erwähnenswert: Pascal Wehrlein wurde Elfter mit einer persönlichen Bestzeit von 1:49.716 Minuten.

Die Zwischenfälle: Jolyon Palmer rollte nach 20 Minuten mit einem Defekt auf der Strecke aus und sorgte für eine Virtual-Safety-Car-Phase. Er hatte bereits in der ersten Session Probleme mit seinem Renault-Boliden gehabt. Max Verstappen beschwerte sich eine halbe Stunde vor Schluss am Funk über einen Power-Verlust, konnte die Fahrt aber fortsetzen. Für einen Lacher sorgte Sebastian Vettel ausgangs der Boxengasse, als er vor einem Übungsstart einen der Manors vor sich wild gestikulierend anwies, weiter nach vorne zu fahren.

Die Technik: Strafen-Spaß in Spa! Der prominenteste Motoren-Übeltäter ist Lewis Hamilton, der wegen des doppelten Wechsels von Turbo und MGU-H 30 Strafplätze kassiert und das Rennen aus der letzten Reihe aufnehmen muss. "Wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich die Strafe lieber auf einer einfacheren Strecke kassiert", sagte Hamilton. "Aber es gibt Überholmöglichkeiten, wie in Eau Rouge."

Fernando Alonso bekommt für einen kompletten Motorenwechsel gar 35 Plätze in der Startaufstellung aufgebrummt und startet vom Ende des Feldes in den Belgien Grand Prix. 10 Plätze erhält zudem Marcus Ericsson für den Einsatz des sechsten Turbos in der laufenden Saison.

Das Wetter: Regen in den Ardennen? Von wegen. Strahlender Sonnenschein begrüßte die Formel 1 auch am Nachmittag. Bei 31 Grad Außen- sowie 40 Grad Streckentemperatur drehten die Fahrer ihre Runden. Ähnliche Temperaturen werden für das Qualifying erwartet. Spannend werden könnte es am Rennsonntag werden. Die Schauer- und Gewitterwahrscheinlichkeit steigt am Nachmittag auf 30-40 Prozent an, ganz ausgeschlossen ist ein Regenschauer während des Rennens also nicht.

Die Analyse: Mercedes dürfte auch nach der Sommerpause die klare Nummer 1 in der Königsklasse sein. Das ausgiebige Reifen-Testen ist ein guter Hinweis für das Selbstvertrauen der Silberpfeile. Viel spannender wird es direkt dahinter. Red Bull hatte Ferrari in den vergangenen Rennen den Schneid abgekauft - in Spa scheint plötzlich Force India mitzumischen. Fällt Ferrari wirklich auf den vierten Platz in der Team-Hierarchie zurück? Es wäre der vorläufige Tiefpunkt der strauchelnden Scuderia.


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