Nick Heidfelds Arbeitstag war schon nach 26 Runden beendet: Der sympathische Mönchengladbacher musste sein Arbeitsgerät mit einem rauchenden Heckbereich am Streckenrand abstellen und eingestehen, dass sein BMW-Triebwerk die Belastung der beiden Hitzerennen von Malaysia und Bahrain nicht schadlos überstanden hat.

"Nicht ins Ziel gekommen zu sein, ist enttäuschend. Vor allem, weil ich sehr gut im Rennen lag und sicher Punkte geholt hätte", so der enttäuschte Deutsche. "Man muss allerdings sehen, dass mein Motor der einzige im gesamten Feld war, der schon in Malaysia gelaufen ist. Für ihn war dieses Rennen unter Extrembedingungen das zweite in Folge. Bei WilliamsF1 und BMW arbeiten alle unter Hochdruck. Es ist schade, dass das heute passiert ist. Aber ich bin sicher, wir fahren den Lohn für die harte Arbeit bei den nächsten Rennen ein."

Nicht nur wegen dieses Motorschadens hatte sich Mario Theissen nach dem "starken Qualifying" mehr versprochen: "Wir haben in zweierlei Hinsicht der großen Hitze Tribut zollen müssen: Zum einen fuhr Nick als einziger mit einem Motor, der schon das Hitzerennen von Malaysia hinter sich hatte. Die thermische Belastung dieser beiden Hitzerennen war offensichtlich zu groß. Die genaue Schadensursache werden wir bei der Motorzerlegung in München klären. Zum anderen gilt für beide Autos, dass wir auch mit der maximalen Kühlungskonfiguration an den Temperatur-Limits waren und deshalb die Motoren im Rennen nicht voll aufdrehen konnten. Das hat Mark die Möglichkeit genommen, seine günstige Rennposition zu halten."

Entsprechend sprach auch Webber von einem "harten Rennen": "Leider bin ich kurz nach der Halbzeit in Kurve zehn rausgerutscht. Vorher war ich Dritter, aber bei dem Dreher habe ich zwei Plätze verloren. Danach waren meine Reifen in üblem Zustand, und das Auto war wegen starker Vibrationen schwierig zu fahren. So habe ich in den letzten Runden auch noch einen Platz an Pedro de la Rosa verloren. Alle im Team haben gut gearbeitet, und Michelin hat uns auch gutes Reifenmaterial zur Verfügung gestellt. Ich freue mich schon auf Imola."

Wie Theissen muss auch Technikchef Sam Michael eingestehen, dass dies "natürlich nicht" das Ergebnis ist, "das wir uns nach dem Qualifying erhofft hatten". "In der extremen Hitze liefen die Motoren an ihren thermischen Belastungsgrenzen, was womöglich an Nicks Auto zum Motorschaden geführt hat. Wir mussten im Rennen auch mit den Motordrehzahlen haushalten, das hat es den Fahrern erschwert, ihre Positionen zu verteidigen. Wir sind jedenfalls zuversichtlich, dass wir bis zum Rennen in Imola weitere Fortschritte machen werden."